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Christian Sievers eröffnet Semester des VHS-Zweckverbandes

Ein Blick hinter die Nachrichten

Warburg (WB). »Sei niemals langweilig!«: Diesen alten Reporterspruch nimmt sich ZDF-Moderator Christian Sievers zu Herzen. Mit seinen Geschichten hinter den Nachrichten hat der Fernsehmann am Sonntag im Pädagogischen Zentrum die Zuhörer im VHS-Forum bestens unterhalten.

Silvia Schonheim

Von seinem Alltag als ZDF-Nachrichten-Moderator und den Geschichten aus der Welt hinter den Nachrichten erzählt Christian Sievers (rechts). Nach dem VHS-Forum hat der Journalist sein Buch »Grauzonen« gerne für seine Leser signiert. Foto: Silvia Schonheim

Wie still und fast einsam es in der » grünen Hölle«, dem Fernsehstudio der Nachrichtensendungen »Heute« und »Heute Journal« ist, und wie hart jeden Tag über die Inhalte der aktuellen Sendung gestritten wird, erzählte Christian Sievers auf Einladung des Volkshochschul-Zweckverbandes Diemel-Egge-Weser in Warburg.

Warum es nicht ausreicht, nur alle zwei Wochen über Donald Trump zu berichten, und warum es Spaß macht, Politiker zu interviewen, die eigentlich nichts sagen wollen, verriet er genauso.

»Ich gucke immer in ein schwarzes Loch und sehe Sie ja leider nie. Deshalb freue ich mich heute besonders, hier zu sein und mit Ihnen reden zu können«, begrüßte der Journalist sein Publikum.

Seit 30 Jahren in der Welt unterwegs

»Einen Gastredner einzuladen, der etwas zu sagen hat, ist gute Tradition zur Eröffnung des VHS-Semesters«, erklärte Hubertus Grimm als Vorsitzender der Verbandsversammlung. Und wer seit 30 Jahren als Journalist in der Welt unterwegs ist, hat jede Menge zu erzählen – von bewegenden menschlichen Begegnungen, von großen kulturellen Unterschieden oder dem Leben als Auslandskorrespondent im Krisengebiet Naher Osten.

Christian Sievers stellt sein Buch »Grauzonen« vor

»Im Fernsehen haben wir immer zu wenig Zeit. Die ausgestrahlte Sendung ist nach dem Abend schon nicht mehr aktuell. Aus diesem Grund habe ich ein Buch geschrieben – etwas Bleibendes«, erläuterte der studierte Jurist Christian Sievers. »Grauzonen – Geschichten aus der Welt hinter den Nachrichten« hat der ZDF-Mann sein Buch genannt.

Locker und unterhaltsam erzählte der Moderator über seine ersten, zunächst wenig Erfolg versprechenden Versuche, als Radio-Praktikant im Journalismus Fuß zu fassen. Seine Berufswahl habe er nie bereut: »Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, das macht einen Journalisten zutiefst glücklich.«

Dieses Gefühl habe er erstmals am 9. November 1989 beim Mauerfall gehabt: »Ich habe im Studium bei einer Party in Berlin gekellnert. Da kam ein DDR-Bürger herein, er trug eine Mütze der DDR-Grenztruppe auf dem Kopf und sagte mit Tränen in den Augen. ›Ich komme aus der DDR‹«. Ein magischer Moment, wie Christian Sievers ausführte, der ihn darin bestärkte, den Weg in den Journalismus zu gehen.

Elf Jahre Moderator des ZDF-Morgenmagazins

Die Fernsehzuschauer haben Christian Sievers als Moderator des ZDF-Morgenmagazins kennengelernt: »Wie ich das elf Jahre geschafft habe, weiß ich selbst nicht. Dienstbeginn ist um 3.30 Uhr, ich bin eigentlich Langschläfer.«

Als Auslandskorrespondent war Christian Sievers fünf Jahre für das ZDF im Nahen Osten. »Wenn man im Ausland ist, lernt man Deutschland zu lieben. Wenn man hier den Hahn aufdreht, kann man das Wasser trinken. Wer das Wasser aus dem Hahn im Nahen Osten trinkt, ist sechs Wochen krank.« Dennoch könnten die Deutschen auch etwas lernen: »Fünfe gerade sein lassen – auch mal nicht so genau zu sein.«

Anekdoten über Zuschauer, die Krawattenpakete an ihn schicken, oder über einen Esel, der in einem Zoo im Gazastreifen kurzerhand mit Haarfärbemittel zum Zebra wurde, rundeten den unterhaltsamen Vormittag ab. Nach dem VHS-Forum signierte der Journalist das Buch »Grauzonen« gerne für seine Leser.

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