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Aufsichtsrat segnet Pläne ab – Milchbauern erhalten mehr Geld

DMK schließt vier Werke

Zeven/Warburg (WB/OH). Das Deutsche Milchkontor (DMK) schließt bis Ende 2019 mindestens vier seiner 22 deutschen Werke. Den Plänen des Vorstands hat der Aufsichtsrat des genossenschaftlich organisierten Molkereiriesen am Montagabend mehrheitlich zugestimmt.

Milchkühe werden gemolken: Weil viele Bauern ihre Lieferverträge mit dem Deutschen Milchkontor (DMK) gekündigt haben, schließt der genossenschaftliche Konzern mehrere Werke. Foto: dpa

Damit ist das Aus des auf H-Milch-Produkte spezialisierten Werks Rimbeck in Warburg (Kreis Höxter) mit gut 70 Mitarbeitern zum Jahresende besiegelt. Zeitgleich soll auch die Burgenlandkäserei in Bad Bibra (110 Mitarbeiter) aufgegeben werden.

Bei beiden Schließungen seien insbesondere die zum Jahreswechsel wirksam werdenden Kündigungen von Milchlieferverträgen durch Landwirte und damit fehlende Milchmengen maßgeblich. Wie berichtet, haben Landwirte bis Ende 2018 mindestens ein Viertel der gesamten Liefermenge des DMK aufgekündigt. Sie waren unzufrieden mit der unterdurchschnittlichen Vergütung.

Konzern verarbeitet rund 7,3 Milliarden Kilo Milch

Erklärtes Ziel des DMK ist es, durch die Neuausrichtung in der Lage zu sein, dauerhaft »einen wettbewerbsfähigen Milchpreis« auszuzahlen. Im August hätten die Milchbauern 38,44 Cent je Kilo erhalten – das ist fast doppelt so viel wie im Sommer 2016 und gilt als nahezu kostendeckend. Das DMK zahlt damit inzwischen auch mehr als die Branche im Schnitt.

Das Standortkonzept sieht auch die Schließung des Bereichs Käseaufschnitt am Standort Nordhackstedt in Schleswig-Holstein frühestens im ersten Quartal 2018 vor sowie die Aufgabe des Werks Bergen auf Rügen wegen »zu hoher Produktionskosten« spätestens im zweiten Halbjahr 2019. Parallel dazu will das DMK seine Margen verbessern. Der Konzern verarbeitet rund 7,3 Milliarden Kilo Milch von 8600 Erzeugern. Mit 7200 Mitarbeitern wurden zuletzt 5,1 Milliarden Euro umgesetzt.

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