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Kampf für den Erhalt der Zuckerfabrik – Bürgermeister sucht Dialog mit Bauern

Landwirte und Stadt machen Druck

Warburg (WB/sis). »Wir wollen der Südzucker AG in den nächsten Tagen zeigen, dass hier dauerhaft Druck auf dem Kessel ist«, das hat Bürgermeister Michael Stickeln beim jährlichen Gespräch mit den Landwirten deutlich gemacht.

Die Landwirte stehen hinter der Warburger Zuckerfabrik. Das ist beim jährlichen Gespräch zwischen Bürgermeister Michael Stickeln (vorne rechts) und Vertretern der Landwirtschaft wie Antonius Tillmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes (vorne links), und Landfrauen-Kreisvorsitzende Gabriele Beckmann deutlich geworden. Foto: Silvia Schonheim

Er versicherte den anwesenden Bauern, dass im persönlichen Austausch mit dem Vorstand alle Argumente für den Erhalt der Zuckerfabrik Warburg angesprochen worden seien. A m Montag war Bürgermeister Michael Stickeln, wie berichtet, mit einer Delegation zum Konzernsitz nach Mannheim gereist.

Damit auch der Aufsichtsrat – das Entscheidungsgremium der Südzucker AG – über die aufgeheizte Stimmung in der Warburger Börde Bescheid weiß, »bekommen die Mitglieder jetzt jeden Tag Post von uns: Wenn der Vorstand den Aufsichtsrat nicht über die Situation vor Ort informiert, erledigen wir das«, versprach Michael Stickeln.

Petitionsschreiben gehen an Südzucker-Aufsichtsrat

Die Unterschriftenlisten gegen die Schließung des Zuckerwerkes Warburg, die Resolutionen aus den Städten, die Online-Petition, die gemeinsame Resolution des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes mit den von der drohenden Schließung betroffenen Kreisverbänden Höxter, Paderborn, Soest und Ruhr-Lippe – all diese Schreiben erhalten die Aufsichtsratmitglieder noch in dieser Woche.

Sie sind es, die am Montag, 25. Februar, endgültig über die vom Vorstand vorgeschlagenen Sparpläne – und damit über die Zukunft des Standortes Warburg – entscheiden. An dem Tag fahren mehrere Busse aus Warburg zum Konzernsitz nach Mannheim. Vor Ort wollen die Demonstranten für den Erhalt der Zuckerfabrik Warburg kämpfen.

Probleme mit dem Breitbandausbau

Zum 15. Mal hat Warburgs Bürgermeister den Dialog mit den Landwirten gesucht. Neben jährlich wiederkehrenden Themen wie Gebühren und Steuern und dem aktuellen Thema Zuckerfabrik kamen weitere Punkte zur Sprache. Wie problematisch der Breitbandausbau in den Außenbereichen ist, machte Landwirt Ansgar Berendes aus Nörde deutlich: »Unser Hof profitiert nicht vom Breitbandausbau. Die Sewikom hat mir angeboten, den Anschluss privat zu bezahlen. Kosten: 33.000 Euro. 300 Meter ist unser Hof vom nächsten Anschlusskasten entfernt. Wir fühlen uns als Landwirte abgehangen.« Die moderne Landwirtschaft benötige schnelles Internet. »Manche Internetseiten«, so Berendes, »öffnen sich erst gar nicht. Förderanträge kann ich so nicht ausfüllen.«

Das Problem kennt auch der Bonenburger Landwirt Antonius Tillmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter. Er habe ein ähnlich hohes Angebot der Sewikom erhalten. Er wies Bürgermeister Michael Stickeln auf Fördertöpfe des Landes Nordrhein-Westfalen und der EU hin: »Aus dem Münsterland weiß ich, dass es Fördermöglichkeiten für Außenbereiche gibt.« So sei dort ein subventionierter Breitbandanschluss für 2000 Euro zu haben. Bürgermeister Stickeln versicherte den Landwirten, sich über Fördermöglichkeiten zu informieren.

Bürgermeister will sich für Landwirte einsetzen

Ein weiteres Thema für die Landwirte waren die Wirtschaftswege und Gemeindestraßen. In diesem Jahr werde ein Unternehmen beauftragt, dass die Straßen und Wege bewerten soll. Michael Stickeln: »Wenn es dann um die Reihenfolge der Sanierungsmaßnahmen geht, wollen wir uns an diesen Ergebnissen orientieren.«

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