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Bildungsort Hardehausen: neue Heizzentrale, neues Gästehaus und neue Großküche

Erzbistum investiert 28 Millionen Euro

Warburg/Paderborn (WB). Das Erzbistum Paderborn investiert insgesamt 28 Millionen Euro, um den „Standort“ Warburg-Hardehausen fit für die Zukunft zu machen. In Hardehausen, wo mit dem Jugendhaus und der Landvolkshochschule gleich zwei Bildungseinrichtungen des Erzbistums zu Hause sind, wird in den kommenden Jahren tüchtig gebaut: Im ehemaligen Zisterzienserkloster entstehen ein neues Gästehaus für die Landvolkshochschule und eine Küche für beide Einrichtungen. Außerdem wird mit Holzhackschnitzelanlage und Blockheizkraftwerk auf regenerative Energieversorgung gesetzt.

Ralf Benner

2018 besuchten etwa 16.000 Gäste das Jugendhaus (Foto) und 8350 Kursteilnehmer die Landvolkshochschule – dahinter stehen insgesamt 53.000 Übernachtungen. Nun sind ein neues Gästehaus und eine neue Küche geplant. Foto:

2018 besuchten etwa 16.000 Gäste das Jugendhaus und 8350 Kursteilnehmer die Landvolkshochschule – dahinter stehen insgesamt 53.000 Übernachtungen. „Diese Zahlen, vor allem aber die über 1000-jährige kirchliche Geschichte machen unsere besondere Verantwortung für dieses Gelände deutlich. Mit den geplanten Baumaßnahmen nehmen wir diese Verantwortung wahr“, sagt Prälat Thomas Dornseifer, Leiter des Bereichs Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat.

Für ein neues Gästehaus und eine neue Küche gebe es viele gute Gründe: „Das jetzige Bettenhaus hat schwere energetische Defizite, und die Fassade ist grundlegend sanierungsbedürftig“, erläutert Monsignore Uwe Wischkony, Direktor der Landvolkshochschule. Die Gästezimmer entsprächen im jetzigen Zustand bei weitem nicht mehr den Bedürfnissen der Gäste und den heutigen Anforderungen an Größe und Ausstattung.

Bauliche Einschränkungen

Die derzeitige Großküche zur Verpflegung der Gäste beider Häuser im Erdgeschoss des Haupthauses habe bauliche Einschränkungen. Demnach mussten in den vergangenen Jahren Provisorien für Spülküche, Lagerflächen und Kühlzellen an das Gebäude angebaut werden, um den Betrieb der Küche überhaupt zu ermöglichen.

Die Abläufe der Speisenzubereitung und -ausgabe seien kompliziert und die Wege für das Küchen- und Servicepersonal lang. Die Maximalbelegung beider Einrichtungen werde durch die Beschränkungen der Speisesaalkapazitäten eingeschränkt.

Nun sei es an der Zeit, bauliche Maßnahmen umzusetzen. „Wir haben Sanierungsmaßnahmen im derzeitigen Bestand im Hinblick auf die jetzt geplante Baumaßnahme bewusst zurückgehalten, um insgesamt möglichst weitsichtig und kostenverträglich zu agieren“, erläutert Alexandra Gedzar aus dem Team Baufinanzierung im Erzbischöflichen Generalvikariat.

Neubau mit Gästezimmern und Küche

Im Zuge der Baumaßnahme soll das bisherige Bettenhaus der Landvolkshochschule Hardehausen abgebrochen werden. An seiner Stelle entsteht ein Neubau, in dem die neuen Gästezimmer und ein neuer Küchenbereich mit Speisesaal Platz finden. Der Neubau für dann 94 Betten wird zur Kirche als Quadrum in Anlehnung an den bestehenden Kreuzgang erweitert.

An den Kreuzgang angrenzend wird der Neubau zweistöckig, im Anschluss an das Abtshaus dreistöckig ausgeführt. Es wird einen zentralen Eingang für beide Einrichtungen mit einem gemeinsamen Empfang geben.

„Bei der Planung war zu beachten, dass sowohl das Hauptgebäude des ehemaligen Klosters als auch die weiteren Gebäude auf dem Gelände unter Denkmalschutz stehen – bis auf das Bettenhaus der Landvolkshochschule“, macht Daniel Schröter aus dem Bereich Bauen im Generalvikariat deutlich.

Gemeinsames Übergangskonzept erarbeitet

Der Betrieb der Landvolkshochschule soll während der Bauphase in der jetzigen Form nicht möglich sein. „Wir haben für die Zeit der Schließung während der Bauphase gemeinsam mit der Leitung des Jugendhauses ein Übergangskonzept erarbeitet“, zeigt sich Monsignore Uwe Wischkony trotz zu erwartender Einschränkungen zuversichtlich.

Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder, Direktor des Jugendhauses, ergänzt: „Wir versuchen je nach Möglichkeit, Gruppen der Landvolkshochschule im Jugendhaus unterbringen zu können. Beide Bildungshäuser profitieren von dieser Maßnahme. Deshalb werden alle Mitarbeitenden für diesen Übergang wie sonst auch gut zusammenarbeiten.“

Voraussichtlicher Baubeginn ist Ende 2022/Anfang 2023. Als Bauzeit werden zwei Jahre veranschlagt, so dass das neue Ensemble zum Jahreswechsel 2024/25 fertig sein dürfte. Es wird mit Kosten von rund 25 Millionen Euro kalkuliert. „Wir sind gespannt auf die Erweiterung des Gesamtensembles. Der ohnehin schon besondere Charakter von Hardehausen als Bildungsort wird durch diese Maßnahme zusätzlich aufgewertet“, erklärt Prälat Thomas Dornseifer.

Umstieg auf regenerative Energieversorgung

Grundlage für die Baumaßnahme wird eine weitere Maßnahme sein, mit der die Energieversorgung in allen Gebäuden des Standortes neu aufstellt werden soll. In den vergangenen zwei Jahren sei für Hardehausen ein integriertes energetisches Quartierskonzept erarbeitet worden: Darin wurden Optimierungsmöglichkeiten der Energiebilanz für alle Gebäude des Standorts aufgezeigt – woraufhin die Entscheidung fiel, zukünftig auf einen regenerativen Energieträger zu setzen. Im Ergebnis sollen so für den Gesamtkomplex deutliche Energieeinsparungen und eine Reduzierung von Treibhausgasen möglich sein.

Den Angaben des Erzbistums zufolge wird ein zentrales Heizwerk innerhalb der Umfassungsmauer im südöstlichen Teil des Geländes errichtet, welches die alten dezentralen Ölheizungen ersetzt. Eine Holzhackschnitzelanlage soll alle Gebäude über eine Nahwärmeleitung mit Heizwärme versorgen.

Ein zusätzliches Pyrolyse-Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaikanlage (85 kWp) dienten der Eigenstromversorgung des Geländes. Diese Art der regenerativen Energieversorgung werde in das pädagogische Konzept eingebunden. Die Maßnahme, die voraussichtlich zum Jahresbeginn 2021 umgesetzt wird, soll weitere drei Millionen Euro kosten.

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