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Ausstellung »communicare« eröffnet: Bielefelder Ateliergemeinschaft zeigt 120 Werke

Kirchenraum wird zur Kunsthalle

Warburg (WB/aho). Dass die Kirche der Kunst Raum geben kann, beweist einmal mehr die Ausstellung »communicare« in der evangelischen Kirche Maria im Weinberg in Warburg.

Die ausstellenden Künstler Anne Doris Borgsen, Philipp Donald Göbel und Daniela Meyer vor ihren Werken in der evangelischen Kirche Maria im Weinberg in Warburg. Die Ausstellung »communicare« ist am am Pfingstsonntag eröffnet worden. Foto: Astri E. Hoffmann

Das Bielefelder Künstlertrio Anne Doris Borgsen, Philipp Donald Göbel und Daniela Meyer aus Bielefeld stellt dort noch bis zum 2. September ihre Werke aus. Etwa 120 Bilder sind in dem Gotteshaus in verschiedenen Formaten zu sehen. Zur Vernissage sprach die Kuratorin des Museums Marta in Herford, Friederike Fast.

Ein weiteres Künstlertrio fand sich zur musikalischen Umrahmung der Ausstellungseröffnung eine Treppe höher auf der Empore: Simon Reichert aus Gütersloh an der Orgel, Rupprecht Drees aus Weimar mit der Solotrompete und Bariton Christopher Jung aus Halle an der Saale boten Stücke von Bach, Händel sowie Angelus Silesius, Lieblingsdichter von Pfarrer i. R. Karl-Heinz Bartsch. Bartsch ist der Initiator von »communicare«. Die alle zwei Jahre stattfindende Ausstellung, die Kunst und Kirche vereint, ist ein Gemeinschaftsprojekt der evangelischen Kirchengemeinde und des Kulturforums Warburg. Es erlebt nun bereits seine zwölfte Auflage.

Gemeinschaftsprojekt von evangelischer Kirchengemeinde und Kulturforum

Die Bielefelder Ateliergemeinschaft, der Doris Borgsen, Philipp Donald Göbel und Daniela Meyer Borgsen angehören, war durch das Künstlerehepaar Ute und Paul Grohs aus Bielefeld mit Pfarrer i. R. Karl-Heinz Bartsch in Kontakt gekommen. Das Paar hatte vor zwei Jahren seine Skulpturen und bemalten Tücher in der Kirche Maria im Weinberg gezeigt. Anlass war damals die Nacht der offenen Kirchen in NRW, in welche die Ausstellung eingebettet war.

Philipp Donald Göbel (52 Jahre), Anne Doris Borgsen (70 Jahre) und Daniela Meyer (55 Jahre) teilen sich seit etwa 15 Jahren ein Atelier in Bielefeld. Göbel hat schon einmal in einer Kirche in Schneverdingen (Niedersachsen) ausgestellt, Borgsen in einer kleinen Kapelle. »In einer so großen Kirche konnten wir unsere Werke aber noch nicht zeigen, das ist schon ein besonderer Rahmen«, sagten die Künstler beeindruckt.

Eine Woche lang hatten sie aus Dachlatten Stellwände und Rahmen gebaut und aufgestellt, um ihre Bilder angemessen zu präsentieren. Auf diese Weise entstanden mehrere kleine Kunsträume im großen Kirchenraum. »An die Kirchenwände selbst durften keine Bilder angebracht werden. Ich habe ein Auge darauf gehabt, dass alles passt«, erläuterte Karl-Heinz Bartsch mit einem Schmunzeln.

Die drei Maler waren voller Energie ans Werk gegangen. Diese Energie spürten die Ausstellungsbesucher auch beim Betrachten ihrer Werke. Sie sprühte den Betrachtern förmlich entgegen. Die besondere Herausforderung für die Besucher war es, die Werke den einzelnen Künstlern zuzuordnen. Denn die Bilder waren bewusst gemischt und ohne Titel angeordnet worden. »Wir kommen alle aus der figürlichen Darstellung«, erläuterte Philipp Donald Göbel. Die Werke des gebürtigen Hildeners (Rheinland) sind nach wie vor daran zu erkennen. Anne Doris Borgsen zeigt in ihren Werken die verletzlichen, verletzten Seiten des Menschen. Die Bilder von Daniela Meyer sind der abstrakten Malerei zuzuordnen. Philipp Donald Göbel bevorzugt Mischtechnik auf Leinwand, die beide gebürtigen Bielefelderinnen arbeiten mit Acryl auf Leinwand.

Marta-Kuratorin Friederike Fast hält die Einführung

Marta-Kuratorin Friederike Fast stellte die Arbeiten der drei Künstler in ihrer Einführung vor. Sie stellte den »Trialog« der Künstlergemeinschaft heraus. Der Betrachter trete mit den Werken in einen Dialog. Die drei Maler kommunizierten miteinander, das sei eine grundlegende Tätigkeit des Menschen, gerade in Zeiten von Smartphone und Sozial Media, führte sie aus. Hier werde auch der Bogen zum Titel der Ausstellung geschlagen: »communicare« – miteinander rede.

Zum musikalischen Teil der Eröffnung gab Hans Hermann Janzen Wissenswertes an die Gäste weiter. Das Buffet hatten Sabine Bartsch und Lena Volmert (Kulturforum) hergerichtet.

Die Ausstellung in der evangelischen Kirche Maria im Weinberg in Warburg ist bis zum 2. September jeweils samstags von 11.30 Uhr bis 17 Uhr und sonntags von 15 Uhr bis 17 Uhr zu besichtigen.

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