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Andreas Hoffmann und Ulrike Müller übernehmen das Reformhaus Greiner in Warburg

Die Nachfolge ist gesichert

Warburg

Eine Ära geht zu Ende: Manfred und Ulrike Greiner geben zum 1. März ihr gleichnamiges Reformhaus in der Hansestadt Warburg in andere Hände.

Tanja Sauerland

Manfred und Ulrike Greiner (von links) geben zum 1. März ihr gleichnamiges Reformhaus in der Hansestadt Warburg in andere Hände. Andreas Hoffmann (rechts) und Partnerin Ulrike Müller übernehmen. Foto: Tanja Sauerland

55 Jahre lang waren sie die Ansprechpartner Nummer eins, wenn es um eine ganzheitliche, nachhaltige und gesunde vegane Lebensweise und um Naturkosmetik ging.

Damit ist nun Schluss. „Wir haben lange nach einem Nachfolger gesucht, aber aufgrund der Corona-Pandemie haben viele Interessenten einen Rückzieher gemacht“, berichtet Drogist und Reformfachberater Manfred Greiner. Er freut sich, mit Andreas Hoffmann und Ulrike Müller ein geeignetes Paar gefunden zu haben. „Es hätte mir in der Seele wehgetan, wenn ich unser Geschäft hätte schließen müssen. Das ist ja mein Lebenswerk“, sagt Manfred Greiner.

Der 74-jährige Geschäftsmann hatte den von seinen Eltern Georg und Gertrud Greiner im Jahr 1950 gegründeten Familienbetrieb im Jahr 1966 übernommen und bis zuletzt zusammen mit seiner Ehefrau Ulrike (65) in zweiter Generation geführt. Nach insgesamt 70 Jahren Reformhaus Greiner in Warburg heißt es nun Abschied nehmen.

„Wir sagen mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge Tschüss“, so das Ehepaar Greiner. „Wir haben immer sehr an unserem Laden gehangen, ihn stets mit Herzblut und einer großen Portion Leidenschaft geführt. Aber jetzt ist es an der Zeit, dass wir uns aus dem Verkaufsleben zurückziehen.“

Manfred und Ulrike Greiner freuen sich künftig auf mehr Zeit, die sie in ihrem Garten und mit ihren Töchtern Sonja und Stefanie sowie mit Enkelkind Jonna (2) verbringen wollen.

Zukunft der Frühlings- und Adventsmärkte ist ungewiss

Viele Warburger kennen Ulrike Greiner auch als Mitveranstalterin der beliebten Frühlings- und Adventsmärkte im Autohaus Jacobi. Was geschieht damit? Ulrike Greiner: „Das kommt auf die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie an. Ich würde die Märkte sehr gerne weiter organisieren, allerdings sind die Hygiene-Auflagen derart hoch, dass es schier unmöglich ist, diese unter diesen Bedingungen durchzuführen. Abwarten.“ Über die Märkte im Autohaus Jacobi kam übrigens auch der Kontakt zu den Nachfolgern zustande. „Andreas Hoffmann und Ulrike Müller gehören seit Jahren zu den Ausstellern. Sie haben sich bereits mit ihren Teespezialitäten, die sie dort angeboten haben, einen Namen in Warburg gemacht“, meint Ulrike Greiner.

Damit der Übergang reibungslos verläuft, wird das Ehepaar Greiner den beiden Nachfolgern in der ersten Zeit mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die neuen Ladenbesitzer werden das vom Ehepaar Greiner eingeführte Sortiment weiterführen und um eigene Produkte ergänzen. Denn Andreas Hoffmann (61) stammt aus Hohenahr und ist Inhaber des mobilen Teehandels „AHUM“ in Hofgeismar. Seit drei Jahrzehnten bietet An­dreas Hoffmann außerdem ganzheitliche Lebenshilfe an. Ulrike Müller leitet das Büro einer Hebammenpraxis in Hofgeismar.

Ein Blick zurück in die Geschichte des Reformhauses Greiner zeigt: Mit einer Drogerie in Münsterberg (Schlesien) und einem Fotogeschäft im Kurpark der Stadt Bad Altenheide hatte alles angefangen. Ostern 1946 mussten Georg und Gertrud Greiner, die Eltern von Manfred Greiner, im Zuge der Vertreibung ihre Heimat verlassen und kamen in einem Güterwagen über Friedland ins Lager nach Dössel und später nach Röse­beck.

1950 übernahmen sie das Geschäft im Alten Rathaus (Am Markt 2) in der Warburger Altstadt. Neben Drogerie-Artikeln gab es auch Lebensmittel und Fotos. Zwei Jahre später erfolgte die Übernahme der damaligen Drogerie Wasmuth (heute Commerzbank) in der Neustadt, dann wurde aus der Drogerie ein Reformhaus. 1966 erfolgte die Übernahme des Geschäftes durch Sohn Manfred Greiner. Dieser war zunächst in der Hauptstraße 78 (ehemals Fleischerei Balluff) tätig. Im Jahr 2013 erfolgte der Umzug in die Hauptstraße 88. Zur Familie Greiner gehören auch Peter und Ursula Greiner, die sich in jeder freien Minute im Reformhaus mit viel Herzblut engagiert haben.

„Mein Bruder und meine Schwägerin haben uns immer unterstützt. Sie haben viele Stammkunden gewonnen und in ihr Herz geschlossen. Für ihre Unterstützung und für ihr Dasein bedanken wir uns“, betont Manfred Greiner.

Ein weiteres Dankeschön gilt nach seinen Worten außerdem den vielen Mitarbeitern, die in den zurückliegenden Jahren im Reformhaus beschäftigt waren – insbesondere Martina Knepper, die in den zurückliegenden zehn Jahren dort tätig gewesen ist.

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