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„Im Herbst durch die Heimat“: Auf dem Naturpfad Meerhof wird Wald zum Erlebnis

Immer dem Specht folgen

Warburg/ Meerhof (WB). Die Begrüßung ist etwas seltsam. Wer sein Auto am Parkplatz zum Lehrpfad „Naturerlebnis Wald“ in Meerhof abstellt, wird gleich von mehreren Schildern der Nachbarn begrüßt. Man solle doch seinen Hund vor die eigenen Haustür machen lassen, ist dort zu lesen.

Jürgen Vahle

Auf der 3,5 Kilometer langen Strecke durch den Wald bei Meerhof kann man sich kaum verlaufen. Holzschilder mit einem Specht weisen den Weg über den Walderlebnispfad. Für Kinder ist das ein schönes Ausflugsziel, das in der Ortsdurchfahrt gut ausgeschildert ist. Foto:

Pfad existiert seit 20 Jahren

Trotz dieses ironischen Tipps der offenbar leidgeprüften, aber sicher gastfreundlichen Anlieger in Meerhof ist der 3,5 Kilometer langen „Naturerlebnispfad“ ein sehr empfehlenswertes Ausflugsziel. An 24 Stationen gibt es Spaß, Spannung und Wissen rund um den Wald.

Seit 20 Jahren existiert der Pfad, der vom Regionalforstamt Hochstift, der Stadt Marsberg und einem Förderverein getragen wird. Auch an den Wochenenden, wenn es am Eingang mit den Parkplätzen eng wird, verlaufen sich die Besucher auf dem weitläufigen Pfad. „Verlaufen“ ist natürlich nur im übertragenen Sinne gemeint. Der Pfad ist gut ausgeschildert. Ein Specht auf Holzschildern weist den Weg. Beste Corona-Bedingungen also.

Skulpturenbaum und Hängebrücken

Wem 3,5 Kilometer zu kurz sind, kann vom Startpunkt aus auch auf zwei acht Kilometer lange Rundwege (A12, A13) oder den fünf Kilometer langen Rundweg A14 um Meerhof aufbrechen. Familien mit Kindern halten sich aber besser an den Naturerlebnisweg, denn der bietet hinter jeder Ecke ein neues Erlebnis.

Los geht es mit einem Skulpturenbaum am Eingang und einem überdimensionalen Vogelnest aus Holz, in das Kinder gerne klettern. Der Weg macht schließlich einen kleinen Bogen und führt zu einer der Hauptattraktionen: zwei schwankende Hängebrücken, die ein Riesenspaß für Kinder sind. Immer wieder finden sich am Rand des Weges, der über gut zu gehende Waldpfade verläuft und auch mit Kinderwagen zu meistern ist, kleine Stationen.

„Armageddon des Waldes“

Mal können sich die Besucher die Rufe der Waldbewohner vom Band vorspielen lassen, mal muss ein Quiz gelöst werden, mal muss das richtige Vogelhaus für die jeweiligen Arten erraten werden, mal geht es darum, den Wald mit allen Sinnen zu erleben, – wie auf einem Barfußpfad oder einer schwankenden Plattform. Ganz nebenbei erwarten die Besucher kleine Wunder der Natur. Der Fliegenpilz wächst in seiner ganzen giftigen Schönheit am Wegesrand, Herbstblumen blühen, der Wald zeigt sich in seiner bunten Herbstpracht.

Der Waldlehrpfad verdeutlicht den Besuchern aber auch sehr plastisch, welche Schäden Trockenheit und Borkenkäferbefall hinterlassen haben. Dort, wo sich der Pfad noch vor Jahren durch dichte Nadelbäume schlängelte, ist heute nur noch eine Wüste aus Totholz. Nach dem ersten Schrecken wird aber deutlich, dass die Förster das „Armageddon des Waldes“ kurzerhand ebenfalls zum Thema gemacht haben. Auf Informationstafeln an besonders betroffenen Stellen erklären sie die Folgen für den Wald – und wie die Forstwirtschaft damit umgeht.

Führungen sind möglich

Nach etwa zwei Stunden (je nach eingelegten Pausen) sind Besucher nach dem Rundkurs wieder am Ausgangspunkt angekommen und auf jeden Fall voller neuer Eindrücke aus und Informationen über den Wald.

Wer noch mehr wissen und professionell geführt werden möchte, kann sich auch um eine Führung durch Experten bemühen. Die wird dann vom Waldinformationszentrum Hammerhof in Scherfede aus organisiert. Zu erreichen ist die Umweltbildungseinrichtung unter Telefon 05642/949750 oder E-Mail an hammerhof@wald-und-holz.de.

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