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Germeter Berthold und Benjamin Henze betreiben Fachhandel für japanische Edelfische 

Gesellige Kois im Gartenteich

Diemeltal Koi heißt der Fachhandel, den Berthold und Benjamin Henze aus Germete jetzt im Luftkurort eröffnet haben. Vater und Sohn verkaufen in der Straße Am Brunnen 250 unterschiedliche japanische Edelfische – mit und ohne Schuppen.

Tanja Sauerland

So hungrig und vor allem zahm können die Kois sein: Berthold Henze füttert die japanischen Fische in seinem Teich. Für den Betrieb eines Koi-Fachhandels im Luftkurort Germete hat Henze kürzlich extra eine Prüfung abgelegt. Foto: Tanja Sauerland

 Die Tiere, die eine japanische Zuchtform des Karpfens sind, stammen von namhaften Züchtern wie Marusani, Sakamaki oder Aoki. Und sie leben derzeit in zwei riesigen Gartenteichen sowie in fünf selbst konstruierten Hochbecken aus Holz. Zu bestaunen sind darin beispielsweise rotweiße Kohaku, weiße Sanke, die rot- und schwarzbefleckt sind, gelbraue Chagoi sowie rotweiße, metallisch glänzende Kikusui.

 »Kois unterscheiden sich in ihren Arten, den so genannten Varietäten«, erklärt Berthold Henze. Und er betont: »Unsere Fische sind allesamt zertifiziert.« Das heißt: »Sie sind auf die Koi-Krankheit Nummer eins, das Herpes-Virus, untersucht worden. Denn gerade dieses Virus überträgt und verbreitet sich rasend schnell. Es kann innerhalb von kürzester Zeit sämtliche Fische im Gartenteich komplett vernichten.«

 Koi-Halter sollten ihre Tiere und vor allem deren Verhaltensauffälligkeiten stets gut im Auge behalten, meint er: »Parasiten, die in jedem Gartenteich vorkommen, können die Fische enorm schwächen. Besonders im Frühjahr sind Kois sehr empfindlich. Weil sie den ganzen Winter über nichts gefressen haben, ist ihr Immunsystem stark geschwächt.« Da es sich bei Kois um sehr gesellige Tiere handelt, sollten sie nach den Angaben des Experten in Schwärmen gehalten werden. Henze: »Die Größe des Schwarms richtet sich nach der Größe des Gewässers.« Er empfiehlt einen Raum von mindestens ein bis drei Kubikmetern pro Fisch. Der Teich sollte nicht der prallen Sonne ausgesetzt, aber auch nicht komplett von ihr abgeschottet sein. Das Wasser muss regelmäßig auf den pH-Wert und den Gehalt von Sauerstoff, Nitrit, Nitrat, Kupfer, Ammonium und Ammoniak getestet werden.

 Zudem sollte das Gewässer eine Mindesttiefe von 1,30 Metern haben, da die Kois in dieser Tiefe ihre Winterruhe halten. Auch die Nahrung spielt eine wichtige Rolle im Leben der japanischen Edelfische. »Sie muss reich an Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten sein«, weiß Berthold Henze. Er hält seit mittlerweile 30 Jahren Kois in seinem Garten. »Ich mag ihre wunderschöne Farbgebung. Außerdem werden sie mitunter so zahm wie Delfine und lassen sich sogar von Hand füttern«, schwärmt der 47-jährige Kraftfahrzeugmechaniker, der hauptberuflich im Autohaus Jacobi in Warburg beschäftigt ist.

 Sohn Benjamin arbeitet tagsüber als Werkzeugmeister bei Benteler, nach Feierabend besucht er die Abendschule in Kassel. Er will Maschinenbautechniker werden. Mit ihrem Koi-Handel haben Vater und Sohn ihr Hobby zum Nebenberuf gemacht. Und überhaupt hat die Familie Henze aus Germete ein Herz für Tiere. Denn neben den vielen Kois leben auch 60 Wellen-, Nymphen- und Penantsittiche, 30 Hähne und Hühner sowie drei Katzen bei ihnen zu Hause.

 Zu erreichen sind Berthold und Benjamin Henze unterv05641/742235 oder 0151/24008224. Informationen gibt es auch im Internet, und zwar unter www.diemeltal-koi.de

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