1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Warburg
  6. >
  7. Drama „Aus dem Nichts": Polit- und Justizthriller zu NSU-Morden auf der Warburger Theaterbühne

  8. >

NSU-Morde:  Drama „Aus dem Nichts" von Fatih Akin wird im PZ aufgeführt

Polit- und Justizthriller auf der Warburger Theaterbühne

Warburg

Zum Abschluss der „Theater in Warburg"-Saison ist die Konzertdirektion Landgraf  Landgraf am Dienstag, 26. April, mit dem Schauspiel „Aus dem Nichts" im Pädagogischen Zentrum (PZ)  zu Gast. Hintergrund des Dramas von Fatih Akin sind die rechtsextremistischen NSU-Morde in Deutschland.

Bearbeitet von Ralf Benner

Die Konzertdirektion Landgraf gastiert mit dem Drama  "Aus dem Nichts" in Warburg.  Es handelt sich um die Theater-Adaption des bekannten Kinofilms  von Fatih Akin. Foto: Konzertdirektion Landgraf

»Eine Blutspur rechten Terrors zieht sich durch Deutschland« – so formulierten es Bundestagsabgeordnete nach dem Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020, einem rechtsextremistischen Terrorakt, bei dem neun Hanauer Bürger mit Migrationshintergrund getötet wurden. Neben der Verurteilung solcher Taten, gibt es immer wieder auch Stimmen, die den Sicherheitsbehörden vorwerfen, auf dem rechten Auge blind zu sein.

Sicht der Opfer im Fokus

2017 schuf der renommierte Filmemacher Fatih Akin einen verstörenden Film über die rechtsextremistischen NSU-Morde in Deutschland aus Sicht der Opfer. Im Mittelpunkt steht Katja, deren kurdischer Ehemann und Sohn bei einem Bombenanschlag ums Leben kommen. „Aus dem Nichts“ heißt das Stück zu diesem Film. In den Hauptrollen sind Anna Schäfer und Mathias Kopetzki zu sehen.

Das politische Drama ist als Theaterstück in der Bühnenfassung des Regisseurs Miraz Bezar zu sehen: Mit der Ermordung ihres Mannes Nuri und ihres kleinen Sohnes Rocco bricht Katjas Welt schlagartig zusammen. Besonders verheerend für sie, dass Polizei, Ermittler und Öffentlichkeit, selbst Nachbarn, Freunde und Verwandte an Nuris Mit- oder Teilschuld an dem Anschlag glauben. Es scheint plausibel, dass der Deutsch-Kurde wegen mutmaßlicher krimineller Kontakte ermordet wurde.

Neonazi-Ehepaar auf der Anklagebank

Einen rechtsextremen Hintergrund des Verbrechens hält niemand für denkbar. Schnell wird das Opfer als Täter abgestempelt. Und noch vor Gericht, als das schuldige Neonazi-Ehepaar auf der Anklagebank sitzt, findet Katja kein Gehör.

Für Fatih Akin, der dem NSU-Prozesses beiwohnte, bestand der moralische Skandal weniger darin, dass deutsche Neonazis zehn Menschen getötet hatten, sondern »dass die deutsche Polizei, die Gesellschaft und die Medien alle überzeugt waren, dass die Täter Türken oder Kurden sein müssten, dass irgendeine Mafia dahintersteckte.« Diese ernüchternde Einsicht wurde für ihn zum Auslöser, den Stoff für „Aus dem Nichts“ zu bearbeiten.

Rechtsstaat und Gesellschaft haben es schwer

„Wenn der NSU-Prozess und viele weitere rechtsextreme Anschläge eines gezeigt haben, dann dies: Das Problem des Rechtsradikalismus hat sich in die deutsche Gesellschaft ‚hineingefressen‘ und Rechtsstaat und Gesellschaft fällt es schwer, dieser Form des Extremismus zu begegnen", heißt es in der Pressemitteilung der Konzertdirektion Landgraf.

Einlass im PZ ist ab 19 Uhr unter Einhaltung der 3G-Regel. Ein entsprechender Nachweis ist vorzuzeigen, teilen Stadt Warburg und die VHS mit.

Der Kartenvorverkauf im Informationscenter auf dem Warburger Neustadt-Marktplatz (Telefon 05641/922800) hat begonnen.

Startseite
ANZEIGE