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Warburger Hanse-Genossenschaft bietet zwei neue Produkte an

Originelle Taschen aus Kaffeesäcken

Warburg (WB/vsm). Fairness, die Umsetzung innovativer Ideen und Recycling – dafür steht die Schülerfirma des Hüffertgymnasiums, die Hanse-Genossenschaft. Nun hat die Firma mit zwei neuen Produkten ihr Verkaufssortiment erweitert: Leuchten und Taschen. Sie werden erstmals bei der Kunstausstellung im Altbau am 15. Juni ab 18 Uhr zum Kauf angeboten.

Die Hanse-Genossenschaft des Warburger Hüffertgymnasiums hat ihre neuen Produkte, Heimleuchten aus ausgedienten Warburger Straßenlaternen und Umhängebeutel aus Kaffeesäcken, präsentiert. Genäht wurden diese von Fatima Almohammed mit Söhnchen Amjad, Lela Gweiesiani und Wadha Al Nzal (von links) nach einem Entwurf von Carina Dierkes (vorne rechts). Neben ihr der Vorstandsvorsitzende Maik Hartmann. Hinten (ab 4. von links.) Betty Hermanns (Flüchtlingshilfe), Michael Thebille, Schulleiterin Susanne Krekeler, Lehrer Robert Reißig und Kaffeeröster Klaus Langen aus Meschede. Foto: Verena Schäfers-Michels

»In der Hanse-Genossenschaft Warburg erleben die Schüler Wirtschaft im Unterricht praktisch«, sagt Michael Thebille, der mit seinem Kollegen Robert Reißig die Schüler betreut.

Ausgediente Straßenlaternen als »Heim-Leuchter«

Seit vier Jahren vertreibt die Schülerfirma den Hansekaffee, der in der Kaffeerösterei Langen in Medebach hergestellt wird und in den Warburger Weltläden vertrieben wird. 50 Prozent des Gewinns spendet das Unternehmen an die Schulmaterialienkammer Warburg, die andere Hälfte wird investiert.

Beispielsweise in Tablets für die Schule und in eine neue Kaffeemaschine für die Hanse-Genossenschaft. Zudem ließen sich die Schüler den Spruch »Fair schmeckt mehr« beim Patentamt schützen.

Jetzt haben die Schüler zwei neue Produkte in ihr Verkaufsprogramm aufgenommen, von denen eines streng limitiert ist. Dabei handelt es sich um etwa 50 Zentimeter hohe »Heim-Leuchten«, die von den Inklusionsschülern aus ausgedienten Straßenlaternen gefertigt wurden. »Der ›Heim-Leuchter‹ ist das erste Upcycling-Produkt, das wir auf den Markt bringen«, erläutert Maik Hartmann.

»Dieses Projekt ist eine interessante Geschichte.«

Unterstützt wurden die Schüler von der Warburger Holzwerkstatt Himmler, die passende Holzdeckel als Verschluss für die Lampen anfertigte, die dann von den Jungen und Mädchen in verschiedenen Farben gestrichen oder lackiert wurden. Da die Leuchten aus den alten Warburger Straßenlaternen, die in den vergangenen Monaten ausgetauscht wurden, bestehen, gibt es nur 30 Stück.

Für das zweite Produkt stellt Kaffeeröster Klaus Langen gerne und unbegrenzt Material zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine Strandtasche oder einen Shopper, also großräumige Taschen aus gebrauchten Kaffeesäcken.

»Nach dem Rösten brauche ich die Säcke, die aus Jute oder Sisal bestehen, nicht mehr«, sagt der Mescheder. »Oft gebe ich Säcke an Baumschulen ab oder spende sie einer Firma, die daraus Dämmmaterial herstellt. Aber dieses Projekt ist natürlich eine interessante Geschichte.«

20 individuelle Taschen in verschiedenen Farben

Den Prototyp für das Produkt hat Carina Dierkes angefertigt. Sie hat 2017 ihr Abitur am Hüffertgymnasium absolviert und ist derzeit im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres als Rettungssanitäterin im Rettungsdienst tätig.

»Ich möchte mit diesem Projekt die Schülerfirma und die Kunstkurse der Oberstufe unterstützen« erklärt Carina Dierkes, die zudem noch einen Rucksack entworfen hat. Jede Tasche ist mit einem Stoffetikett versehen, das ihr eigenes Logo zeigt: Nadel und Faden, die ihre Initialen ergeben.

Inzwischen sind fast 20 individuelle Taschen mit Henkeln in verschiedenen Farben und mit buntem Innenfutter fertiggestellt. Genäht haben diese Lela Gweiesiani aus Georgien sowie Wadha Al Nzal und Fatima Almohammad aus Syrien. Sie besuchen wöchentlich den Flüchtlingsfrauennähkursus der Flüchtlingsinitiative, der von Betty Hermanns geleitet wird.

Nähkursus sucht nach alten Nähmaschinen

Gemeinsam mit den ehrenamtlichen Helferinnen Ursula Zehbold aus Deppenhöfen und Ali Lügger nähen die Frauen seit zwei Jahren Kleidung für die Familie und nun auch die Taschen, für die sie nun ihre erste Lohnzahlung von der Hanse-Genossenschaft erhielten.

Für den Stand in der Oktoberwochen sollen die Frauen weitere Taschen nähen, die für 30 Euro angeboten werden. Beide Produkte sollen erstmals bei der Kunstausstellung am 15. Juni im Altbau verkauft werden. Die Heim-Leuchten kosten 50 Euro.

Der Nähkursus sammelt Nähmaschinen, die nicht mehr gebraucht werden. Kontakt: Betty Hermanns, Telefon 05641/5750, oder Aloisia Lügger, Telefon 05644/372.

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