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Museum im »Stern«: Hartmut Kleimann zeigt Alltägliches in Collagen

In Collagen das Detail suchen

Warburg (WB). »Durcheinander« lautet der Titel der neuen Ausstellung im Museum im »Stern«. In unterschiedlichen Formaten zeigt Hartmut Kleimann in der Galerie des Museums 21 Fotocollagen, die er in den vergangenen zwei Jahren gestaltet hat. Die Ausstellung wird am Sonntag, 1. September, 11 Uhr, eröffnet.

Die mehrschichtigen Collagen von Hartmut Kleimann sind auf Blech gedruckt und erscheinen je nach Lichteinfall unterschiedlich, zeigt Rainer Mues, Vorsitzender Museumsverein. Foto:

Hartmut Kleimann wurde 1955 in Langenberg (Westfalen) geboren. In Bielefeld studierte er Grafik/Fotodesign und schloss das Studium bei Prof. Dr. Gottfried Jäger ab. Hartmut Kleimann lebt in Warburg.

»Nach der Ausstellung ›Konserviert‹ 2016 habe ich mich verstärkt dem Thema Collagen gewidmet«, sagt der Künstler. Dabei sei die Intention dafür durchaus mit dem ersten Ausstellungsthema vergleichbar.

»Bei den Bildern aus der alten Fabrik ging es mir darum, fast Vergessenes in die Erinnerung zurückzurufen. Farbige, schmale Bilder über eine ehemalige Lebensmittelproduktion in Warburg. Bei ›durcheinander‹ habe ich Dinge miteinander verbunden, die einem tagtäglich begegnen, die aber mitunter so banal sind, dass man sie überhaupt nicht wahrnimmt«, sagt Hartmut Kleimann. Es lohne sich aber durchaus, mal genauer hinzuschauen.

»Plötzlich erscheint eine graue Mauer bunt.«

»Plötzlich erscheint dann eine einfache graue Mauer bunt«, sagt der Künstler, »bekommt eine einfache Schaufensterpuppe in der Verknüpfung mit einem Baum etwas Schauriges, in der Verbindung mit einer alten Eisenbahnbrücke etwas Martialisches.« Die Wirkung auf den Betrachter falle oft unterschiedlich aus. »Darum bekommen meine Bilder auch keinen Namen.«

Ein Name würde nämlich dem Betrachter zu viel Richtung vorgeben. Die Collagen auf Blech haben lediglich Nummern, ganz schlicht nach der Reihenfolge ihrer Entstehung.

So stehe der Titel der Ausstellung auch etwas für die heutige Zeit: »Wir leben in einer wahren Bilderflut. Während früher der Papa mit seiner Kodak recht sparsam das Leben eines ganzen Jahres mit Ferien, Geburtstagen und Weihnachten auf einen Film bannte, wird heute mit dem Smartphone so ziemlich alles abgelichtet und geteilt. Selbst die gerade angefangene Pizza erscheint es wert, der ganzen Welt gezeigt zu werden.«

Auch einfachsten Dingen Beachtung schenken

Kleimann meint, dass in einer solchen Bilderflut der Blick für das Detail unweigerlich verloren gehe. Das Foto als Massenware. »Es lohnt sich aber, auch den einfachsten Dingen Beachtung zu schenken. Nicht jeder mit der Kamera, aber mit dem Auge«, empfiehlt der Künstler.

Die Gäste der Ausstellungseröffnung wird Rainer Mues, Vorsitzender des Museumsvereins Warburg, begrüßen. Heinz Josef Besse, Mitglied im Vorstand des Museumsvereins, hat die Einführung übernommen. Michael Kuhaupt wird sich musikalisch dem Thema Collagen widmen.

Gezeigt wird die Ausstellung bis zum 27. Oktober. Das Museum ist täglich außer montags von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet. Im Beyersaal des Museums ist weiterhin die Ausstellung zur Geschichte der Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland & Diemeltal zu sehen.

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