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Firma spendet Photovoltaik-Anlage – Kinderdorf profitiert von Sonnenenergie

Mark Lohe im Hilfseinsatz in Simbabwe

Warburg/Kaufungen (WB). Eine Woche Simbabwe zum Bau einer Solaranlage: Ein vierköpfiges Team von Energiesysteme Groß aus Kaufungen hat eine Photovoltaik-Anlage mit Energiespeicher für ein Kinderdorf aufgebaut. »Jetzt haben die 60 Kinder von Montgomery Heights durchgehend Strom und Wasser«, freut sich der Warburger Mark Lohe (Projektleitern Vertrieb).

Mark Lohe aus Warburg (links) ist mit Kollegen nach Simbabwe gereist. Sein Arbeitgeber hat für ein Kinderdorf eine Photovoltaik-Anlage gespendet. Sie wurde auf dem Kirchendach montiert (von links): Mark Lohe, Helfer James, Jens Dörbaum, Björn Groß, Tim Bartram. Foto:

Die Anlage wurde innerhalb eines einzigen Tages mit geballter Manpower auf dem Dach der Dorfkirche errichtet.

Keine Kundengeschenke zu Weihnachten

»Die Idee ist vergangenes Jahr im Herbst entstanden, als wir über die Kundengeschenke für Weihnachten nachgedacht haben«, erzählt Geschäftsführer und Inhaber Björn Groß. »Ein Mitarbeiter schlug vor, stattdessen Menschen zu unterstützen, denen es nicht so gut geht wie uns in Europa.« Das Projekt war schnell definiert: »Wir wollen eine Solaranlage spenden und sie auch vor Ort bauen.« Denn Unabhängigkeit durch Energie aus der Kraft der Sonne sei Kompetenz wie auch Leidenschaft von Energiesysteme Groß.

Montgomery Heights bietet eine zweite Heimat

Das passende Projekt für das Vorhaben fand der Landesverband Thüringen der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DSG): das Kinderdorf Montgomery Heights in Simbabwe. Die 1982 über die Stiftung Montgomery Heights Zimbabwe Children’s Foundation (MHZCF) gegründete christliche Institution kümmert sich um traumatisierte Kinder und Jugendliche und bietet ihnen Bildungsangebote, Fürsorge und eine zweite Familie. Leiterin Lesley Marshall und ihr Team kümmern sich um rund 60 Kinder und Jugendliche.

18 Stunden pro Tag kein Strom aus dem Netz

Eine durchgehende Stromversorgung gab es bislang in dem Kinderdorf nicht. »Rund 18 Stunden pro Tag und Nacht gab es keinen Strom aus dem Netz«, erklärt Björn Groß. »Für das Notwendigste wurde morgens von 6 bis 9 Uhr ein Generator betrieben. In dieser Zeit und nachmittags von 15.30 bis 16.30 Uhr wurde damit auch das Wasser in den Hochbehälter gepumpt. Die restliche Zeit gab es keinen Strom«, so der Firmenchef. Der werde aber gerade für das Babyhaus und die Krankenstation durchgehend benötigt. Das Team brauche hier nachts Licht und die Möglichkeit zur Sterilisation von Fläschchen und anderen Dingen.

Vorplanungen dauern vier Monate

Vier Monate dauerte die Vorplanung. Der DGS Thüringen vermittelte mit Dave Mathews und Steve Harris zwei erfahrene Solarteure aus Simbabwe, die das Projekt vorbereiteten und Komponenten zum Kinderdorf transportierten. Auch beim Bau der Anlage unterstützten Dave Mathews und Steve Harris das Team aus Deutschland mit Firmenchef Björn Groß, Prokurist Jens Dörbaum und den beiden Projektleitern Vertrieb Mark Lohe und Tim Bartram.

Der Bau der Anlage startete einen Tag nach der Ankunft um 6 Uhr morgens mit geballter Arbeitskraft aus Deutschland und Simbabwe: Zwölf Solarmodule mit insgesamt 3,3 Kilowattpeak (kWp, definiert die Spitzenleistung) wurden bis 18 Uhr auf das Dach der Dorfkirche montiert und mit den zu versorgenden Gebäuden verkabelt. Dazu kam der Einbau eines Energiespeichers, ausgelegt auf 5 Kilowattstunden Akkukapazität.

300 Meter neues Versorgungskabel sowie neue Verteilungen wurden zwischen den Gebäuden installiert. »Am dritten Tag lief die Anlage bereits und am vierten Tag konnten wir sie voll funktionsfähig an die Heimleitung übergeben«, berichtet Mark Lohe.

Vierköpfiges Einsatzteam nimmt sich Zeit für Kinder und Jugendliche

Zwischendurch nahm sich das Team auch Zeit, um mit den Kindern und Jugendlichen etwas zu unternehmen. »Es gab viele sehr schöne Begegnungen und Gespräche. Es ist eine wirklich beeindruckende Arbeit, die das Team von Montgomery Heights leistet«, fasst Mark Lohe zusammen.

Die Leitung des Kinderdorfs ist überglücklich, dass sie mit der Anbringung der Photovoltaik-Anlage nun auch nachts Licht und Strom in der Krankenstation und im Babyhaus hat und tagsüber die Wasserpumpe betreiben kann.

Erweiterung um sechs weitere Module geplant

»Damit hat Montgomery Heights nun dauerhaft fließend Wasser und Strom – ein wenig Luxus, der für uns in Deutschland ganz normal geworden ist. Und sie profitieren vom einzigen Gut, das bei ihnen nicht knapp ist – von der Sonne«, so das Fazit von Lohe. Der Kontakt zum Kinderdorf ist nicht beendet. »Geplant ist«, so der Warburger, »die Anlage in Zukunft um sechs weitere Module zu erweitern.«

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