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300 Gäste bei „A Musical Christmas“ in der Scherfeder Mehrzweckhalle

Körbecker Kinder singen mit den Profis

Warburg-Scherfede (WB). Ein Doppelkonzert mit tollen Stimmen haben knapp 300 Besucher am Samstag in Scherfede erlebt. Dort wurde die Show „A Musical Christmas“ geboten. In der ersten Hälfte waren die größten Musicalhits der vergangenen Jahre zu hören. Im zweiten Teil wurden die schönsten Weihnachtslieder der Welt intoniert. Mit von der Partie war die Kinderchor-Werkstatt Körbecke.

Verena Schäfers-Michels

Grandiose Stimmen: Die Sänger der Show „A Musical Christmas“ in Scherfede überzeugten mit ihrem Gesang. Bei der Dekoration in der Mehrzweckhalle hätte es allerdings durchaus etwas mehr sein können, waren sich viele Besucher einig. Foto: Verena Schäfers-Michels

Ende Oktober hatte Show-Organisator „Reset Production“ aus Gera im Westfalen-Blatt einen Kinderchor aus der Region gesucht, der bei dem Auftritt in Scherfede mit einem Song dabei sein wollte. Die 10-jährige Marie aus Körbecke las den Aufruf und lief gleich zu ihrer Chorleiterin Heike Bandner hinüber, die zwei Straßen entfernt wohnt.

Vor der ersten Probe traf sich die Kinderchor-Werkstatt Körbecke im Speiseraum der Mehrzweckhalle: Lina, Marie, Smilla, Eliana, Kim, Sarah, Lena, Clara, Leon, Chiara, Eric und Julius. Foto: Verena Schäfers-Michels

„Ich saß gerade beim Frühstück“, erinnerte sich die Diplom-Musiklehrerin, die seit der Gründung 2013 die Kinderchor-Werkstatt leitet. 13 Mädchen und Jungen im Alter von 8 bis 15 Jahren singen derzeit mit, manche von ihnen schon seit dem Kindergarten. „Es war die Idee der Kinder,“ fügt sie hinzu: „Und so habe ich sie angemeldet.“ Ein kurzes Video wurde an ‚Reset‘ geschickt und nach wenig später kam die Zusage. Damit fingen die Planungen an.

Das zugedachte Lied war „In der Weihnachtsbäckerei“ von Rolf Zuckowski. Die Mädchen und Jungen sollten als Bäcker verkleidet auf der Bühne stehen. Nudelhölzer, Schüsseln, Kochlöffel, Ausstechförmchen und Schürzen waren schnell gefunden. Der zehnjährige Leon wurde zum Küchenchef ernannt und schlüpfte in eine Kochuniform mit doppelter Knopfleiste. Nur die Mützen fehlten. Die bastelte die zehnjährige Clara kurzerhand aus dünner weißer Pappe und Butterbrotpapier.

Am Samstag fuhren die jungen Gesangstalente mit ihren Eltern aus ihren Heimatdörfern Körbecke und Bühne nach Scherfede, wo sie um 18 Uhr eine Probe mit den Sängern haben sollten. Schürzen wurden verteilt und Utensilien ausgesucht. Von der Aufregung der vergangenen Wochen war kaum etwas zu spüren. Ein paar Anweisungen der Chorleiterin, dann wurden die Kleinen abgeholt. „Ab jetzt kann ich nur noch aus dem Publikum zuschauen“, sagte Heike Bandner.

Die Kinder warten gespannt hinter der Bühne, denn ihr Auftritt war erst für die zweiten Hälfte der Show geplant, in der Hits wie „Jingle Bells“ und „Leise rieselt der Schnee“ gesungen wurden.

Das Publikum genoss zuvor Disney-Songs wie „Let it Go“ aus „Frozen“, „Sei hier Gast“ aus „Die Schöne und das Biest“ und Andrew Lloyd-Webbers Dauerbrenner wie „Starlight Express“, „Cats“ und „Das Phantom der Oper“. Interpretiert wurden die Songs von dem sechsköpfigen Gesangsensemble um Andrea Scibilia, die großartige Arbeit leisteten. „Was für schöne Stimmen“, war im Publikum zu hören.

Endlich, kurz nach der Pause rief Sängerin Annika Henz „Hier kommt der Kinderchor!“ Einen Moment passierte nichts; noch ein Ruf, immer noch nichts. „Wir sind zu spät geholt worden“, berichteten Eric und Leon nach dem Auftritt. Von dieser kleinen Panne merkten die Zuschauer jedoch nichts. Es wirkte eher wie ein Kniff, um die Spannung zu erhöhen. Die Kinderchor-Werkstatt stellte sich auf und sang aus vollem Herzen „In der Weihnachtsbäckerei“. Dabei unterstützten sie Mae Ann Jorolan und Gustav Jonsson Länne, in dem sie immer mal wieder ein Mikro hielten, um jedes Gesangstalent laut hörbar erklingen zu lassen. Das Publikum war begeistert. Für die Kinderchor-Werkstatt war das eine wunderbare Erinnerung. Gemeinsam mit Profis auf der Bühne zu stehen, war auch für sie eine völlig neue Erfahrung.

Etwas enttäuscht zeigten sich am Ende einige Besucher darüber, dass bei einer Show, die den Titel „A Musical Christmas“ trägt und bei der Eintrittskarten für mehr als 50 Euro angeboten wurden, so wenig Wert auf ein weihnachtliches Ambiente in der Halle gelegt worden war. Einzig im zweiten Teil wurde die Dekoration durch sternförmige, rote Lampen und Glitzerkugeln auf der Bühne die Stimmung ein wenig in die beschauliche Adventszeit gelenkt.

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