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Genehmigung für Bauprojekt in Menne bleibt trotzdem fraglich

Grünes Licht für Solaranlage

Warburg (WB). Der Warburger Stadtrat hat in seiner Sitzung am Dienstagabend im Pädagogischen Zentrum dem Bau einer Freiflächen-Solaranlage zwischen Bahnlinie und Schwimmbad/Sportanlage in Menne grundsätzlich befürwortet. Ob sie aber gebaut werden kann, ist trotz der Entscheidung ungewiss.

Jürgen Vahle

Unterhalb der Schwimm- und Sportanlage in Menne ist eine Freiflächen-Photovoltaikanlage geplant. Der Rat hat das Projekt befürwortet. Foto: Jürgen Vahle

Der Sohn des Grundstückseigentümers will die Fläche in ein sogenanntes „Sondergebiet Photovoltaik“ umwandeln lassen, um eine Anlage mit einer Leistung von 1600 KWp zu errichten (4616 Module á 330 Watt). Das Gelände liegt an den Bahngleisen und ist eigentlich für den Bau solcher Freiflächen-Fotovoltaikanlagen geeignet. Auch Ortsvorsteher Robert Schmidt und Ratsmitglied Michael Blome (beide CDU) sehen den Bau der Anlage als „unkritisch“ an und befürworten sie ausdrücklich.

Bauamt der Stadt ist deutlich zurückhaltender

Das Bauamt der Stadt ist aber deutlich zurückhaltender. Aus gutem Grund: Immer wieder sind in den vergangenen Monaten geplante Solaranlagen auf freiem Feld an Bahngleisen und der Autobahn von der Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde abgelehnt worden. Landschaftsschutz und der Schutz von landwirtschaftlichen Kernzonen wurden als Begründung angeführt.

Das Gelände in Menne ist im Regionalplan der Bezirksregierung als „Allgemeiner Freiraum und Agrarbereich“ dargestellt, dem eine besondere Funktion obliegt: der „Schutz der Landschaft und landschaftsorientierter Erholung“, wie es heißt. Überdies befindet sich die Fläche im Landschaftsschutzgebiet Warburg-Ost. Dennoch hält die Untere Naturschutzbehörde (UNB) den Bau der Anlage für machbar, wenn es einen so genannten Grünausgleich gibt. Das bedeutet im Klartext: Sollte die Anlage gebaut werden dürfen, müsste an anderer Stelle, vorzugsweise entlang der Bahn, ein neuer Grüngürtel geschaffen werden.

Rimbeck und Nörde vertagt

Vertagt wurde die Entscheidung über zwei weitere Freiflächen-Photovoltaikanlagen, die Investoren in Nörde und Rimbeck geplant haben. Diese Projekte waren bislang noch nicht in den jeweiligen Bezirks- und Ortsausschüssen behandelt worden. Das soll auf Antrag von Bezirksverwaltungsstellenleiter Elmar Wiemers (CDU, Rimbeck) und Ortsvorsteher Heinrich Mellwig (CDU, Nörde) zunächst nachgeholt werden.

Beide Anlagen werden von einem auf Solar- und Windparks spezialisierten Unternehmen in Absprache mit den Grundstückseigentümern geplant. Doch die Genehmigung zu bekommen, wird wohl schwierig. In Nörde würde die 8,6 Hektar große Anlage in einem Landschaftsschutz- und Wasserschutzgebiet liegen. Zudem weist Heinrich Mellwig darauf hin, dass es sich um wertvollen Ackerboden handelt und das Unternehmen nicht mit allen Grundstückseigentümern gesprochen habe. Ob die tatsächlich ihre Flächen hergeben, sei fraglich.

Ähnlich kritisch äußert sich Elmar Wiemers aus Rimbeck. Die Anlage dort (5,5 Hektar groß) an der Ossendorfer Straße/Zur Linde sei ebenfalls auf Boden mit guter Qualität geplant. Zudem sein unklar, wie die Nachbarn zu dem Projekt stehen, die in Zukunft unmittelbar auf die Module blicken würden.

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