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Warburger Rat will dem Einzelhandel unter die Arme greifen

Kostenlos parken am Samstag

Warburg (WB/vah). Bis zum Ende des Jahres darf an Samstagen in der Warburger Innenstadt frei geparkt werden. Das hat der Warburger Stadtrat in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl am Dienstagabend entschieden. Lediglich die Grünen enthielten sich der Stimme.

Samstags werden die Parkscheinautomaten in Warburg nicht mehr „gefüttert“ – jedenfalls bis Ende des Jahres. Foto: Josefa Reineke

Bürgermeister Michael Stickeln hatte in der Sitzung noch einmal für das freie Parken bis Jahresende geworben und erläutert, dass der Vorschlag von einem Bürger gekommen sei. Auch die Warburger Hanse habe das freie Parken nach einer Umfrage unter Mitgliedern befürwortet. Mit einem kleinen Aufkleber an den Parkscheinautomaten soll den Kunden signalisiert werden, dass sie an diesem Tag nichts zu bezahlen haben.

Einnahmeverlust: im Schnitt 107 Euro pro Samstag

Diesem Vorschlag folgte auch die Mehrheit der Ratsmitglieder so. CDU-Fraktionschef Willi Vonde machte deutlich, dass der Einnahmeverlust für die Stadtkasse von im Schnitt 107 Euro pro Samstag auch in Corona-Zeiten zu verschmerzen sei. Wolfgang Gumm (Bürger Union) wertete den Beschluss als „starkes Zeichen für den Einzelhandel“ und war sich sicher, dass die 107 Euro sicher durch steuerliche Mehreinnahmen kompensiert würden.

SPD-Fraktionsvorsitzender Patrick Engelbracht regte an, dass die Parkzeit der Kunden zwar kostenlos sei, aber vielleicht zeitlich begrenzt werden könnte, um dauerparkenden Angestellten und Anliegern einen Strich durch die Rechnung zu machen. Da samstags aber ohnehin nur von 10 bis 12 Uhr gezahlt werden muss, war nicht nur Wolfgang Gumm der Meinung, dass das kostenfreie Parken nach dem Ratsbeschluss nicht „verwässert werden dürfe“.

Neue Regelung für Werbezwecke nutzen

Einstimmig wurde das kostenfreie Parken schließlich auf den Weg gebracht – verbunden mit dem Wunsch, dass die Verwaltung, aber auch die Warburger Geschäftsleute die neue Regelung auch umfangreich für Werbezwecke nutzen. Bürgermeister Michael Stickeln versprach, alle klassischen und neuen Medien mit der Nachricht bespielen zu wollen, und er war sich sicher, dass die Geschäftsleute ihr Organ, den DESENBERG-BOTEN, ebenfalls für Werbemaßnahmen nutzen werden.

Kritisch äußerten sich nur die Grünen, die sich der Stimme enthielten. Josef Schrader machte deutlich, dass seiner Partei auch der Handel in der Innenstadt am Herzen liege. „Aber eine lebendige Innenstadt erreicht man nicht, wenn mehr Autos fahren.“

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