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Digitaler Unterricht an den Schulen im Kreis Höxter

„Jetzt läuft es stabil“

Kreis Höxter

Ungewohnt ruhig ist es in diesen Tagen morgens in den Schulen. Hochbetrieb herrscht dagegen in den digitalen Klassenräumen – zumindest, wenn die Technik mitspielt. Die hakte unmittelbar nach den Weihnachtsferien hier und da.

Sylvia Rasche

Leere Klassenräume sind derzeit die Regel. Nur die Notbetreuung läuft in den Schulen. Die Mehrzahl der Schüler lernt zu Hause. Foto: Harald Iding

„Wir arbeiten seit Montag mit einem neuen Programm. Das hat sich an den ersten Schultagen als sehr stabil erwiesen. Ich hoffe, dass das auch so bleibt“, sagt der Leiter der Schulen der Brede, Dr. Matthias Koch. Jede Schulstunde starte mit einer kurzen Videokonferenz. „Dann gibt es entweder Aufgaben, die alleine oder in Gruppen zu bearbeiten sind. Wenn neue Inhalte vermittelt werden, kann die Videokonferenz auch mal eine ganze Schulstunde dauern“, erklärt Koch. Durch das neue, stabile Tool lasse sich der Tag wie in der Schule strukturieren“, hebt er hervor. Auch von den Eltern habe es an den ersten drei Tagen nach den Weihnachtsferien bereits positive Rückmeldungen gegeben.

Viele Schulen im Kreis Höxter arbeiten mit dem Programm iServ, das an den ersten beiden Unterrichtstagen nach den Weihnachtsferien größere Probleme verursachte. „Wir hatten Montag und Dienstag auch diese technischen Schwierigkeiten. Das Unternehmen hat aber nachgebessert und Mittwoch lief es schon sehr viel besser“, sagt Klaus Oppermann, Schulleiter der Sekundarschule in Beverungen. Dort werden die Videokonferenzen mit den Schülern fast nie morgens in der ersten Stunde abgehalten. „Wir versuchen, das zu entzerren, damit nicht alle gleichzeitig auf den Server zugreifen“, berichtet Oppermann. Man habe eine Umfrage in der Schülerschaft gemacht und dabei festgestellt, dass nicht alle Schüler mit schnellem Internet versorgt seinen. „Das ist ein Problem in unserem ländlichen Raum“, betont Oppermann. Die Sekundarschule bietet allerdings auch einen Materialtisch in der Schule an. Dort können sich Schüler kontaktlos ihre Unterrichtsmaterialien abholen und zu Hause bearbeiten. „Diese Möglichkeit nutzen Schüler, die zu Hause kein schnelles Internet haben und jene, die die Aufgaben lieber in Papierform bearbeiten und die Unterlagen zu Hause nicht ausdrucken können“, erklärt Oppermann.

Das Städtische Gymnasium in Steinheim hat die Erfahrungen aus dem ersten Lockdown zum Anlass genommen, zusätzliche Serverkapazitäten anzuschaffen und daher einen weitgehend reibungslosen Start nach den Weihnachtsferien erlebt. „Wir haben im Frühjahr gemerkt, dass der vorhandene Server nicht ausreichte. Das digitale Arbeiten hatten einzelne Kollegen schon vor der Corona-Zeit in den Unterricht eingebaut. Als dann aber alle gleichzeitig zugreifen mussten, hat es gehakt. Jetzt sind wir besser aufgestellt“, berichtet Schulleiter Marko Harazim. Videokonferenzen werden in Steinheim aktuell allerdings trotzdem (noch) nicht abgehalten. „Da reichen die Kapazitäten gerade in einigen Ortschaften nicht aus“, weiß Harazim. Daher werden vor allem Unterrichtsmaterialien bereit gestellt.

Auf analoge Arbeitspakete setzt die Städtische Gemeinschaftsgrundschule Brakel. „Die jüngeren Schüler bekommen Tagesaufgaben, die älteren Jahrgänge auch Wochenaufgaben, die sie zu Hause bearbeiten. Bei Fragen stehen die Kollegen den Schülern und Eltern als Ansprechpartner telefonisch zur Verfügung“, berichtet Carola Markus, stellvertretende Schulleiterin. Man habe die Erfahrung gemacht, dass man auf diesem Weg alle Eltern am besten erreiche, da das digitale Lernen erst am Anfang stehe.

„Die beste Alternative ist gerade für die Grundschüler allerdings der Präsenzunterricht. Sie brauchen feste soziale Strukturen. Wir haben ein sehr gutes Hygienekonzept an der Schule mit unterschiedlichen Eingängen und versetzten Pausen und hoffen, dass wir den Präsenzunterricht Anfang Februar wieder aufnehmen dürfen“, blickt Carola Markus voraus.

Dann werden vielleicht auch die aktuell ungewohnt ruhigen Schulgebäude wieder mit Leben gefüllt.

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