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Museum im „Stern“: Eheleute Wasmuth zeigen Ausstellung

Einblick in die Welt der Eisenbahn

Warburg

Unter dem Titel „Warburger Welt der Eisenbahn“ zeigt das Museum im „Stern“ ab Sonntag, 15. Mai, eine neue Sonderausstellung. Rechtsanwalt Dr. Johannes Wasmuth, der aus Warburg stammt, präsentiert mit seinem Mann Todor Barganov-Wasmuth eindrucksvolle Fotos und Texte.

Von Daniel Lüns

Die neue Ausstellung haben (von links) Todor Barganov-Wasmuth und Dr. Johannes Wasmuth vorbereitet. Mechthild Cramme, Vorsitzende des Museumsvereins, freut sich auf die Eröffnung. Foto: Daniel Lüns

Die Ausstellung spannt den Bogen einer 180-jährigen Eisenbahngeschichte im Warburger Land, die im Jahr 1841 mit einem Vertrag von fünf deutschen Staaten über den Bau einer Eisenbahn von Halle an der Saale nach Lippstadt begann.

Verliebt in die Eisenbahn hatte sich der Rechtsanwalt schon als Kind. „Wir haben am Volkmarser Weg gewohnt. Von dort fuhr immer die Eisenbahn durch Warburg.“ Vor allem die imposanten Dampfloks hatten es dem Steppke angetan. „Immer wenn ein Zug kam, stand ich auf und habe geguckt. Auch frühmorgens.“

Buch über Eisenbahn

Zurzeit arbeitet Dr. Johannes Wasmuth an einem Buch über die Eisenbahn. Es heißt „Warburger Welt der Eisenbahn – im Spiegel von Geschichte, Politik und Kultur“. Die Veröffentlichung ist bis zum Sommer geplant. Auf mehr als 300 Seiten soll das Buch auch mehr als 600 Bilder beinhalten.

Die Ausstellung im Museum im „Stern“ zeigt Auszüge dieses Buches – und soll Appetit auf das Werk machen. Die Gestaltung der Präsentationswände übernahm Wasmuths Mann, Todor Barganov-Wasmuth.

Die beiden wollen unter anderem vermitteln, dass Warburg in Eisenbahnkreisen schon immer besonders war.

Straßenbahn für Warburg

„Heute mag es scheinen, dass die Warburg berührenden Eisenbahnlinien einem einheitlichen Plan entsprachen. Dem war keineswegs so. Dies lag nicht zuletzt an der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestehenden Grenzlage der Stadt, die damals zum Königreich Preußen und dort zur Provinz Westfalen gehörte“, schildert Wasmuth.

Im Osten habe Warburg sie unmittelbar an das Kurfürstentum Hessen gegrenzt, mit seiner Hauptstadt Kassel. Nur wenige Kilometer südwestlich habe sich zudem das kleine Fürstentum Waldeck-Pyrmont erstreckt. Schon deshalb weise der Eisenbahnbau in Warburg Besonderheiten auf, zumal daran diverse Eisenbahngesellschaften beteiligt gewesen seien.

Das habe auch für das ein oder andere Kuriosum gesorgt. So habe etwa der damalige Bürgermeister von Warburg noch vor dem ersten Weltkrieg in der Hansestadt eine Straßenbahn bauen wollen. Auch hängt es mit der Eisenbahn rund um Warburg zusammen, dass die Niederlande heute noch ein Königshaus haben, erklärt Dr. Johannes Wasmuth, der mittlerweile in München tätig ist.

Auch dunkle Kapitel

Weitere spannende und auch dunkle Kapitel werden beleuchtet: Das NS-Regime etwa missbrauchte die Bahn für die Deportation jüdischer Warburger Mitbürger. Die Teilung Deutschlands bedingte Interzonenzüge, die auch in Warburg hielten. Ein Warburger zog zudem aus und gründete einen Künstlerbahnhof in Rolandseck, südlich von Bonn.

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 15. Mai, um 11 Uhr im Gottfried-Beyer-Saal des Museums. Soziologin Dr. Ingeborg Philipper spricht mit Dr. Johannes Wasmuth über Begebenheiten der Eisenbahngeschichte.

Die musikalische Einführung übernimmt Prof. Dr. Andreas Ferbert (Cello). Wasmuth wird auch selbst Klavier spielen. Zu besichtigen ist die Ausstellung bis einschließlich 26. Juni dienstags bis sonntags, 14.30 bis 17 Uhr. Es gilt die 3G-Regel und eine Maskenpflicht.

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