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Matratzenhersteller investiert 800.000 Euro in die Produktion von medizinischem Mund- und Nasenschutz

FFP2-Masken made in Scherfede

Warburg-Scherfede...

In diesen Tagen hat die Scherfeder Firma Diemela-med mit der Produktion von zertifizierten FFP2-Masken begonnen. Die Tochtergesellschaft des Unternehmens Bönning + Sommer (85 Beschäftigte), das seit 1984 an der Bernhardusstraße ansässig ist und dort eigentlich Matratzen herstellt, produziert jetzt medizinische Masken, also FFP2- und OP-Masken.

Ralf Benner

Martin Sommer, einer der beiden Inhaber der Scherfeder Firma Diemela-med, vor der Fertigungslinie für zertifizierte FFP2-Masken. Foto: Ralf Benner

„Wir wollen damit unseren Beitrag zur Überwindung der Corona-Pandemie leisten und die Region unterstützen“, sagen die Inhaber der Firma, die Brüder Tobias und Martin Sommer. In den vergangenen Monaten haben sie seit April 2020 zwei Fertigungslinien aufgebaut, eine für FFP2-Masken, die andere für OP-Masken. 800.000 Euro investierten Tobias und Martin Sommer in dieses Vorhaben. Sie suchten und fanden dafür auch Investoren. „Ohne die hätten wir ein solches Projekt nicht allein stemmen können“, berichtet Tobias Sommer, Schwiegersohn des ehemaligen Paderborner CDU-Bundestagsabgeordneten Karl-Heinz Wange.

„Den Zugang zum Markt und zu den Rohstoffen hatten wir bereits, es fehlten uns zur Umsetzung nur die Maschinen“, erläutert Tobias Sommer. Ein medizinischer Sicherheitsberater half beim Aufbau der Produktion, Maschinenbau „Made in Germany“ lieferte die Anlagen und das entsprechende technische Know-how.

Anfang September konnte die Fertigungslinie für OP-Masken ihren Betrieb aufnehmen, Ende Dezember erfolgte dann die Zertifizierung der FFP2-Masken. Seit einigen Tagen werden diese nun ebenfalls in Scherfede produziert. Abnehmer sind unter anderem Krankenhäuser, Apotheken, Städte und Gemeinden in der Region.

Das Timing passt. Da Alltagsmasken nun nicht mehr ausreichen und medizinische Masken im öffentlichen Personennahverkehr und in Geschäften vorgeschrieben sind, werden OP- und FFP2-Masken verstärkt nachgefragt. „Innerhalb von nur drei Tagen konnten wir Aufträge für die Produktion von rund zwei Millionen Masken an Land ziehen“, freut sich Tobias Sommer über einen geglückten Start.

Gearbeitet wird in dem Unternehmen aktuell in zwei Schichten (jeweils acht Stunden), in der kommenden Woche soll auf einen Drei-Schicht-Betrieb umgestellt werden. „Pro Schicht können wir derzeit 20.000 bis 25.000 FFP2-Masken herstellen“, berichtet Martin Sommer. In der Produktionsanlage wird der Vliesstoff, darunter auch ein spezielles Filtervlies für das Innenleben der Maske, vierlagig verschweißt, mit Bändern und Nasendraht verbunden, mit einem erforderlichen Nachweis-Stempel versehen und schließlich ausgeschnitten, bevor die Masken dann von Mitarbeitern verpackt werden.

„Preislich können wir mit den Chinesen nicht ganz mithalten, dafür ist der Rohstoff noch zu teuer“, berichtet Martin Sommer. „Dafür ist der Tragekomfort unserer Masken aber viel besser, wurde uns von Kunden berichtet“, sagt er.

Wenn die Pandemie irgendwann vorbei ist, soll die Produktion von medizinischen Masken in Scherfede beibehalten werden. „Dafür haben wir zu viel investiert, wir wollten es gleich richtig machen – und langfristig“, sagen die beiden Inhaber.

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