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Projekt der „Hanse Genossenschaft Warburg“ – Neues Logo

Kaffeehändler kaufen eine Kuh

Warburg (WB). Fair gehandelte Produkte verkaufen, die Zusammenhänge der Wirtschaft erkennen und nebenbei noch Gutes tun: Das steht bei der Schülerfirma des Warburger Hüffertgymnasiums auf dem Programm. Nun hat die „Hanse Genossenschaft Warburg“ ein weiteres Projekt vorläufig abgeschlossen. Das Geld fließt diesmal nach Armenien. Genauer gesagt in den Kauf einer Kuh.

Daniel Lüns

Den neuen Look des „Hanse Kaffees“ zeigen (vorne) Joris Schulte und Lara Beller. Unterstützt wird die Schülerfirma des Hüffertgymnasiums von den Lehrern (hinten, von links) Claudia Gerhard, Manuel Winkler und (hinten, rechts) Michael Thebille. Foto: Daniel Lüns

„Ich war im vergangenen Herbst in diesem wundervollen Land und musste feststellen, dass Armenien vor großen Problemen steht“, erklärt Michael Thebille. Der Lehrer begleitet die Schülerfirma gemeinsam mit seinen Kollegen Claudia Gerhard und Manuel Winkler. „Armut und Arbeitslosigkeit führen dazu, dass viele Armenier für sich keine Perspektive mehr sehen und das Land verlassen“, sagt Thebille.

Dann habe er von dem Projekt „Eine Kuh für Armenien“ der Schweizer Hilfsorganisation Diaconia erfahren. Dabei werde bedürftigen Familien eine Kuh geschenkt. Milch, Käse oder Joghurt dienten so der Existenzsicherung geschaffen – entweder durch die Eigennutzung oder durch den Verkauf der Produkte. Die Genossenschaft habe das Projekt unterstützt und Spenden gesammelt.

Hilfe für bedürftigeFamilien

Mit Erfolg: Vor einer Woche konnten die Helfer 1000 Euro überweisen. „Das reicht für die Kuh und für das Winterfutter“, sagt der Lehrer. Eine Bekannte Thebilles, die in Armenien lebt, soll nun eine bedürftige Familie aussuchen und ihr den Kauf eines Tieres ermöglichen. „Die müssen sich verpflichten, die Kuh zu behalten und nicht etwa gleich zu verkaufen oder zu schlachten.“

Das erste Kalb sollen sie wiederum einer anderen bedürftigen Familie schenken. So werde sich die Anfangshilfe – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit – im Laufe der Zeit multiplizieren.

Herumsprechen soll sich auch eine weitere Neuigkeit der „Hanse Genossenschaft Warburg“: Das Aushängeschild der Schülerfirma, der „Hanse Kaffee“, erstrahlt künftig in einem neuen Gewand. Nun ist auf der Packung eine Silhouette des Desenbergs zu sehen. Die markante Burgruine fungiert dabei als eine dampfende Kaffeekanne. Bislang war auf den Tüten eine Stadtansicht von Warburg zu sehen.

Drei Sorten Kaffee im Angebot

„Wir wollten nun ein eigenständiges Logo herausbringen“, erklärt Lara Beller, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft. Immerhin gebe es den Kaffee bereits seit vier Jahren. Miriam Emme von der Warburger Werbeagentur „Truedesign“, eine ehemalige Hüffert-Schülerin, hat die Genossenschaft bei der Realisierung des Etiketts unterstützt.

Drei Sorten des Kaffees stehen zum Verkauf, sagt Beller weiter: filterfein gemahlener Kaffee und – in ganzen Bohnen – Espresso und Kaffee Crema. Seit der Markteinführung seien 2470 Kilogramm Kaffee abgefüllt und verkauft worden. „Wir hoffen, dass den Kunden unser neues Etikett ebenso gefüllt wie uns. Schließlich wollen wir mit unserem Kaffeeverkauf ja auch weiterhin sozialen Gruppen helfen“, sagt die 15-Jährige.

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