1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Warburg
  6. >
  7. Kohlschein-Bilder kommen nach Hause

  8. >

Erste Ausstellung nach der Corona-Pause – Mäzen bringt weitere 150.000 Euro mit

Kohlschein-Bilder kommen nach Hause

Warburg (WB). Dass im Warburger Museum im „Stern“ Ausstellungen eröffnet werden, ist keine Seltenheit. Doch die neue Schau „Hans Kohlschein (1879 – 1948) aus der Sammlung Dr. Kurt Schultze“, die seit Mittwoch zu sehen ist, ist gleich in mehrerlei Hinsicht etwas Besonderes. Es ist die erste Ausstellung nach der Corona-Pause und es ist ein Teil der Bilder zu sehen, die dem Haus kürzlich geschenkt worden sind.

Jürgen Vahle

Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln (von links), die beiden Kunst-Mäzene Dr. Kurt Schultze und Bernd Böhme sowie Rainer Mues (Vorsitzender des Museumsvereins) haben die erste Ausstellung nach der Corona-Pause im „Stern“ eröffnet. Foto: Jürgen Vahle

Der pensionierte Düsseldorfer Augenarzt Dr. Kurt Schultze hatte dem Warburger Museum im „Stern“ unlängst nicht nur eine Spende in Höhe von 500.000 Euro zur Verfügung gestellt, sondern auch 62 Bilder des bekannten Warburger Malers Hans Kohlschein, seinem Großvater.

Weitere große Spende kommt

Aus seiner weit verzweigten Familie brachte der Mediziner am Mittwoch zur Ausstellungseröffnung zudem noch einmal die Nachricht über eine weitere Spende in Höhe von 150.000 Euro mit, die von seiner kürzlich verstorbenen Tante Margot Theopold stammen. Die Überraschung perfekt machten Bernd und Thekla Böhme aus Beverungen, die ebenfalls Mitglieder der Familie Kohlschein sind. Sie steuerten aus ihrem Privatbesitz weitere acht Bilder des Malers Hans Kohlschein bei.

Ein Teil dieser enormen Spendensumme hat die Stadt Warburg, wie bereits mehrfach berichtet, schon in das Museum investiert. Um den Brandschutz auch für die Zukunft sicherzustellen, ist an das Gebäude, einem der ältesten Steinhäuser der Stadt aus dem Jahr 1340, eine Feuertreppe angebaut worden. Zudem wurde im Dachgeschoss ein voll klimatisiertes Magazin eingerichtet, in dem auch die Bilder von Hans Kohlschein aufbewahrt werden.

Museum digitaler aufstellen

Mehrere kleinere Arbeiten, wie etwa einen neuen Notausgang im Keller, eine neue Alarmanlage oder ein Raum für die Rekonstruktion von Gegenständen, sind von der Spende des Augenarztes ebenfalls bezahlt worden. Der erneute Geldsegen in Höhe von 150.000 Euro soll auch dazu genutzt werden, das Museum digitaler aufzustellen. Was genau geplant wird, werde in den kommenden Monaten erarbeitet, sagte Bürgermeister und Hausherr Michael Stickeln.

Der 1879 in Warburg geborene Hans Kohlschein, dem die neue Ausstellung gewidmet ist, hatte sich als Maler, Zeichner und Karikaturist der Düsseldorfer Schule einen Namen gemacht. Seine Bilder werden heute zum Preis von bis zu mehreren tausend Euro gehandelt. Hans Kohlschein wirkte als Hochschullehrer an der bekannten Kunstakademie Düsseldorf und starb 1948 in seiner alten Heimat Warburg. Zahlreiche seiner Werke „kommen nun nach Hause“, wie Bürgermeister Stickeln es plastisch ausdrückte.

27 Arbeiten werden gezeigt

Für Kunstmäzen Dr. Kurt Schultze war es wichtig, dass die Bilder seines geliebten Großvaters öffentlich gezeigt werden. Der Mediziner berichtete aus seiner Kinderzeit, in der er teilweise bei den Großeltern lebte. Voller Bewunderung habe er stets beobachtet, wie Hans Kohlschein gemalt habe. Warburg sei seinem Großvater immer wichtig gewesen und die Kohlscheins seien Warburger. Daher sei im „Stern“ ein guter Platz.

Aus dem neuen Bestand an Kohlschein-Bildern werden nun 27 Arbeiten in der ebenfalls neu gestalteten Galerie gezeigt. Die aktuelle Präsentation stellt Werke verschiedener Schaffensphasen und unterschiedlicher Techniken vor.

Startseite
ANZEIGE