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Schmetterlingssteig soll mehr Wandertouristen ins Diemeltal bringen – Experten schlagen Verbesserungen vor

Mehr Betten und Bänke am Weg

Warburg

Die Entwickler des Diemeltaler Schmetterlingssteigs haben zahlreiche Verbesserungen vorgeschlagen, mit denen der 152 Kilometer lange Wanderweg in Zukunft attraktiver gestaltet werden könnte. Die Vorschläge von Christiane Sasse sowie Miriam und Ruben Emme (Agentur Truedesign) reichen vom Ausbau von Übernachtungsmöglichkeiten über die Anlage zusätzlicher Blühstreifen bis zu einheitlichen Sitzbänken.

Jürgen Vahle

Der Diemeltaler Schmetterlingssteig (hier die Strecke im Assler Wald) hat sich zu einem Besuchermagnet entwickelt. Jetzt soll er verbessert werden. Foto: Jürgen Vahle

Der 40-seitige Katalog zeigt sowohl den Bestand an wandertouristischer Infrastruktur auf, gibt aber auch kreative Vorschläge, mit welchen Angeboten der Tourismus im Diemeltal speziell für Wanderer beflügelt werden könnte.

Demnach fehlen in sehr vielen der 26 Orte, die am neuen Wanderweg liegen, Hinweise darauf, wo Ortsfremde parken können. Daher empfiehlt das Team, bis März in jedem Dorf Wanderparkplätze mit Schmetterlingslogo für die zukünftigen Gäste auszuweisen.

Übernachtungsmöglichkeit gesucht

Differenzierter sei das Problem für Wandergäste, eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden und sich unterwegs mit Proviant zu versorgen. „Vor allem in den Dörfern zwischen Warburg und Trendelburg hat der Gast kaum Möglichkeiten zum Übernachten“, berichtet Projektleiterin Christiane Sasse. Hier appelliert das Projektteam an die Touristiker, ihre Bürger fachlich zu beraten und zu motivieren, solche Betten zu schaffen. Kleine Tiny-Häuser, hängende Zelte oder zwei Quadratmeter große mobile Betten seien Beispiele für ein „ganz anderes Übernachten“, mit dem das Diemeltal interessanter gemacht werden könne. Passend zum Schmetterlingssteig gibt es den Tipp, Schäferwagen für Wanderer anzubieten.

Übernachtungsangebote könnten auch von gastfreundlichen Bürgern ausgehen, die einen Raum ihres Hauses an Gäste vermieten möchten. „Um eine möglichst große Portion Heimat mit in die Angebote einzubauen, empfehlen wir die Zimmer mit regionaltypischen Baustoffen, hiesigen Produkten und großformatigen Fotoimpressionen des Diemeltals auszustatten“, rät Miriam Emme.

Außerdem schlagen die drei Planer vor, den Schmetterlingssteig über die Landesgrenzen hinweg einheitlich zu gestalten, um den Wanderern ein ganzheitliches Gefühl des Weges zu vermitteln. „Unsere Gäste interessiert es wenig, ob sie gerade über einen hessischen oder nordrhein-westfälischen Höhenzug wandern. Sie möchten sich aber durch Wiedererkennungseffekte auf 152 Kilometern gut orientieren können“, sagt Christiane Sasse. So schlägt sie einheitliche Sitzbänke aus Cortenstahl und Eichenholz vor. Auch wechselnde Metallskulpturen (zum Beispiel ein Schäfer oder Ziegen) an Orten mit besonderem Ausblick seien sinnvoll, um damit das Thema Kalkmagerrasen immer wieder zu vergegenwärtigen.

Nahversorgung und Wohnmobilstellplätze

Der Katalog bearbeitet zudem die Themen der Nahversorgung und der Wohnmobilstellplätze. Zusätzlich wünscht sich die Projektleitung eine Ausweitung von Blühstreifen und Blühwiesen speziell für Schmetterlinge an den ortsnahen Wegen des Steigs durch Privatpersonen, Vereine, Naturschutz und Landwirtschaft.

Mit der 40-seitigen Analyse erhoffen sich die Partner des Projektes „Schmetterlingssteig“, dass die Ideen und Vorschläge breit gestreut werden und den einen oder anderen Bürger überzeugen, selbst zum Gastgeber, Versorger oder Stellplatzbetreiber für Wohnmobile zu werden. Das Ziel aller Bemühungen sei es, durch die touristische Nachfrage und Belebung des Diemeltals Wertschöpfung in die Region zu bringen.

Der Katalog ist im Internet im pdf-Format einzusehen. Infos zum LEADER-Projekt gibt es dort ebenfalls.

https://diemeltaler-schmetterlingssteig.de

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