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Alle Feuerwehreinheiten Warburgs üben erstmals zusammen

Es geht nur noch gemeinsam

Warburg (WB). Als am vergangenen Samstagmittag die Sirenen wegen der monatlichen Funktionsprüfung heulen, ist bereits Halbzeit bei der ersten gemeinsamen Übung aller Löschzüge und Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet Warburg. 140 Feuerwehrfrauen und -männer, eingeteilt in 16 Einheiten, probten in Warburg und Scherfede für vier verschiedene Einsatzszenarien.

Astrid E. Hoffmann

Aus dem verqualmten Gebäude haben die Feuerwehrleute, die unter Atemschutz vorgegangen sind, ein Kind geborgen. Es ist bewusstlos und muss nach der Rettung reanimiert werden. Die Puppen bei der Übung hatten Lebendgewicht. Foto: Astrid E. Hoffmann

Für die Hansestadt war dies eine Premiere: Eine gemeinsame Einsatzübung aller örtlichen Feuerwehren der Stadt hatte es so noch nicht gegeben. »Die Übung dient dazu, die Kommunikationswege zu testen, die Koordination zu üben und den Leistungsstand aller Ortsgruppen auf ein einheitliches Level zu bekommen«, erklärte der stellvertretende Wehrführer,  Jürgen Rabbe.

Bereits jetzt würden bei einem Tageinsatz mindestens zwei Einheiten informiert, um genug Personal zusammenzubekommen. Seit Juni werde dazu eine neue Software benutzt. Dieses System prüfe automatisch die Tagesverfügbarkeit bei den verschiedenen Löschgruppen und alarmiere dann – je nach Bedarf – die Feuerwehrleutein den betreffenden Orten.

immer öfter wird gemischt gearbeit

»Es müssen immer öfter mehrere Einheiten zusammenarbeiten«, sagt der Ossendorfer Jürgen Rabbe. Bei großen Einsätzen sei dies zwar schon immer so gewesen, doch habe jede Gruppe einen eigenen Teil der Arbeit erledigt. »Heute wird praktisch gemischt gearbeitet. Deshalb ist es einfach nötig, gemeinsame Übungen durchzuführen«, so Rabbe. Üblich sei es inzwischen auch, dass die Feuerwehrfrau oder der Feuerwehrmann am Ort seiner Arbeitsstelle ausrückt. »Wenn ein Warburger in Scherfede arbeitet und es dort brennt, dann fährt er mit den Kollegen direkt vor Ort zum Einsatz«, verdeutlicht Rabbe.

Der große Übungstag fand auf dem Gelände der Firma Brauns-Heitmann in Warburg und bei der Firma Lödige in Scherfede statt. Bereitstellungsräume waren das Warburger Cineplex und das Kornhaus in Rimbeck. Von dort wurden die Einsätze gefahren. Geübt wurden die Einsätze bei einem Verkehrsunfall, bei einem Brand, einem ABC-Unfall und dem Auslösen einer Brandmeldeanlage.

Wichtige Erfahrungen gesammelt

Am späten Nachmittag trafen sich alle Teilnehmer auf der Feuerwache am Florianweg, um sich bei Speisen und Getränken über den Tag auszutauschen. »Alles in allem lief es gut. Alle Teilnehmer haben wichtige Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit anderen Kameraden gemacht«, zog Jürgen Rabbe ein positives Fazit. Auf jedem Fall wird daran gearbeitet, auch im nächsten Jahr einen solchen Tag durchzuführen. »Wir müssen alles genau analysieren, dann können wir auf Einzelheiten noch besser eingehen«, sagte Rabbe.

Derzeit hat die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr des Stadtgebietes Warburg 350 Mitglieder dazu kommen 40 Jugendliche in den Jugendfeuerwehren. Das Gebiet umfasst 17 Ortschaften mit etwa 24 500 Einwohnern. In Warburg und Scherfede sind Löschzüge stationiert, dazu kommen 13 Löschgruppen aus den Dörfern. 2016 rückten die Wehren zu 220 Einsätzen aus, 2017 waren es bis jetzt 154.

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