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Fünf Jahre „Brot anstatt Böller“: Geld fließt an den Mittagstisch in Warburg

Raketenverzicht nährt Bedürftige

Warburg (WB). An Silvester auf Raketen und Böller verzichten – und dafür den Mittagstisch der Diakonie unterstützen. Dafür werben die Organisatoren von „Brot anstatt Böller“. Fünf Jahre wird die Aktion nun alt. „Und ich finde, wir haben alles richtig gemacht“, zieht Klaus Stalze eine Bilanz.

Daniel Lüns

Den Jahreswechsel feiern viele Menschen auch mit dem Abschuss von Raketen oder Böllern. Die Organisatoren der Aktion „Brot anstatt ­Böller“ werben dafür, auf die Knaller zu verzichten – und das Geld lieber für den Mittagstisch zu spenden. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

„Wir haben die Menschen sensibilisiert. Wir waren mit der Aktion sogar im Fernsehen. Vor allem vom Brüderkirchhof werden kaum noch Raketen verschossen. Und das gute Ergebnis sieht man in der Kasse der Diakonie“, zählt er die Ergebnisse auf. Die geringere Feinstaubbelastung sei auch gut für die Umwelt, ergänzt Christian Voß. „Und wenn weniger geböllert wird, dann kommt das auch den Tieren zugute“, sagt Rudi Ryll.

Feiern könne und solle man den Jahreswechsel natürlich trotzdem. „Wir wollen keine Spaßbremsen sein“, sagt Voß. Aber das Geld, das mit kurzen Lichteffekten im Himmel verpufft, das könne man eben auch anders anlegen – und vor allem langlebiger, ergänzt Daniela Dahlmann von der Diakonie Paderborn-Höxter in Warburg.

Aktion finanziert Mittagstisch über Monate

Alleine von den Einnahmen der Aktion „Brot anstatt Böller“ könne der Mittagstisch zwei bis drei Monate lang leben. Viel Zeit, in der Bedürftige versorgt werden können. Darum trommeln die Aktiven auch im fünften Jahr noch fleißig für ihre Aktion.

Gespräche mit Gastronomen gesucht

Ortsheimatpfleger Ulrich Nolte zum Beispiel hat die Gastronomiebetriebe besucht und Werbung gemacht. Die Idee: Gastwirte können ihren Kunden das Böllern in der Silvesternacht nicht verbieten. Aber die Wirte könnten im Vorfeld an ihre Kunden appellieren. „Ich bin da auf offene Ohren gestoßen“, sagt Nolte.

Fachwerkkulisse ist brandempfindlich

Was viele Menschen scheinbar immer noch nicht wüssten: Mit dem Feuerwerk ist es in Warburg ohnehin so eine Sache. Generell ist das Abschießen von Silvesterraketen und das Zünden von Böllern zum Jahreswechsel erlaubt – es sei denn, man befindet sich in einer besonderen Umgebung. In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Häusern oder Anlagen ist es nämlich verboten.

Das regelt Paragraph 23 der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz.

Und die Fachwerkkulisse der Hansestadt ist eben nicht nur wunderschön, sondern auch brandempfindlich.

„Es ist großes Glück, dass da noch nichts passiert ist“, betont Stalze. Unter anderem aus diesem Grund wird „Brot anstatt Böller“ auch seit Jahren von der Feuerwehr Warburg unterstützt. „Die Polizei und die Stadtverwaltung stehen ebenfalls hinter der Aktion“, ergänzt Voß.

Ziel sei es, auf jeden Fall den Brüderkirchhof, die Gegend rund um die Kirche St. Marien und die Marktplätze von Alt- und Neustadt böllerfrei zu halten. Dort stehen viele Fachwerkhäuser.

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