1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Warburg
  6. >
  7. Rohstoffe in Handys recyceln

  8. >

„Das Leid hinter unserem Smartphone“: Hüffertschüler planen neues Projekt

Rohstoffe in Handys recyceln

Warburg

Unter dem Titel „Das Leid hinter unserem Smartphone“ haben sich Schüler des Warburger Hüffertgymnasiums nun über ihr Konsumverhalten und seine Folgen informiert. Sie planen zudem ein Projekt, das sich mit dem Recycling wiederverwertbarer Rohstoffe im Handy befasst.

Schüler des Warburger Hüffertgymnasiums haben sich über den Kampf um Rohstoffe im Kongo informiert und dabei erfahren, was die Nutzung ihrer Smartphones damit zu tun hat. Foto: Hüffertgymnasium

In der Demokratischen Republik Kongo sind viele Menschen aus Angst vor dem Bürgerkrieg auf der Flucht. Aufgrund des Rohstoffreichtums des Landes herrscht dort seit über 20 Jahren Bürgerkrieg, da die Rebellen die Rohstoffe für sich beanspruchen wollen.  

„Doch was hat diese Problematik mit unserer Smartphone-Nutzung zu tun?“ – Diese Frage stellte sich die Jahrgangsstufe EF des Hüffertgymnasiums beim Projekt „missio-Truck“. Das geht aus einer Pressemitteilung der Schule hervor. Dieser Truck fährt seit 2012 durch Deutschland, um den Menschen das Thema Flucht am Beispiel des Ost-Kongos näher zu bringen. Seit 2020 ist dieser aufgrund der Pandemie auch online unterwegs. Er machte nun auch digital Halt am Hüffertgymnasium. 

Tete Agbodan und Manuela Vosen vom katholischen Hilfswerk missio führten die EF durch die 90-minütige Veranstaltung. Auf spielerische Weise erhielten die Schüler viele Informationen zum Thema Flucht und einen Einblick in das Leben der Menschen im Kongo. Gemeinsam wurde überlegt, wie man den Menschen im Ost-Kongo helfen könnte. Eine wesentliche Ursache für den Bürgerkrieg im Kongo ist der Kampf um Rohstoffe, die in Smartphones verbaut werden, die weltweit angeboten werden.

Smartphones fair herstellen

Eine Alternative dazu stellt etwa das „Fairphone“ dar, teilt die Schule in ihrer Pressemitteilung weiter mit. Für dieses Smartphone werden die Konfliktrohstoffe Gold, Tantal, Zinn und Wolfram fair abgebaut. Das heißt, dass diese Metalle unter Beachtung der Menschenrechte im Kongo abgetragen werden.

Für die Nutzer hat das Fairphone ebenfalls einen großen Vorteil, denn es kann selbst repariert werden und es gibt einfach erhältliche Ersatzteile, damit das Smartphone möglichst lange genutzt werden kann. Der Kauf eines Fairphones sollte nur getätigt werden, wenn das alte Handy kaputt ist.

Aber ein Smartphone gehört nicht einfach in den Hausmüll, sondern sollte fachgerecht entsorgt werden. Aus diesem Grund planen die Schüler der Jahrgangsstufe EF jetzt ein Projekt, welches sich auf das Recycling wiederverwertbarer Rohstoffe des Handys fokussiert.  

Der Blick auf den Nächsten

„Fliehen müssen stellt das Leben auf den Kopf und zieht den Boden unter den Füßen weg. Also, nutzt euer Handy, so lange es noch funktioniert, lasst es reparieren und achtet bei eurem nächsten Handykauf auf einen fairen Abbau der im Smartphone enthalten Rohstoffe“, appellieren die Hüffertschüler. 

Der Besuch des missio-Trucks war in Kooperation mit Katja Walther, Projektleiterin der youngcaritas beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), und dem Team Weltmission-Entwicklung-Frieden initiiert und organisiert worden. Organisatoren und Schulleitung freuen sich über die positive Resonanz bei Schülerinnen und Schülern und begrüßen, dass hieraus bereits eine Initiative der Schülerschaft zum besseren Umgang mit den Ressourcen der Erde hervorgeht.

„Gerade auch in der jetzigen Pandemie-Situation ist es wichtig, dass auch der Blick auf den Nächsten – egal ob nah oder fern – erhalten bleibt. Ein gelingendes soziales Miteinander auf unserem Planeten wird ein entscheidender Faktor für die Zukunft unserer Kinder sein“, betonte Schulleiterin Susanne Krekeler. 

Startseite