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Letzte Kampagne der Warburger Zuckerfabrik beendet

Ein Abschied mit Wehmut

Warburg (WB). Die letzte Kampagne in der Geschichte der Warburger Zuckerfabrik, die in den kommenden Monaten „abgewickelt“ wird, ist am Samstag beendet worden. Im Jahr 1884 gab es die erste Kampagne in der Fabrik.

Ralf Benner

Die Anbauer aus der Warburger Börde haben bereits am Tag vor Heiligabend die letzten Rüben zur Warburger Zuckerfabrik gebracht. Dort warteten etwa 40 Landwirte, um bei der letzten Anlieferung mit viel Wehmut Spalier zu stehen. Zum Abschiedsfoto gesellten sich auch die Mitarbeiter der Zuckerfabrik. Foto: Hubert Rösel

Im Beisein von Werksleiter Stefan Mondel und Betriebsleiter Peter Tewes war am Freitagvormittag der letzte Rüben-Lastwagen aus der Soester Börde entladen worden. Am Mittag war die Trocknung abgeschlossen, der wehende Wasserdampf aus dem hohen Schornstein der Fabrik versiegte damit für immer. Der Produktionsprozess endete am Samstag.

Die letzten Rüben aus der Warburger Börde

Die letzten Zuckerrüben aus der Warburger Börde der Ladegemeinschaft (ZLG) Warburg waren bereits am Tag vor Heiligabend angeliefert worden. Aufgeladen wurden sie am Montagmittag im Gebiet Dinkelburg von Mausfahrer Dominik Fuest auf den Hänger von Udo Bremer.aus Körbecke, der von seiner Schwester Janina auf der letzten Fahrt begleitet wurde.

Im Konvoi mit den Fahrern Martin Lüke, Stefan Blömeke, Alex Frewer, Christoph Riepe, Helmut Waldeyer, Andreas Lages, Sebastian Rose, Udo Bremer und ihren Traktoren führte die Abschiedstour der letzten Rüben unter der Regie der ZLG-Gruppe um Obmann Josef Klenke über Lütgen­eder und Daseburg, vorbei am Wahrzeichen der Börde, dem Desenberg, zur Zuckerfabrik.

Dort warteten bereits etwa 40 Landwirte, um bei der letzten Anlieferung der ZLG Warburg mit viel Wehmut Spalier zu stehen. Zum Abschiedsfoto gesellten sich in alter Verbundenheit auch noch einige Mitarbeiter der Zuckerfabrik.

Nach dem 28. Dezember werden nun alle Rüben aus dem Raum Soest, Warburg und Kassel, die bis dahin noch in Mieten auf den Feldern liegen, nach Wabern gefahren werden. Dort soll die Rübenkampagne aufgrund der guten Ertragsaussichten und den zusätzlichen Zuckerrüben aus dem Warburger Einzugsbereich bis zum 26. Januar verlängert werden, teilt das Unternehmen Südzucker mit.

Standort Warburg wird „abgewickelt“

Der Standort Warburg wird dagegen in den kommenden Monaten Schritt für Schritt abgewickelt. Betriebsleiter Peter Tewes wird mit 19 Mitarbeitern voraussichtlich noch bis Ende September 2020 im Werk beschäftigt sein, um anstehende Restarbeiten zu erledigen. Ein Teil der Anlagen werde demontiert und komme in anderen Werken des Südzuckerkonzerns zum Einsatz, berichtete Werksleiter Stefan Mondel.

Für die Region Warburg ist mit einem Rübenertrag zum Kampagnenende von 82 Tonnen pro Hektar zu rechnen. Der Zuckergehalt sei der erwartete Durchschnitt. 23.000 Tonnen Zucker lagern in den Silos, die bis Ende September vermarktet werden, ebenso wie die Nass- und Trockenschnitzel.

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