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Einweihung: 100 Gäste besuchen die Interkulturelle Begegnungsstätte »Zweite Heimat«

Hier ist jeder willkommen

Warburg (WB). Ein »herzlich willkommen« in jeder Sprache, die vor Ort vertreten war – damit hat das Team des Vereins »Zweite Heimat« alle Gäste begrüßt, die zur Eröffnung der gleichnamigen Interkulturellen Begegnungsstätte in Warburg gekommen waren.

Verena Schäfers-Michels

Sichtlich zufrieden (von links): Wadha Al Nzal, Katharina Linpinsel, Gilla Zavelberg-Simon, Mehmet Gavdar, Gertrud Flore, Heidi Marquardt und Anke Schiekahn begrüßen am Samstag knapp 100 Besucher in der »Zweiten Heimat«. Foto: Verena Schäfers-Michels

Um die 100 Menschen drängten sich am Samstagvormittag in dem neuen Ladenlokal, das von nun an vier Mal pro Wochen seine Türen öffnet. Der syrische Pianist Aeham Ahmad, bekannt als »Pianist aus den Trümmern« und der »Chor der Nationen« aus Borgentreich bereicherten das Programm musikalisch.

»Zweite Heimat« gefunden

Einer, der im Verein bereits eine zweite Heimat gefunden hat, ist Mehmet Gavdar, der vor einem Jahr mit seiner Familie aus der Türkei nach Deutschland kam und seit sechs Monaten in Warburg lebt. »Wir haben uns sehr verlassen gefühlt«, erinnert sich der junge Mann an die erste Zeit in der Hansestadt zurück. Seine Besuche bei den Treffen des Vereins »Zweite Heimat« waren für ihn zuerst anstrengend: »Ich konnte nicht viel verstehen. Doch dann entschied ich mich, zu bleiben und weiterzumachen. Inzwischen verstehe ich aber immer mehr Themen«.

Beeindruckend ist es, wie gut Gavdar in dieser kurzen Zeit die deutsche Sprache gelernt hat. Augenzwinkernd sagt er: »Wir haben zwar noch keine Wohnung, aber ein Café«.

Auch das ist ein Punkt, der in der Begegnungsstätte möglich sein soll: einen Café trinken oder etwas essen. Jeden zweiten Dienstag treffen sich außerdem Frauen zum Nähen. An den anderen Dienstagen wird in der Flüchtlingsunterkunft in Dössel genäht, während in Warburg der Frauentreff stattfindet. Für die Nähkurse sammelt Betty Hermanns (Telefon 05641/5750) Stoffspenden, die auch in der Begegnungsstätte abgegeben werden können.

Hilla Zavelberg-Simon warf einen Blick zurück auf die Vereinsgeschichte. Seit 2015 hatten sich viele Ehrenamtliche mit großem Engagement in der Flüchtlingsarbeit in der Unterkunft in Dössel eingebracht. Im April 2018 wurde der Verein »Zweite Heimat« dann offiziell gegründet. Zurzeit sind dort 66 Mitglieder angemeldet. »Wir sind über jedes neue Mitglied froh«, sagt Gertrud Flore vom Vorstand.

Helfer gesucht

»Durch Kommunikation entstehen Freundschaften«, weiß auch Heidi Marquardt vom Verein, die darauf hinwies, dass viele Frauen zwar Deutschkurse besuchen würden, ihre erworbenen Sprachkenntnisse in der Praxis aber fast nicht anwenden könnten, weil es nur wenig Gelegenheit dazu gebe.

Das soll in der »Zweiten Heimat« anders sein. »Wir haben viele Pläne«, erläutert Heidi Marquardt. »Frühstück, Lachyoga, Ausflüge, Beratung und Spielenachmittage für ältere Menschen möchten wir anbieten.« Ziel sei es auch, bald jeden Tag in der Woche öffnen zu können. Dafür suche der Verein noch mehr ehrenamtliche Helfer und Springer, die sich einbringen möchten.

Vorerst ist der Treff mittwochs bis freitags ab 16 Uhr und samstags ab 11 Uhr geöffnet.

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