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»Mein Kennzeichen lügt – ich bin aus Warburg« – Initiative will Wiedereinführung erreichen – Was denken Sie?

Provokanter Aufkleber wirbt für WAR

Warburg (WB). Ein Kreis, ein Kennzeichen – das war kurz zusammengefasst die Begründung, mit der der Kreistag vor zwei Jahren die Wiedereinführung des WAR-Kennzeichens abgelehnt hatte. Eine Initiative von Warburger Bürgern will jetzt einen neuen Anlauf nehmen.

Marius Thöne

Melanie Eichert hat sich bereits einen der neuen Aufkleber auf die Heckklappe ihres Peugeots geklebt. Mit dem provokanten Spruch »Mein Kennzeichen lügt – ich bin aus Warburg« wollen sie und ihre Mitstreiter Öffentlichkeit herstellen und am Ende die Wiedereinführung des ausrangierten WAR erreichen. Foto: Marius Thöne

»Mein Kennzeichen lügt – ich bin aus Warburg«, dieser provokante Vers ist auf mittlerweile mehr als 200 Fahrzeugheckklappen im Altkreis Warburg zu lesen. Er ist auf einen Aufkleber gedruckt, der bei Holzhandlung Sander in der Warburger Desenbergstraße für vier Euro zu erwerben ist – allerdings erst ab kommenden Montag wieder. Derzeit sind Betriebsferien.

Was denken Sie?

Sind Sie für die Wiedereinführung des Altkennzeichens WAR oder dagegen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften per Post an WESTFALEN-BLATT, Lokalredaktion, Kalandstraße 17, 34414 Warburg; per E-Mail an warburg@westfalen-blatt.de. Oder hinterlassen Sie einen Kommentar unter diesem Artikel oder auf unserer Facebook-Fanpage, wo der Artikel auch gepostet ist.

Facebook-Gruppe »Willst du auch das Kennzeichen WAR an deinem Auto haben«

Hinter der Aktion stehen neben Hans-Gerd Sander unter anderem die Nörderin Melanie Eichert sowie die Warburger Boris Motyl und Rudi Ryll. »Die Idee zum Aufkleber ist in einer Facebook-Diskussion entstanden«, berichtet Melanie Eichert. Mittlerweile gibt es in dem sozialen Netzwerk eine eigene Gruppe »Willst du auch das Kennzeichen WAR an deinem Auto haben«, die bereits mehr als 400 Mitglieder hat. »Man kann also nicht sagen, dass das Thema keinen interessieren würde«, meint Ryll. Er wäre froh, wenn er sich wieder ein WAR-Nummernschild ans Auto schrauben könnte. »Das würde das Wir-Gefühl im Altkreis stärken«, sagt Boris Motyl und sei zudem eine gute Werbung für die alte Hansestadt und ihr Umland. Motyl und seine Mitstreiter sind enttäuscht, dass der Kreistag die Wiedereinführung des WAR-Kennzeichens seinerzeit abgelehnt hat. »Die hessischen Kreise um uns herum haben anders gehandelt«, berichtet Ryll. So gibt es im Kreis Kassel mittlerweile wieder die Kennzeichen HOG für Hofgeismar und WOH für Wolfhagen. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg fahren Autos wieder mit WA für Waldeck und FKB für Frankenberg. »Wenn die Warburger ein HOG-Auto sehen, das auf dem Marktplatz parkt, fragen sie sich, warum das bei uns nicht möglich ist«, sagt Ryll, der als Schornsteinfeger mit vielen Menschen ins Gespräch kommt.

In NRW bereits 22 eigentlich ausrangierte Kreiskürzel wieder eingeführt

Das Argument »Ein Kreis, ein Kennzeichen« gilt seiner Ansicht nach heute nicht mehr. NRW-weit dürfen die Kennzeichen seit Mitte 2012 bei Umzügen mitgenommen werden. Wenn also jemand von Herford nach Warburg zieht, behält er sein HF-Nummernschild. Demnächst soll die Regelung auf ganz Deutschland ausgedehnt werden. Die Nummernschildlandschaft wird also bunter. In NRW sind bereits 22 eigentlich ausrangierte Kreiskürzel wieder eingeführt worden. In Ostwestfalen-Lippe allerdings bislang nicht.

Die Initiative will nach den Sommerferien überlegen, wie sie die Wiedereinführung von WAR durchsetzen kann. Dazu soll ein Arbeitskreis gegründet werden. Wer daran mitwirken möchte, kann sich bei Rudi Ryll melden, 05641/8540. Ausdrücklich zur Mitarbeit aufgerufen sind auch Willebadessener und Borgentreicher. »Wir wollen das Kennzeichen ja nicht nur für die Stadt Warburg, sondern für den gesamten Altkreis«, sagt Melanie Eichert.

Einige WAR-Kennzeichen gibt es übrigens noch

Rudi Ryll kann sich eine Menge interessanter Aktionen vorstellen, um Landrat und Kreistag von der Wiedereinführung zu überzeugen: »Wir könnten beispielsweise in einem WAR-Autokorso ums Kreishaus fahren«, schlägt er vor.

Einige WAR-Kennzeichen gibt es übrigens noch. Sie tragen Fahrzeuge, die vor 1975 zugelassen wurden. 2012 waren es noch 450, hauptsächlich Traktoren und Anhänger.

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