Kinder aus Scherfede seit 14 Monaten in der Kommunion-Warteschleife – Neue Anmeldung erst nach den Ferien

Langes Warten auf richtigen Moment

Warburg

78 Mädchen und Jungen aus dem Pastoralen Raum Warburg empfangen in diesem Jahr das Sakrament der 1. Heiligen Kommunion. Eigentlich müssten auch noch ein Mädchen und fünf Jungen aus Scherfede hinzugerechnet werden. Sie sind aus dem Vorjahr „übrig geblieben“ und warten nun seit 14 Monaten auf den richtigen Zeitpunkt für die Feier. Die Corona-Pandemie wirbelt alles durcheinander.

Jürgen Vahle

Sie warten seit einem Jahr auf den richtigen Zeitpunkt für ihre Kommunionfeier (von unten) Marlene Peine, Philipp Ricken, Leon Kovalevski, Marius Rose, Lionel Pahlke und Justus Pieper. Foto: Jürgen Vahle

Marlene Peine, Philipp Ricken, Leon Kovalevski, Marius Rose, Lionel Pahlke und Justus Pieper wären eigentlich im Frühjahr 2020 erstmals zum Tisch des Herrn gegangen und waren auch vom pastoralen Team auf diesen Termin punktgenau vorbereitet worden. Doch dann kam Corona.

Aber eine Erstkommunion ohne Oma und Opa, ohne Tanten, Onkel, Freunde und Nachbarn feiern? Das wollten weder die Kinder noch deren Eltern. Und daher haben sie in Scherfede auf Zeit gespielt. Doch mit Zeitplänen in der Pandemie ist das so eine Sache: Immer wieder mussten Termine für die Feier über den Haufen geworfen werden, weil sich die Coronalage einfach nicht gebessert hat und die geplanten größeren Familienfeiern weiterhin nicht erlaubt waren.

Ersatztermine waren geplant

Im September, im Dezember, zuletzt am 1. Mai waren Ersatztermine für die Scherfeder Kinder geplant worden. Doch die Ausgangsposition hat sich seit dem Frühjahr 2020 kaum gebessert. Ursprünglich war die Scherfeder Kommuniongruppe zwölf Kinder stark. Einigen Kindern war die mehrfache Verschiebung irgendwann dann doch zu ungewiss: Sie sind zwischenzeitlich in einem Sonntagsgottesdienst erstmals zur Kommunion gegangen und haben dann in ganz kleinem Kreis zu Hause gefeiert.

Die übrigen sechs Kinder warten aber weiter auf die richtige Gelegenheit. Aber nicht mehr allzu lange: Jetzt soll am 19. Juni gefeiert werden. „Dann machen wir es auf jeden Fall, egal wie die Lage ist“, sagt Evelyn Peine, Mutter eines der Kinder.

Perspektiven für eine größere Familienfeier bleiben weiter vage – auch für den aktuellen Kommunionjahrgang. Und für die 78 Mädchen und Jungen aus dem Pastoralen Raum Warburg war auch die Vorbereitung deutlich erschwert. 2019/2020 konnte ein Großteil der Gruppenstunden, Weg- und Familiengottesdienste noch stattfinden, weil sie vor Beginn der Pandemie lagen. Doch die Kommunionvorbereitung 2020/2021 war für das pastorale Team wie auch für Kinder und Eltern ganz anders.

Online-Feier mit Kommunionfamilien

Im Mittelpunkt stand ein Kommunionkalender, der in den Familien zur „Vorbereitung im Homeoffice“ genutzt werden sollte, berichtet Gemeindereferentin Theresa Dreier. Viele geplante Weg- und Familiengottesdienste fielen aus und konnten nur in Teilen aufgefangen werden – beispielsweise durch einen eigenen Weggottesdienst auf Abstand und mit Anmeldung im Altarraum der Neustadtkirche und digitale Angebote. So waren bei einer Online-Feier von 70 Kommunionfamilien mehr als 40 dabei. „Dafür, dass wir das zum ersten Mal angeboten haben, war das eine gute Quote“, freut sich Theresa Dreier über diesen Lichtblick.

Auch bei den digitalen Osterangeboten seien sehr viele Kommunionkinder zugeschaltet gewesen. Auf das Sakrament gut vorbereitet seien die Kinder daher schon. Die Familien hätten allerdings, wenn es um die anschließenden größeren Familienfeiern geht, die gleichen Sorgen wie die Eltern vor einem Jahr, berichtet die Gemeindereferentin. Daher hätten sich Kinder und Eltern aus Rimbeck und Daseburg bereits dazu entscheiden, erst nach den Sommerferien feiern zu wollen, wenn die Pandemie womöglich weitgehend besiegt ist.

Darauf hofft auch der pastorale Raum Warburg. Die Eltern der Kommunionkinder 2021/2022 sollen daher auch erst nach den Ferien angeschrieben werden. „Dann können wir im Vorbereitungsteam auch besser abwägen, was möglich ist und was nicht“, berichtet Theresa Dreier.

Startseite