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Abschlussparty des »Museums der Menschheit« im PZ

»Ein strahlendes Licht«

Warburg (WB). Viereinhalb Monate standen die großformatigen Porträtaufnahmen des niederländischen Dokumentarfotografen Ruben Timman in der Warburger Innenstadt unter freiem Himmel. Am Sonntag wurden sie abgebaut. Zum Ende der Ausstellung »Museum der Menschheit« zog Timman im Pädagogischen Zentrum eine Bilanz.

Verena Schäfers-Michels

Fotograf Ruben Timman hatte zur Abschlussveranstaltung des »Museums der Menschheit« seine Werke im PZ ausgestellt. Auf dem rechten Bild ist Youssef zu sehen. Foto: Verena Schäfers-Michels

»So stelle ich mir das vor, das Museum der Menschheit. Wir essen gemeinsam, feiern und tanzen«, freute sich Ruben Timman am Samstagabend bei der Party zum Ausstellungsende, zu der nicht nur sein »Dreamteam« – die Organisationsgruppe – sondern gut 100 Freunde und Interessierte der Ausstellung gekommen waren. 20 Freunde Timmans waren in den vergangenen Tagen noch eigens aus den Niederlanden nach Warburg gekommen, um dabei zu sein.

Fotos noch einmal auf Großbildleinwand

Noch einmal begegneten die Besucher den wechselnden Gesichtern im Museum der Menschheit auf Großleinwand. Darunter auch dem ein oder anderen mehr oder weniger bekannten Antlitz, denn der Fotograf hatte in den vergangenen Monaten auch immer wieder Warburger abgelichtet, die sich nun in seine Sammlung einreihen.

Anstoß für das Projekt war wie mehrfach berichtet 2001 ein Traum Ruben Timmans, indem er an der Seite von Kofi Annan durch das »Museum der Menschheit« wandert und dieses während seines Besuches zerfällt, ohne dass jemand daran Anstoß nimmt. Es gäbe viele traurige Geschichten, so Timman. Vor wenigen Tagen der Anschlag in Halle, unser verfallender Planet und viel Dunkelheit um uns herum. Das lasse einen den Mut verlieren. Erstaunliche Worte aus dem Mund eines Mannes, der so eine positive und fröhliche Ausstrahlung hat.

»Jeder Mensch ist ein Meisterwerk«

In den vergangenen 18 Jahren habe er immer wieder gedacht: »Ich mache dieses Projekt nicht weiter.« Doch nach vielen Hochs und Tiefs, die er ausgehalten habe, kam für ihn kurz vor Weihnachten 2017 ein Höhepunkt, als er Gez Asufi-Agyei kennenlernte, der einen Brief zu Kofi Annan brachte. Eine schöne Freundschaft entstand und damit auch die Verbindung nach Warburg, denn Asufi-Agyeis Frau Edith Honsel stammt aus der Hansestadt. Sie übersetzte auch für Timman aus dem Niederländischen ins Deutsche.

»Ich sehe Licht und einen Funken der Helligkeit in Warburg«, sagte Timman. »Jeder Mensch ist ein Meisterwerk und zusammen sind wir ein großes, strahlendes Licht.« Zudem bedankte er sich bei den Warburgern, weil sie seinen Traum weitergebracht und ihm Vertrauen gezeigt hätten, was ein großes Risiko gewesen sei.

Flüchtlinge machen Musik

Abschließend forderte er dazu auf, die Menschheit zu feiern, was tosenden Applaus auslöste. Die positive Stimmung im Pädagogischen Zentrum war deutlich spürbar. Zahlreiche Menschen hatten Speisen – süß, deftig und exotisch – für ein reichhaltiges Buffet gespendet, durch das sich die Besucher interessiert hindurchkosteten. Die Salonmusik aus Kassel, eine Musikgruppe, die aus jungen Flüchtlingen besteht, musizierte, bevor zum Tanz bis zum Ende der Nacht aufgelegt wurde.

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