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Richtlinien für Freiland-Photovoltaikanlagen erst später verabschieden

Rat begrüßt PV-Anlage auf Spielfeldern

(WB). Der Warburger Stadtrat hat am Dienstag die Weichen dafür gestellt, dass ein Investor auf dem Gelände des früheren Tennisclubs Warburg (TC 80) im Mühlheimer Grund an der Desenbergstraße eine 5700 Quadratmeter große Freiland-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 750 Kilowatt (KW) errichten kann.

Ralf Benner

Auf den Spielfeldern des früheren Tennisclubs Warburg (TC 80) im Mühlheimer Grund an der Desenbergstraße kann eine 5700 Quadratmeter große Freiland-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 750 Kilowatt (KW) errichtet werden. Foto: Ralf Benner

Einstimmig haben sich die Ratsmitglieder in der jüngsten Sitzung dafür ausgesprochen, den Flächennutzungsplan entsprechend zu ändern und im Parallelverfahren einen Bebauungsplan »Sondergebiet Photovoltaik-Freiflächenanlage Mühlheimer Grund« aufzustellen.

Auflage: Bäume als natürlichen Lärmschutz erhalten

»Diesem Antrag können wir guten Gewissens zustimmen«, lautete der einhellige Tenor aller im Rat vertretenen Parteien. Eine optische Beeinträchtigung der Landschaft wird vom städtischen Gremium nicht gesehen.

Einzige Auflage des Rates: Die nördlich der PV-Anlage gelegenen Bäume sollen im Interesse der Anwohner als natürlicher Lärmschutz (benachbarter Zugverkehr) erhalten bleiben. Ein entsprechendes Entgegenkommen habe der Investor signalisiert, sagte Bürgermeister Michael Stickeln.

PV-Anlage auf früheren Spielfeldern

Die PV-Anlage soll auf der bereits versiegelten Fläche, den früheren Spielfeldern, errichtet werden. Das Clubhaus wird in eine Leitwarte zur Überwachung der stromproduzierenden Anlagen umfunktioniert. Geplant ist ferner die Schaffung einer etwa 2500 Quadratmeter großen Blühfläche nördlich neben der PV-Anlage. Außerdem soll unter der Anlage eine Blühfläche entstehen.

Stadtwerke sichern Stromabnahme zu

Die PV-Anlage wird etwa 110 Meter lang, 50 Meter breit und maximal drei Meter hoch sein. Laut Investor kann sie schätzungsweise 250 Haushalte mit »grünem« Strom versorgen. Die Stadtwerke Warburg hätten eine Stromabnahme zugesichert.

Keine allgemein gültigen Richtlinien verabschiedet

Allgemein gültige Richtlinien für die Aufstellung von Bebauungsplänen zur Ausweisung von Sondergebieten für Freiflächen-Photovoltaikanlagen hat der Rat – wie ursprünglich vorgesehen – in der Sitzung nicht verabschiedet.

Auf Antrag der CDU stimmte das Gremium mehrheitlich dafür, das Thema von der Tagesordnung zu nehmen. »Es besteht noch Beratungsbedarf«, erklärte Willi Vonde (CDU). »Was ist zum Beispiel, wenn ein Landwirte eine solche Anlage bauen will, es aber dem Nachbarn nicht passt.« Auf diese Frage müssten die Richtlinien ebenfalls eine Antwort geben.

Der vorliegende Entwurf für die Richtlinien orientiert sich wesentlich an den Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Demnach sind Standorte für PV-Anlagen unter anderem auf einem 110 Meter-Randstreifen entlang von Autobahnen oder Schienenwegen ebenso förderungsfähig wie auf bereits versiegelten Flächen. Bedingungen, die etwa von der geplanten PV-Anlage im Mühlheimer Grund erfüllt werden.

Im Gegensatz zur CDU würden SPD, Grüne und Bürger Union diese Richtlinien schon jetzt mittragen. Sie äußerten Unverständnis über das Zögern der Christdemokraten. Unabhängig von vorhandenen oder nicht vorhandenen Richtlinien kann der Rat Bebauungspläne zur Ausweisung von Sondergebieten für Freiflächen-Photovoltaikanlagen aufstellen. »Einzelentscheidungen des Rates bleiben bestehen und können getroffen werden«, erklärte Vonde.

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