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Rainer Herwig erschafft ein Zeichen zur Identifikation und Selbstdarstellung des Ortes

Herlinghausen hat ein eigenes Wappen

Warburg (WB). Warburg-Herlinghausen hat nun auch ganz offiziell ein eigenes Dorfwappen, das von Ortsheimatpfleger Rainer Herwig geschaffen wurde. Bereits im Juli war es an den Ortsvorsteher Peter Kramer und die Vertreter der örtlichen Vereine übergeben worden. Inzwischen wurde das Wappen nach Prüfung in heraldischer und wappenrechtlicher Hinsicht auch in die Deutsche Ortswappenrolle eingetragen.

Herlinghausen hat nun auch ganz offiziell ein eigenes Dorfwappen. Geschaffen wurde es von Ortsheimatpfleger Rainer Herwig. Inzwischen wurde das Wappen nach gewissenhafter Prüfung auch in die Deutsche Ortswappenrolle eingetragen. Foto:

»Alle Herlinghausener Bürger, Vereine und Gruppen können das Wappen jetzt nutzen, um damit ihre Verbundenheit zu Herlinghausen darzustellen und zu zeigen«, sagt Rainer Herwig. Er zeigt stolz den ausgestellten Wappenbrief, der den Stifter und das Wappenbild dokumentiert und festlegt, wer das Führungsrecht an diesem Wappen hat.

Zur Führung des Wappens sind durch Festlegung von Stifter Rainer Herwig alle Personen des Ortsteils berechtigt, deren Aktivitäten gemeinnützigbeziehungsweise mit der Pflege und Bewahrung der örtlichen Traditionen verbunden sind. Jede darüber hinaus gehende Nutzung bedarf der Genehmigung des Stifters oder dessen Rechtsnachfolgers.

»Zeichen zur Identifikation«

»Das Dorf kann nun seine historisch gewachsene Identität mit dem Wappen zum Ausdruck bringen«, erklärt Wappenstifter Rainer Herwig. »Es ist kein Hoheitszeichen, sondern ein Zeichen zur Identifikation und örtlichen Selbstdarstellung und zeigt alles, was unseren Ort ausmacht«, so der Ortsheimatpfleger, der seit 2015 in diesem Ehrenamt tätig ist.

»Die Hintergrundfarben Blau und Weiß (für Silber) stehen für die Zugehörigkeit zur Hansestadt Warburg. Die Lutherrose auf rotem Grund im unteren Teil steht für die bis heute andauernde, unter hessischem Einfluss entstandene, evangelische Grundprägung des Dorfes im vorwiegend katholischen Warburger Land«, erläutert Herwig.

Die Symbole der nach innen gekreuzten Sensenblätter und des räderlosen Pfluges stehen für die über 1000-jährige Ackerbauernwirtschaft des Ortes. Die uralte Ortskirche im Wappen steht für den mehr als 1150 Jahre alten Ort und wurde schon oft zur Ortserkennung verwandt.

18 Entwürfe angefertigt

Rainer Herwig hat sich seit Jahren intensiv mit der wechselvollen Geschichte des Ortes, aber auch mit aktuellen Themen beschäftigt. Daraus war 2015 die Festschrift zum 350-jährigen Jubiläum der Herlinghäuser Schützen entstanden und im vergangenen Jahr das Buch »1150 Jahre Herlinghausen – Mein Dorf«. Nachdem die Arbeit am Buch abgeschlossen war, fand der Oberstabsfeldwebel außer Dienst die Zeit, sich mit dem Wappen zu befassen.

Zunächst einmal informierte er sich darüber, was bei einem Wappen erlaubt ist und welche Symbolik überhaupt möglich und aussagekräftig ist. Seine Idee und die erste Zeichnung stellte er dann dem Ortsbeirat vor. Dieser billigte den Vorschlag und die Stadt Warburg genehmigte seinen Antrag zur Stiftung eines eigenen Ortswappens für Herlinghausen.

Es folgte ein langwieriger Prozess, in dessen Verlauf insgesamt 18 Entwürfe angefertigt, wieder verworfen oder geändert wurden, um das Dorfwappen für Herlinghausen zu gestalten und zu beschreiben. Fachmännischen Rat holte sich Rainer Herwig beim Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften »Deutscher Herold« in Berlin.

Mit Heimatscheck finanziert

Ein sogenannter Heimatscheck des Landes Nordrhein-Westfalen aus dem Förderprogramm zur Heimatförderung ermöglichte finanziell überhaupt erst die Realisierung eines solchen Vorhabens.

Inzwischen hängt an der Außenwand der Herlingihalle ein großer Wappenschild aus Edelstahl, den die Firma WIB – Die Blechexperten aus Warburg angefertigt hat und der durch die Autolackiererei Kramer kostenfrei koloriert wurde, sowie ein farbiges Großwappen in der Halle.

Zudem sind an zehn historischen Gebäuden und Plätzen des Ortes, sozusagen als Erstausstattung, Erläuterungstafeln mit Ortswappen angebracht worden. Bei einem Rundgang durch das Dorf können sich Besucher oder Einwohner nun über die Vergangenheit des Ortes informieren. »Diese Tafeln sollen sich später einmal in eine geplante touristische Aufwertung des Dorfes einfügen«, wünscht sich Rainer Herwig,

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