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300 Jahre hat die Familie Kohlschein das Braurecht an der Diemel

Neues Bier nach alter Väter Sitte

Warburg

Der 31. Januar 1721 ist für die Warburger Familie Kohlschein ein ganz besonderer Tag. Damals erwarb nämlich Johann Jodocus Kaulschien das Braurecht der Stadt Warburg für sich und seine Familie. Exakt 300 Jahre später, brauen die Kohlscheins immer noch das beliebte Warburger Bier, mittlerweile in zehnter Generation.

Jürgen Vahle

Bürgermeister Tobias Scherf (rechts) hat das erste Fass „Warburger 1721“ angeschlagen. Das machte er souverän und mit links – sehr zur Freude von (von links) Michael Kohlschein, Braumeister Peter Schießl und Franz-Axel Kohlschein. Foto: Jürgen Vahle

Und da dieser 300. Geburtstag auch in Coronazeiten ein Grund zum Feiern ist, gibt es dazu das passende Festbier. Es heißt, wie sollte es anders sein, „1721“, ist nach alter Väter Sitte gebraut und steht von Montag an im Handel.

Am Freitag ist das besondere Festgetränk in ganz kleinem Kreis vorgestellt worden. Warburgs Bürgermeister Tobias Scherf schlug gekonnt und mit links das erste Fass an, Landrat Michael Stickeln gratulierte im Namen des Kreises zum Jubiläum. Mehr war wegen Corona nicht möglich, obwohl viel mehr geplant war.

„Der 31. Januar 2021 war für uns schon seit Jahren als Festtermin zum 300-Jährigen gesetzt. Doch Corona macht nur diesen ganz beschaulichen Rahmen möglich“, bedauerte Franz-Axel Kohlschein, gemeinsam mit seinem Cousin Michael Chef der Brauerei. Bereits im vergangenen Sommer habe man alle Planungen gekappt. Auf ein neues Editionsbier habe das Unternehmen aber nicht verzichten wollen. Im Sommer soll zudem eine Chronik der Brauerei veröffentlicht werden, die zeigt, wie sehr sich die Kohlscheins der Braukunst und den Werten einer Familienbrauerei verpflichtet fühlen. Weitere Veranstaltungen sollen von der Pandemielage abhängig gemacht werden.

„Das Warburger Bier ist ein guter Botschafter des Kreises Höxter“, lobte Landrat Michael Stickeln (links) – und überreichte Brauereichef Michael Kohlschein eine Urkunde. Foto: Jürgen Vahle

Das Brauwesen hat in Warburg eine Jahrhunderte lange Tradition. Schon immer sei es den Stadtvätern wichtig gewesen, für sich und für Gäste ein gutes Bier zu haben, berichtete Michael Kohlschein. Bereits in einer Chronik aus dem Jahr 1327 ist zu lesen: „In Warburg brauet man ein herrlich gut Bier.“ Und schon 1436 habe die Stadt in ihrer Verfassungsurkunde, dem „Großen Brief“, auch ein Qualitätsstatut für gutes Warburger Bier gesetzt.

Zunächst wird das „1721“ nur in Flaschen geliefert. Foto: Jürgen Vahle

Das neue „1721“ setzt diese Tradition fort. Es ist ein leicht bitteres, obergäriges Braunbier mit einer besonderen Würze. „Es ist ein Bier, das sehr nah an das erste von Johann Jodocus Kaulschien kommen dürfte“, macht Franz-Axel Kohlschein deutlich. Garant dafür sei unter anderem die historische Landgerste, die Braumeister Peter Schießl verwendet hat. Sie wurde aus mittelalterlichen Gerstenkörnern nachgezüchtet, die bei archäologischen Grabungen entdeckt worden waren. „Wir sind weltweit eine der ersten Brauereien, die diese historische Gerste verarbeiten“, freut sich Franz-Axel Kohlschein.

Das „1721“ soll nun das ganze Jubiläumsjahr lang erhältlich sein, zunächst nur in der Flasche, bei Bedarf und je nach Entwicklung der Pandemie dann auch aus dem Fass.

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