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Sanitätshaus-Gründer Georg Seidel erhält Goldenen Meisterbrief

Eine Auszeichnung für sein Lebenswerk

Warburg

Der Gründer des Warburger Sanitätshauses Seidel, Georg Seidel, hat am gestrigen Donnerstag die bisher höchste Auszeichnung seiner Karriere erhalten. Auf den Tag genau 50 Jahre, nachdem Georg Seidel seine Meisterprüfung in Münster erfolgreich ablegte, wurde ihm nun der Goldene Meisterbrief verliehen. Es ist die Ehrung für sein Lebenswerk.

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Jubilar Georg Seidel Foto:

Georg Seidel wurde 1940 im niederschlesischen Heinzendorf geboren. Dieser Ort liegt im ehemaligen Glatzer Land, welches von den Preußen übernommen wurde. Durch den Zweiten Weltkrieg mussten Seidel und seine Familie fliehen. Aufgrund der schlechten hygienischen Verhältnisse, die der Krieg mit sich brachte, erkrankte Seidel im Alter von acht Jahren an Kinderlähmung, die zu jener Zeit noch sehr häufig war.

Im Alter von 16 Jahren bekam er eine Lehrstelle in der Josefsklinik in Erwitte. Die Ausbildung schloss er 1959 in Bigge-Olsberg ab. In Dortmund legte er seine Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer erfolgreich ab. Durch seine Kinderlähmung kam für Georg Seidel nur ein Beruf in die engere Auswahl: der Beruf des Orthopädietechnikers. „Da kann ich mir meine Schienen selber bauen“, antwortete Seidel damals auf die Frage nach dem Warum.

Noch bis 1961 blieb Seidel in Bigge-Olsberg und arbeitete in der Orthopädischen Klinik, bevor es ihn in den Kreis Höxter zog: Bis 1962 arbeitete er im Höxteraner Sanitätshaus Röser, bevor es ihn in das Ruhrgebiet verschlug, weil dort ein Großteil seiner Familie lebte.

Von 1962 bis 1969 war Georg Seidel fest angestellt im Sanitätshaus Hans Winkler am Dortmunder Westenhellweg. Dort pflegte er ein sehr gutes Arbeitsverhältnis mit dem damaligen Chef des Sanitätshauses. Man hatte ihm sogar angeboten, den Betrieb zu übernehmen, was er aber ausschlug, um später in Warburg Fuß zu fassen.

Seidel bereitete sich zwischen Ende 1969 und 1971 in Bigge-Olsberg auf die Meisterprüfung vor, die er am 18. Februar 1971 bestand. Bis Ende 1972 blieb Seidel noch in Bigge-Olsberg, bevor er zur Firma Winkler zurückkehrte, bei der er bis 1974 angestellt war.

Erstmalig arbeitete Seidel danach in Warburg, wo er von 1974 bis März 1978 im Sanitätshaus Büngler angestellt war. Er wollte zwischenzeitlich auch den Betrieb übernehmen. Da ihm aber vom damaligen Besitzer ein schlechtes Angebot gemacht worden sei, sodass sogar die Innung ihm davon abgeraten habe, entschloss sich Seidel dazu, im April 1978 ein eigenes Sanitätshaus zu gründen.

Das Sanitätshaus Georg Seidel, der Fachbetrieb für Orthopädie in der Hauptstraße 9 in Warburg, ist bis heute der Hauptsitz aller Standorte des Unternehmens. Mit einer Ladenfläche von 25 Quadratmetern (1983 folgte die Erweiterung auf 100 Quadratmeter) und einer Werkstatt von 130 Quadratmetern sei das „Abenteuer“ seinerzeit losgegangen. „Heute haben wir immer noch eine Ladenfläche von 100 Quadratmetern und eine Werkstatt von 160 Quadratmetern“, berichtet Georg Seidel.

Die 1990er-Jahre fingen für Georg Seidel damit an, dass er am 12. Februar 1990 ein zweites Geschäft, die Bonefeld & Seidel GmbH in Beverungen, gründete und somit sein Firmenportfolio auf zwei Geschäfte ausdehnte.

Von Dezember 1993 bis März 2010 war Seidel zudem Beisitzer im Innungsvorstand, Bezirk Detmold. Das Sanitätshaus Seidel, das ab August 2006 auch offiziell so hieß, eröffnete dann zwei weitere Standorte – ein neues Sanitätshaus in Hofgeismar in der Marktstraße 5 (2001) und einen Reha-Laden. 2006 firmierte die Firma zur Sanitätshaus Seidel GmbH um, was für den Beverungener Standort einen Umzug in die Weserstraße 8 bedeutete, wo sich die Dependance bis heute befindet. Der Reha-Bereich am Großenederer Weg in Warburg öffnete 2015.

„Das größte Geschenk, was man mir in unserem Handwerk machen kann, ist dieser Goldene Meisterbrief“, sagt Georg Seidel, der auch heute noch aktiv in der Werkstatt und am Kunden arbeitet.

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