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Ausgezeichnet: Heiner Stiene (81) erhält Kulturpreis der Hansestadt Warburg

Ein Leben für die Kunst

Warburg (WB). Nur zu besonders schönen und wichtigen Anlässen trägt Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln seine prunkvolle Amtskette. Gestern hat er sie – nach eigenem Bekunden zum letzten Mal in seiner Amtszeit – angelegt, um den Künstler Heiner Stiene mit dem Kulturpreis der Stadt Warburg auszuzeichnen.

Ralf Benner

Heiner Stiene, hier mit Ehefrau Hannelore, ist im Rathaus Zwischen den Städten mit dem Kulturpreis der Stadt Warburg ausgezeichnet worden, dahinter (von links) Dr. Ingrid Rohm, Tochter Uta Stiene und die Jury des Kulturpreises 2020 mit (von links) Bürgermeister Michael Stickeln, der Stifter-Familie Judith, Ute und Dr. Heribert Schlinker sowie dem Kulturausschussvorsitzenden Ulrich Nolte. Foto: Ralf Benner

Eine Jury, zu der die Familie Schlinker (Cineplex-Kino), Stifter des Preises, der Vorsitzende des Kulturausschusses der Hansestadt, Ulrich Nolte, und Bürgermeister Michael Stickeln gehören, hatte den 81-Jährigen einstimmig als Preisträger 2020 ausgewählt.

Pädagoge am Gymnasium Marianum

Sowohl als Pädagoge am Gymnasium Marianum als auch als freischaffender Künstler habe sich Heiner Stiene „in großem Maße um Kunst und Kultur in der Hansestadt verdient gemacht“, sagte Dr. Heribert Schlinker in seiner Laudatio. Der Kunsterzieher habe etliche Schülergenerationen am Marianum „in ihrem Kulturbewusstsein geprägt und das künstlerische Bild der Stadt Warburg entscheidend mitgeprägt“, betonte Schlinker. Ein Rundgang durch Warburg zeige, dass die Werke von Heiner Stiene allgegenwärtig in der Hansestadt seien, machte Schlinker an Beispielen deutlich. „Auch im Büro des Bürgermeisters hängen zwei seiner Werke“, wie Michael Stickeln dazu anmerkte.

Der Künstler Heiner Stiene wurde 1939 in Steinheim geboren und absolvierte dort später eine Ausbildung zum Bildhauer. Nach dem Kunststudium an der Werkkunstschule in Bielefeld und der Kunstakademie in Düsseldorf war er von 1972 bis 2003 als Kunsterzieher am Marianum tätig.

Seit 1999 werden Stienes Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen in der Region und auch überregional gezeigt. Seine Kunstwerke seien „häufig nicht einfach zu verstehen, bedürfen einer Einleitung und Begleitung“, wie Laudator Dr. Heribert Schlinker unterstrich.

60 Jahre künstlerisches Wirken

Eine Retrospektive über mehr als 60 Jahre seines künstlerischen Wirkens war im vergangenen Jahr anlässlich seines 80. Geburtstages im Warburger Museum im „Stern“ zu sehen. Es war zugleich die achte Ausstellung mit Werken des Warburger Künstlers im „Stern“. Stiene, der seit 1982 auch dem Museumsverein angehört, habe mit seinem künstlerischen Schaffen wesentlich dazu beigetragen, dass das Museum über die Grenzen Warburgs hinaus bekannt geworden sei, wie Dr. Schlinker in seiner Laudatio hervorhob.

„Ich bin dankbar und auch ein bisschen stolz, am Ende eines langen beruflichen und ehrenamtlichen Lebens eine solche Auszeichnung erhalten zu haben“, sagte Heiner Stiene, nachdem er den Kulturpreis der Stadt Warburg aus den Händen von Bürgermeister Michael Stickeln entgegen genommen hatte. Der 81-Jährige nutzte die kleine Feierstunde im Saal des Rathauses Zwischen den Städten, um selbst ein wenig auf sein künstlerisches Wirken zurück zu blicken. Dabei ist es schier unmöglich, sein reichhaltiges künstlerisches Schaffen in Gänze zu erfassen, wie Stienes Ausführungen auch deutlich machten. Unzählige Holzskulpturen, Bronzeplastiken und nicht zuletzt Materialcollagen, in denen immer wieder natürliche Materialien wie Baumrinde, Sand und Steine zum Einsatz kommen, prägten sein Wirken. Er sei bemüht gewesen, einen eigenen Stil zu finden, bekannte Stiene. Insbesondere die Materialcollagen lägen ihm sehr am Herzen, wie Stiene betonte.

Keine eigenen Ausstellungen mehr

Er erinnerte während der Preisverleihung an sein Werk „Kreuzweg“, 2004 von ihm geschaffen. „Ich würde mir sehr wünschen, der Kreuzweg würde noch einmal ausgestellt“, sagte Stiene. Zukünftig will der 81-Jährige keine eigenen Ausstellungen mehr organisieren. An Gruppenausstellungen werde er sich aber weiterhin beteiligen.

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