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Stiftung »Helfende Hände«: Ausbildung und Selbstversorgung in Äthiopien fördern

Schwester Hatune plant Modellprojekt

Rimbeck (WB). Hatune Dogan steht in ihrer Küche im Schwesternhaus in Rimbeck und sortiert Walnussblätter. »Daraus machen wir Tee bei Erkältungen«, erklärt die syrisch-orthodoxe Schwester. Stillsitzen und Nichtstun fällt der 49-Jährigen schwer. Nur wenige Tage verbringt sie in Deutschland, jetzt ist sie schon wieder im Irak unterwegs.

Verena Schäfers-Michels

Im Mai ist Schwester Hatune Dogan zu Gast in Äthiopien gewesen. Dort hat sich die 49-Jährige auch die Anfänge zum Bau einer Jugendbildungsstätte für 20 Studenten und zwei Mönche angeschaut. Jetzt plant sie ein Projekt in Jinka. Dort sollen etwa eine Kirche, eine Grundschule, ein Kindergarten, eine Farm und drei Ausbildungsstätten entstehen.

Im Juli erwartet sie die erste von fünf Schwestern, die in ihr Schwesternhaus in Rimbeck einziehen werden. Die »Mädchen«, wie Schwester Hatune sie liebevoll nennt, sind zwischen 22 und 35 Jahre alt. Die erste Schwester kommt aus Indien, die anderen vier im Herbst aus Äthiopien.

Armut in Äthiopien bringt Schwester zum Weinen

In diesem Land plant die syrisch-orthodoxe Schwester jetzt ein großes Modellprojekt, das sie über ihre Stiftung »Helfende Hände für die Armen« realisieren möchte. Auslöser: eine Reise im Mai nach Südäthiopien. »Das war für mich eine ganz neue Welt«, berichtet die 49-Jährige. »Bisher habe ich gedacht, den Menschen in Addis Abeba gehe es schlecht. Aber bei den Naturvölkern der Gemeinde St. Marien in Jinka habe ich mich eines Besseren belehren lassen. Die Frauen und Kinder tragen keine Kleidung, nur die Männer, sobald sie das Pubertätsalter erreicht haben. Es gibt kein Wasser. Die Bäuche der Kinder sind vom Hunger aufgebläht.« Dieser Anblick habe sie zum Weinen gebracht.

Die Menschen gehören zu 60 Stämmen, die in Frieden miteinander leben würden. Nur beim Kirchgang am Sonntag würden sie sich in weiße Tücher hüllen, dort die übliche Tracht am Tag des Herrn. 110 Tücher spendete Hatune Dogan für Täuflinge jeden Alters, die in die Kirche aufgenommen wurden.

Stück Land soll für neues Projekt genutzt werden

In sechs Koffern brachte sie Kleiderspenden für die Kinder mit in die Gemeinde. Im großen Supermarkt in Addis Abeba kauften Hatune Dogan und ihre Helfer Trockennahrung ein, die sich lange hält. Doch wichtiger als das Verteilen von Spenden sei es ihr, die Menschen zur Selbstversorgung anzuleiten.

Ihr Traum ist es, ein anstehendes Projekt in Jinka zu verwirklichen. Per Handschlag wurde der Schwester bei ihrem Aufenthalt in Südäthiopien ein neun Hektar großes Stück Land in unmittelbarer Flussnähe überlassen. Die schriftliche Übergabe wurde bereits eingeleitet.

Dort soll eine Kirche entstehen, eine Versammlungshalle, ein Spielplatz sowie eine Grundschule und ein Kindergarten. Eine Farm mit Ziegen, Kühen, Hühnern und Honigbienen soll die Selbstversorgung der Menschen sichern.

Schwester: »Projekt soll ein Vorbild sein«

Geplant sind zudem drei Ausbildungsstätten. Eine für Jungen, die den Beruf des Klempners ergreifen wollen. In zwei weiteren Ausbildungsbetrieben sollen Mädchen den Umgang mit dem PC oder der Nähmaschine erlernen.

Außerdem wird es Seminarräume geben, eine Klinik und Abstellräume, wo die Geräte für den Brunnenbau untergebracht werden. Eine Solaranlage sei ebenfalls geplant. »Die Anlage soll ein Vorbild für weitere sein. Sozusagen ein Modellprojekt«, sagt Schwester Hatune. 500.000 Euro rechnet sie an Kosten dafür ein.

Geplant: 600 Augenoperationen in Äthiopien

Bei ihrer Reise schaute sie sich auch die Anfänge zum Bau einer Jugendbildungsstätte für 20 Studenten und zwei Mönche an. Vor Monaten besprach Hatune Dogan die Vorgehensweise mit den Stammesältesten: »Die Männer sind keine Christen, aber sie sagten zu mir: ›Wenn dein Gott uns hilft, wird unser ganzes Dorf sich taufen lassen‹.« Die syrisch-orthodoxe Schwester habe darauf geantwortet, sie sei keine Missionarin, sondern leiste karikativen Dienst. »Für mich macht der Glaube keinen Unterschied, aber ich erwarte, dass jeder mit anpackt und etwas auf die Beine stellt.«

Am 21. November wird Schwester Hatune Dogan mit dem Augenarzt Dr. Mandafro nach Gondar in Äthiopien reisen, um an rund 600 Erkrankten Augenoperationen vornehmen zu lassen. Zum ersten Mal stellt die Hatune-Stiftung selbst eine solche Aktion auf die Beine. Für diese Aktion sucht die Schwester noch Spender und auch mitreisende Helfer sind willkommen.

Spendenkonto

Helfende Hände für die Armen

Sparkasse Paderborn

IBAN: DE 6247 6501 3000 1112 1142

BIC: WELADE3LXXX

www.hatunefoundation.de

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