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Ein Kommentar von Ralf Benner zum integrativen Quartier Laurentiushöhe

Noch ein weiter Weg bis zum ersten Neubau im zukünftigen Warburger Wohngebiet

Warburg

Mit dem A-Status, den das Entscheidungsgremium der Regionale 2022 dem Leuchtturmprojekt „Inte­gratives Quartier Laurentiushöhe“ verliehen hat, ist eine wichtige Hürde genommen worden. Mit ihm ist ein guter Zugang zu weiteren Fördermöglichkeiten für dieses auf Jahrzehnte angelegte Projekt gegeben.

Auf der Laurentiushöhe soll in den kommenden zwei Jahrzehnten in mehreren Teilabschnitten ein integratives Wohnquartier entstehen, in dem etwa 1000 Menschen eine Heimat finden. Foto: Andreas Menge

Mittlerweile liegt auch ein städtebaulicher Entwurf für eine 16 Hektar große Fläche innerhalb des 99 Hektar umfassenden Projektgebietes vor, der noch bis zum Sommer dieses Jahres feinjustiert werden soll. Ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept wurde zudem auf den Weg gebracht, um sich Fördermittel in Millionenhöhe sichern zu können.

So weit, so gut. Doch es ist wohl noch ein weiter Weg bis zu konkreten Baumaßnahmen, die frühestens 2023, aber wohl eher 2024 beginnen können. Es gibt nämlich noch viele Baustellen auf dem Weg zur Realisierung dieses Großprojekts, die zunächst überwunden werden müssen.

Eine davon ist der Umstand, dass die Hansestadt derzeit noch bemüht ist, private Flächen nordöstlich im Planungsgebiet zu erwerben. Es braucht noch einen langen Atem, bis das zarte Pflänzchen, das 2018 bei einem Workshop im PZ gesetzt wurde, wachsen, gedeihen und sich zur vollen Blüte entfalten kann.

Das HPZ, 1966 weit außerhalb des Stadtzentrums am Ende des Stiepenweges aufgebaut, ist mittlerweile nicht mehr fern der Kernstadt. Die Hansestadt ist zusehends an das HPZ herangerückt. Da ist es nur folgerichtig, dass das HPZ bei der Gestaltung eines neuen Quartiers nicht nur neuen Wohnraum für etwa 1000 Menschen kreieren, sondern Möglichkeiten der Begegnung schaffen, gemeinnützig wirtschaften und eine lebendige Nachbarschaft entfalten will. Eine Gewinnsituation für alle Beteiligten, denn diese Vorstellungen treffen sich auch mit den Interessen der Hansestadt Warburg, die nach neuem Bauland suchte.

Viel Wunschdenken ist mit im Spiel

Karl-Heinz Vogt, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Caritas Wohn- und Werkstätten Paderborn (CWW), und Warburgs damaliger Bürgermeister Michael Stickeln nahmen vor mehr als drei Jahren den Ball auf, schwärmten vom Modellprojekt eines „Quartiers mit Seele“. Da ist und war auch immer viel Wunschdenken mit im Spiel. Nun liegt es an den derzeitigen Akteuren, Bürgermeister Tobias Scherf und CWW-Geschäftsführer Matthias Schmidt, diesen Ball weiterzuspielen.

Die Entwicklung sozialer Quartiere ist im ländlichen Raum noch nicht so bekannt wie in vielen Großstädten, insoweit ist Warburg für andere Kommunen tatsächlich beispielhaft. Die Entwicklung eines Stadtviertels mit neuen Wohnformen hat viel Potenzial. Der Weg dahin aber ist noch lang und aktuell nicht mehr als ein sehr anspruchsvoller Arbeitsauftrag für die Projektverantwortlichen.

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