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Konkrete Vorschläge zur Verbesserung des Bahnhofsumfeldes

„Land der Zuckerfabrik kaufen“

Warburg (WB). Das Umfeld des Warburger Bahnhofs ist vielen ein Dorn im Auge. Die Mängelliste ist lang: fehlende sichere Abstellplätze für Fahrräder, Pendlerparkplätze, die weit weg und schlecht beleuchtet sind, unattraktiver Bahnhofsvorplatz. Die interfraktionelle „Arbeitsgruppe Mobilität“ geht jetzt in die Offensive und fordert, die Möglichkeiten am Bahnhof neu zu überdenken.

Jürgen Vahle

Die interfraktionelle „Arbeitsgruppe Mobilität“ regt an, die gegenüber dem Bahnhof gelegene Grünfläche von der Südzucker AG zu erwerben. Hier könnten in Zukunft die Mobilstation aufgestellt und Pendlerparkplätze ausgewiesen werden. Foto: Jürgen Vahle

Neben einem geeigneten Standort für die zukünftige Mobilstation sollte auch über die Situation der Pendlerparkplätze nachgedacht werden, berichtet CDU-Stadtverbandsvorsitzender Hubertus Kuhaupt. „Derzeit befinden sie sich westlich des Bahnhofsgebäudes an einer unübersichtlichen und zur Abend- und Nachtzeit dunklen Stelle“, berichtet Kuhaupt weiter. Die Berufspendler, die täglich nach Paderborn oder Kassel fahren, seien eine wichtige Zielgruppe, die vom Auto in die Bahn gebracht werden könnte. „Die CDU-Fraktion hat die Verwaltung daher in der letzten Ratssitzung beauftragt, mit der Südzucker AG in Kontakt zu treten, um über den Kauf einer Grünfläche auf dem Gelände der Zuckerfabrik unmittelbar gegenüber des Bahnhofs zu verhandeln“, berichtet Hubertus Kuhaupt. Auch die interfraktionelle „Arbeitsgruppe Mobilität“ unterstütze dieses Anliegen.

Mobilstation auf der bisherigen Wiese

Auf der bisherigen Wiese könne an einer übersichtlichen und direkt am Bahnhof gelegenen Stelle die Mobilstation mit der Option einer Erweiterung für zusätzliche Fahrradstellplätze errichtet werden. Ebenso könnten dort Pendlerparkplätze für Frauen und mobilitätsbeeinträchtigte Personen oder auch E-Ladesäulen direkt am Bahnhof errichtet werden.

Den Zeitpunkt für den Erwerb der Grünfläche von der Südzucker AG hält die Warburger Kommunalpolitik für günstig. „Wenn uns diese Aufwertung gelingt und dann auch noch das Fahrplanangebot mit einer dichteren Taktung verbessert wird, sind wir einer Mobilitätswende ein ganzes Stück näher gekommen“, ist sich Hubertus Kuhaupt sicher.

Pendlerparkplätze weiter auch für Langzeitparker

Die bisherigen Pendlerparkplätze sollten nach Ansicht der CDU weiter auch für Langzeitparker zur Verfügung gestellt werden. Daneben müssten die gesamten Grünanlagen am Bahnhof überarbeitet und ausgelichtet werden, „damit die Situation im Bahnhofsumfeld heller und freundlicher wird“, schlägt Hubertus Kuhaupt vor. Die Verkehrsflächen rund um den Bahnhof habe die Stadt schließlich bereits vor Jahren von der Deutschen Bahn gekauft.

Die vor drei Jahren gegründete fraktionsübergreifende „Arbeitsgruppe Mobilität“ kümmert sich um Fragen rund um den Verkehr in der Stadt und hat unlängst auch für die Einrichtung von „Mobilstationen“ votiert. Die landesweit zum Einsatz kommenden Mobilstationen bestehen aus einer überdachten und abschließbaren Anlage für abgestellte Fahrräder, in der bis zu 16 Elektrofahrräder Platz haben. Zudem gibt es die Möglichkeit, den Akku des E-Bikes wieder aufzuladen. Darüber hinaus werden E-Bikes zum Verleih an interessierte Bürger, Touristen oder Pendler angeboten. Im Kreis Höxter wurde die erste Mobilstation im vergangenen Jahr in Brakel errichtet. In Warburg soll eine Mobilstation im kommenden Jahr am Bahnhof aufgestellt werden, eine weitere soll später am Bahnhaltepunkt Scherfede folgen.

„Wenn wir die Menschen dazu bewegen wollen, vom Individualverkehr zum ÖPNV zu wechseln, muss das Angebot attraktiver werden. Und dazu gehört auch das räumliche Umfeld des Bahnhofs.“, so Kuhaupt weiter.

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