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Mandowar tritt im Warburger Autokino auf und rockt das Industriegebiet

Griechischer Wein für die Krieger

Warburg (WB/vsm). Endlich wieder auf der Bühne! Nach drei Monaten Bühnenabstinenz ist die Country-Folk-Metall-Band Mandowar im Autokino in Warburg aufgetreten – und rockte gleich das Industriegebiet.

Sänger Nailz Hofmann (vorn) animiert das Publikum, lauter zu singen. Mit Neuling Linus Ansky (hinten, von links) und Bassist Joe Schulz rockt er das Industriegebiet. Foto: Verena Schäfers-Michels

Eingefleischte Fans

Das große Publikum sind die Musiker von Mandowar gewohnt, haben sie schließlich schon vor Tausenden Menschen in Wacken gespielt. Am Samstag konnten sie dagegen ein Kammerkonzert vor eingefleischten Fans geben. Nur die Besetzung zweier von 15 anwesenden Autos erlebte zum ersten Mal den Auftritt der Cowboys aus Wetzlar.

Mandowar selbst war einfach nur glücklich, dem Publikum wieder gegenüberstehen zu können. „Es ist so schön, wieder auf der Bühne zu stehen“, rief Sänger und Gitarrist Nailz Hofmann den Fans zu. „Wir haben viele Ausfälle gehabt und werden noch einige haben. Aber jetzt wird gehupt!“ Und dann ging es auch schon los mit den „Gods of Folk“.

Corona stoppt Tournee

Mandowar haben sich 2010 in Wetzlar gegründet. Sie feierten Anfang des Jahres ihr zehnjähriges Bestehen, bevor die Corona-Krise die Tournee unterbrach. Mit ihren neu aufgelegten Rock- und Metallklassikern im Country-Sound haben sie sich eine große Fangemeinde aller Altersklassen aufgebaut, was sich auch in Warburg widerspiegelte. Dort waren auch Eltern mit ihren Kindern zu finden – was Sänger Nailz dazu zwang, sich so manch schlüpfrigen Spruch über Autos und Hupen zu verkneifen.

Gelächter und Gekicher erklang von der ersten bis zur letzten Minute der Show aus den geöffneten Fenstern der parkenden Wagen. So manches Mal wurde mehr geklatscht als gehupt, da aufgrund der kleinen Runde die Autos recht nah an der Bühne parken konnten. Eine äußerst familiäre Stimmung untereinander, wie auch die Korrespondenz zwischen Akteuren und Zuhörern verriet. „Mensch Nailz, wie viel hast du abgenommen?“, lautete es etwa zwischen zwei Stücken von unten. Der Sänger rief zurück: „Zu wenig!“

Musikalische Mischungen

Neu dabei ist seit diesem Jahr Linus Ansky. Der Musikstudent spielte in verschiedenen Bands zu Musicals, wie in der aktuellen Saison „Jesus Christ Superstar“. Er löste Sven Richter an der Mandoline ab. Vervollständig wird das Trio durch Joe Schulz am Bass, dessen stoischer Auftritt Kultstatus hat. Scheinbar ohne Mimik unter seinem hohen Zylinder zupfte er sein Instrument und ließ keine Regung erkennen.

Gemeinsam begeisterten die drei Cowboys mit so manch origineller musikalischer Mischung. So ließen sich im kleinen „chinesischen Song“ unter Nirwanas „Smells like teen spirit“ scheinbar ein paar Takte von „Oshikuru“ herauszuhören. Und Udo Jürgens „Griechischer Wein“ traf auf ­„Warriors of the world“ von der namensinspirierenden Band ­Manowar. Eine Mischung, die gefiel.

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