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Maria Vollmer tritt am 25. und 26. Januar im Kulturforum auf

„Gemeinsam Lachen hat was Therapeutisches“

Warburg (WB). Mit ihrem neuen Solo-Programm „Tantra, Tupper & Tequila“ ist Kabarettistin Maria Vollmer am Samstag, 25. Januar, 20 Uhr, und Sonntag, 26. Januar, 17 Uhr, im Kulturforum Warburg in der Altstadt zu Gast. Im Vorfeld ihres Auftritts sprach sie mit Redakteurin Alice Koch über wilde Mischungen, Inspirationen und Männer in der Midlife-Crisis.

Kabarettistin Maria Vollmer ist am Samstag und Sonntag, 25. und 26. Januar, in Warburg zu Gast. Foto:

Ihr neues Programm heißt „Tantra, Tupper & Tequila“. Was verbirgt sich hinter dieser wilden Mischung?

Vollmer: Oh, wilde Mischung, das passt schon mal ganz gut! Tantra steht für: Sex ab 50 – geht da noch was? Tupper ist für mich der Inbegriff von Ordnung, dem Drang, sein Leben irgendwie noch in den Griff zu bekommen. Und im fortschreitenden Alter reicht nicht mehr nur Prosecco, da müssen schon mal härtere Sachen her. Eben Tequila.

Nach „Sünde, Sekt & Sahneschnittchen“ und „Push-up, Pillen & Prosecco“ jetzt „Tantra, Tupper & Tequila“. Ist das mehr Lebenseinstellung oder die Liebe zu Alliterationen?

Vollmer: Beides, würd’ ich sagen. Die Alliteration ist fast schon ein Erkennungszeichen geworden. Ich hatte auch überlegt, für das neue Programm einen ganz anderen Titel zu wählen, bin aber doch zu der Wiederholung der Anfangsbuchstaben zurückgekehrt, weil es mir einfach gut gefällt.

Woher nehmen Sie die Inspirationen für Ihre Programme?

Vollmer: Das Tolle ist, dass ich die Themen nehmen kann, die mich und mein direktes Umfeld beschäftigen. Da ich in einer Reihenhaussiedlung wohne, brauche ich nur bei den Nachbarn über den Gartenzaun zu schauen. Auch einen Mann in den Fünfzigern zu haben, reicht als Inspiration für mindestens drei Kabarettprogramme! In diesen Alltagssituationen erkennen sich die Zuschauer wieder. Über sich selbst lachen zu können, befreit ungemein!

Was ist schlimmer: zwei pubertierende Teenager oder ein midlife-kriselnder Ehemann?

Vollmer: Oh, das ist schwer zu sagen. Da mein Mann dieses Interview womöglich lesen wird, sage ich mal: die Kombination macht es, das Aufeinandertreffen der verschiedenen Seinszustände. Und wenn ich dann mit meinen Wechseljahren noch dazukomme, dann haben wir alle richtig Spaß!

Sie haben zu Ihrem 50. Geburtstag einen Tantra-Gutschein bekommen. Haben Sie ihn schon eingelöst?

Vollmer: Ganz ehrlich? Der liegt noch auf meinem Schreibtisch, im Ablagefach „bearbeiten“.

Sie fragen sich beim Blick in die Zeitung, ob man in einer Welt, die gerade aus den Fugen gerät, noch unbeschwert genießen, tanzen und Tequila trinken darf. Lesen Sie regelmäßig Zeitung?

Vollmer: Wir haben den Kölner Stadtanzeiger abonniert. Ich mag es einfach, eine dreidimensionale Zeitung in der Hand zu haben. Online lese ich natürlich auch alles mögliche. Angesichts der vielen schrecklichen Nachrichten, die täglich auf einen einprasseln, kann man schon verzweifeln. Umso mehr habe ich das Bedürfnis, mit meinen Auftritten Freude in die Welt zu bringen. Es ist niemandem geholfen, wenn wir nur Trübsal blasen. Wichtig ist allerdings schon, selbst auch etwas zu tun, damit das Leben für uns alle lebenswert ist und bleibt.

Sie haben eine fundierte Ausbildung als Tänzerin genossen. Wie kam es, dass Sie sich trotzdem der Comedy-Sparte zugewandt haben?

Vollmer: Das Tanzen hat mir großen Spaß gemacht, aber nach zehn Jahren Bühnentanz hatte ich das Gefühl, nochmal etwas Neues anfangen zu wollen. Die Themen, die mich bewegen, humorvoll und mit Sprache auf die Bühne zu bringen. Tanz ist da ja oft sehr abstrakt! Daraus ist dann Comedy beziehungsweise Kabarett entstanden.

Welchen Beruf haben sich Ihre Eltern für Sie vorgestellt?

Vollmer: Mein Vater war schon sehr irritiert, als ich auf eine Musicalschule und dann noch auf eine Tanzakademie gehen wollte. Er dachte, das wächst sich aus. Hat es aber nicht (lacht). Er hätte gerne gehabt, dass ich Jura studiere.

Mit welchem bekannten Kabarettisten oder Kabarettistin würden Sie gerne mal gemeinsam auftreten?

Vollmer: Ich bin mit Gerburg Jahnke aufgetreten. Das hat mir sehr gefallen. Das würde ich auch immer wieder gerne tun. Frauen auf und hinter der Bühne, das versprüht einfach eine ganz besondere Atmosphäre.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Vollmer: Ich denke, auf der Bühne. Rente bekomme ich dann ja noch keine! Es macht Spaß, unterwegs zu sein, gemeinsam zu lachen. Das hat auch etwas Therapeutisches! Jetzt freue ich mich auf Warburg, denn da habe ich das Publikum immer als sehr aufgeschlossen und lachfreudig erlebt.

  • Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf bei Bücher Podszun, Messina Wein und Genuss, Lena Volmert, Telefon 05641/8983, oder im Internet unter www.kufo-warburg.de. 
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