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Germeter Trio präsentiert 120 Seiten starkes Werk mit Fotos aus dem Dorfleben

Neues Bilderbuch zur Ortsgeschichte

Warburg (WB). Ein Bilderbuch zur Ortsgeschichte von Warburg-Germete wird am Sonntag, 3. November, in Germete vorgestellt und erstmals angeboten. Es ist 120 Seiten stark und fußt auf der Foto- und Dokumentenausstellung, die zum 1000-jährigen Bestehen des Ortes im Jahr 2018 gezeigt worden ist.

Jürgen Vahle

Wilhelm Bornhorst, Wolfgang Eikenberg und Johnnes Sonntag (von links) haben die Dorfgeschichte in einem Buch zusammengefasst. Als Einband dient die Kopie einer Urkarte des Ortes aus dem Jahr 1830, die Volker Schweins organisiert hatte. Foto: Jürgen Vahle

Der Germeter Büchereileiter Johannes Sonntag (60), ETSG-Ehrenvorsitzender Wolfgang Eikenberg (76) und Bezirksausschuss-Mitglied Wilhelm Bornhorst (74) hatten in mühevoller Kleinarbeit zum Ortsjubiläum hunderte Bilder und Dokumente aus Germete und den umliegenden Ortschaften zusammengetragen. Die Ausstellung wurde ein großer Erfolg – und auch Wochen nach Ende des Jubiläums gab es immer wieder Germeter, die sich die Schautafeln gerne einmal oder noch einmal angeschaut hätten. Für die drei Initiatoren war das die Motivation, sich mehrere Hundert Stunden zusammenzusetzen und die in der Ausstellung gezeigten Materialien sowie weitere Fotos in einem Buch zusammenzufassen.

Als Hardcover gebunden und mit viel Bildmaterial

Entstanden ist ein Werk, das als Hardcover gebunden wird und mit viel Bildmaterial und wenigen erläuternden Texten bestückt wurde. Auf Bildzeilen wurde bewusst verzichtet. »Zum einen kann man bei vielen Bildern nicht mehr genau sagen, welche Personen zu sehen sind. Zum anderen haben wir in der Ausstellung die Erfahrung gemacht, dass die fehlenden Namen zur Diskussion und zum Gespräch über das Dorf anregen. Genau das wollen wir«, berichtet Johannes Sonntag.

Der Germeter Büchereileiter hat schon einige Erfahrung im Veröffentlichen von ortsgeschichtlichen Büchern. Gemeinsam mit Michael Dorau hat er in der Vergangenheit bereits die Dorfchronik des Lehrers Anton Plass in neuer und kommentierter Form aufgelegt. Auch ihr Buch »Dorfspaziergang«, bei dem alte Straßenzüge des Ortes gezeigt wurden, fand viel Interesse.

Gleiches hofft Johannes Sonntag auch für das neue Werk, das den Titel »1000 Jahre Germete – Kleiner Rundgang durch die Jubiläumsausstellung 2018« trägt. 100 Exemplare hat das Trio zunächst drucken lassen. Verkauft werden die Bücher nahezu zum Selbstkostenpreis von 15 Euro.

Erntedankfest als Gegenpol zur Oktoberwoche

Anders als in der Ausstellung, werden im Buch aber nur bestimmte Themen herausgegriffen. »Sonst wäre es einfach zu viel geworden«, berichtet Johannes Sonntag. Thematisch geht es um alte Postkarten aus dem Luftkurort, die vor allem Marc Engemann organisiert hat. Die Entwicklung der Heil- und Mineralquellen spielt eine Rolle, ebenso wie das Handwerk und das Kleingewerbe im Ort. Einen breiten Raum nehmen die Feste und Feiern ein – darunter auch ein Erntedankfest, das 1949 als Gegenpol zur Oktoberwoche gefeiert wurde. Am Ende hat sich aber die Warburger Wiesn durchgesetzt, der Erntemarkt in Germete blieb eine Eintagsfliege – wenn auch eine mit 3000 Gästen sehr gut besuchte.

In Germete sind die Naturgewalten immer ein Thema. Hochwasser und Brände ziehen sich durch die Dorfgeschichte – und werden auch in dem Buch aufbereitet. Das Leben in Schule und Kindergarten sowie die Entwicklung der Pfarrei und der Germeter Schwestern bilden ebenfalls einen Schwerpunkt.

Privatarchiv von Wolfgang Eikenberg eine wahre Fundgrube

Für die drei Verfasser des Buches war es wichtig, deutlich mehr und besser aufbereitetes Material als in der Ausstellung zu zeigen. Dabei war allein das Privatarchiv von Wolfgang Eikenberg eine wahre Fundgrube. Der 76-Jährige hat seit 1965 nahezu jeden Zeitungsartikel, der über Germete geschrieben wurde, gesammelt – mittlerweile 30 Aktenordner voll. Dazu besitzt er auch eine gut bestückte Fotosammlung und »exzellente Kontakte ins Dorf«, wie Johannes Sonntag berichtet. So sei man an Material gekommen, das sonst niemals den Weg in das Buch gefunden hätte.

Die Veröffentlichung des neuen Werks soll übrigens nicht das Ende der Zusammenarbeit bedeuten. Für 2020 haben sich die drei vorgenommen, den vom Germeter Schützenchef Thomas Sommerfeld im Jubiläumsjahr ausgearbeiteten Dorfspaziergang zur Geschichte jedes Hauses und deren Bewohner in eine Buchform zu bringen. Auch zur Geschichte der Vereine ist eine Veröffentlichung denkbar. Genügend, wenn auch ungeordnetes Material haben die Heimatfreunde aus der Vereinswelt zusammengetragen.

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