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Pfarrer Kai-Uwe Schroeter blickt auf sein erstes Jahr im Warburger Land zurück

»Ich bin hier angekommen«

Warburg/Willebadessen/Borgentreich (WB). »Ich bin hier angekommen«, sagt Pfarrer Kai-Uwe Schroeter ein Jahr nach seiner Amtseinführung. Im Juli 2017 machte der 52-Jährige das Pfarrerteam der evangelischen Kirchengemeinde Altkreis Warburg komplett. Seitdem hat er bereits Einiges bewegt – und für die Zukunft noch viele Pläne im Gepäck.

Michaela Weiße

Pfarrer Kai-Uwe Schroeter fühlt sich im Warburger Land sehr wohl. Die Kirche Maria im Weinberg, die hier zu sehen ist, mag er ebenso wie die anderen Gotteshäuser, in denen er Predigten hält. »Alle Kirchen haben ihren eigenen Charakter.« Foto: Michaela Weiße

Zusammen mit Pfarrerin Patrizia Müller und Pfarrer Karl-Ludwig Wendorff betreut Kai-Uwe Schroeter seelsorgerlich das Gebiet im östlichen Teil des Altkreises Warburg, von Herlinghausen über Warburg bis nach Borgen­treich. Der Predigtdienst führt ihn aber auch bis nach Scherfede-Rimbeck, Peckelsheim und Willebadessen. Ein großes Gebiet, doch in der Fläche sieht Pfarrer Schroeter kein Problem, sondern eine große Bereicherung. »Ich kann gar nicht sagen, welche Predigtstelle mir die liebste ist«, sagt der Geistliche. »Alle Kirchen haben ihren eigenen Charakter und haben ihren Wert in der Gesamtgemeinde. Große Veranstaltungen gehen natürlich nur in der Kirche Maria im Weinberg, wenn über 300 Sitzplätze gebraucht werden.«

In Borgentreich darf die evangelische Kirche bei solchen Zahlen auch als Gast in die katholische Kirche Sankt Johannes Baptist, die Pfarrer Schroeter besonders wegen ihrer weltberühmten Springladenorgel schätzt. Auch für Konfirmationen oder Hochzeiten öffneten die Katholiken bereits ihre Türen. »Das ist ungewöhnlich – ungewöhnlich gut«, lobt Pfarrer Schroeter die gute Zusammenarbeit. »Die Zukunft der Kirche ist ökumenisch«, ist sich der Theologe sicher. »Bevor die Kirche an Bedeutung verliert, soll sie sich zusammentun.«

in Borgentreich den Kindergottesdienst wieder eingeführt

Wie kann man bei den Menschen wieder mehr Lust auf Kirche wecken? Eine Frage, die sich auch Pfarrer Kai-Uwe Schroeter stellt. »Ich beobachte, dass die Leute Interesse an Kirche haben«, sagt er. Dennoch besuchten nicht überdurchschnittlich viele Menschen die Kirche. Daher sei er für neue Formen des Gottesdienstes offen und freue sich über Ideen aus der Gemeinde. Mehr Musik, eine gemeinsame Feier nach dem Gottesdienst – Pfarrer Schroeter kann sich vieles vorstellen, um die Kirche interessanter zu gestalten.

So hat er in Borgentreich auch den Kindergottesdienst wieder eingeführt. Seine Ehefrau Bettina Schroeter, die als Altenpflegerin und Wundexpertin bei einem ambulanten Pflegedienst arbeitet und Sportunterricht für Aerobic, Pilates und Skigymnastik in der örtlichen VHS erteilt, gestaltet diesen. Die 52-Jährige hilft zudem in der Konfirmanden- und Schülerarbeit mit und probt mit Kindern musikalische Aufführungen, die zu Weihnachten und besonderen Anlässen in der evangelischen Kirche in Borgentreich aufgeführt werden. »Sie sieht die ehrenamtliche Mithilfe in der Gemeinde als Berufung. Meine Frau hat daran genauso viel Spaß wie ich.«

Der Pfarrer spielt Trompete im Posaunenchor in Herlinghausen

Das Paar lebt gemeinsam im Pfarrhaus in Borgentreich und fühlt sich dort nach eigenen Angaben richtig wohl. Die beiden Söhne leben in Bielefeld und besuchen dort die Fachhochschule. Pfarrer Schroeter ist Mitglied in der Schützenbruderschaft St. Sebastian. Auch im Rotary-Club wurde er aufgenommen. Außerdem spielt Pfarrer Kai-Uwe Schroeter Trompete im Posaunenchor in Herlinghausen.

»Ohne Auto geht in dieser Gemeinde natürlich gar nichts«, sagt Pfarrer Schroeter. Und so ist er schnell auch mal in Paderborn, wo der Kirchenkreis seine Zentrale hat und er in seiner Freizeit Golf spielt. Einen Teil seiner Urlaubszeit widmet er jedoch theologischen Zwecken. Als Buchautor hat er ein neues Projekt in Arbeit, das im Sommer 2018 erscheinen soll: »Eine Theologie auf der Höhe der Zeit«, umschreibt er den Inhalt. »Glaube und Wissenschaft dürfen nicht getrennt werden, sondern bilden eine Einheit.« Dazu hat er bereits vor 20 Jahren die Quantenphysik entdeckt, mit der er sich intensiv beschäftigt hat und in mehreren veröffentlichten Büchern, unter anderem über Nahtoderfahrungen, die Brücke von Glauben und Denken geschlossen hat.

Gemeindefest mit DSDS- und Voice-of-Germany-Songschreiber Samuel Anthes

Jetzt freut sich Pfarrer Schroeter auf das bevorstehende Gemeindefest am Sonntag, 8. Juli, in Borgentreich. Durch seinen Bruder, der als Musikmanager die Kontakte zur Popmusik unterhält, konnte er DSDS- und Voice-of-Germany-Songschreiber Samuel Anthes für das Fest gewinnen. Pfarrer Schroeter lädt dazu die ganze Gemeinde ein.

»Ich bin allen Menschen für die freundliche Aufnahme sehr dankbar«, sagt er. Und so freut er sich, dass er im vergangenen Jahr den Schritt gegangen ist, von Werne (Kirchenkreis Hamm) nach Warburg zu wechseln. Auch wenn er dort eine Lücke hinterlassen hat, denn die Gemeinde habe leider noch keinen neuen Pfarrer gefunden, erzählt er.

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