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Zeltlager Scherfede feiert 2019 runden Geburtstag – Grundstein wurde 1979 gelegt

Seit 40 Jahren eine Erfolgsgeschichte

Scherfede (WB). Das Lagerfeuer knistert, die Klampfe wird gezupft und aus mehr als 80 Kehlen erklingen die Strophen der »Lagerträume«. Das selbst geschriebene Lied gehört zum Abschlussritual der alljährlichen Ferienzeit des Zeltlagers Scherfede. Lorenz Moos legte 1979 unbewusst den Grundstein für die Erfolgsgeschichte.

Astrid E. Hoffmann

Der Gründer des Zeltlagers, Lorenz Moos (zweiter von rechts), bringt Verpflegung zum Lagerplatz. Das Foto entstand beim ersten Zeltlager 1979 in Nieheim. Foto: Zeltlager Scherfede

Das Zeltlager Scherfede feiert in diesem Sommer seinen 40. Geburtstag. Dahinter steht kein Verein, sondern ein engagiertes Team um seinen Leiter Johannes Thonemann, dass jedes Jahr ein Zeltlager für etwa 60 Kinder zwischen neun und 13 Jahren auf die Beine stellt. Die meisten der 20 bis 25 ehrenamtlichen Helfer und die Sponsoren waren früher selbst bei einem dieser Abenteuer dabei. Zum runden Geburtstag ist das diesjährige Lager vom 15. bis 25 Juli in Rösenbeck (Hochsauerland).

Seit 2003 ist Johannes Thonemann der Lagerleiter

In seinem damaligen Amt als erster Gemeindereferent von Scherfede hatte Lorenz Moos 1979 die Idee, mit den Messdienern zelten zu fahren. Ein passender Platz war bald in Nieheim gefunden. Der Scherfeder Bruno Haurand schloss sich an und stand Moos als Helfer zur Seite. Der sechstägige Zeltlageraufenthalt kam so gut an, dass auch im folgenden Jahr wieder gezeltet wurde.

Die Anfangsjahre lagen in kirchlicher Hand, denn die Gemeindereferenten der katholischen Pfarrgemeinde Scherfede-Rimbeck-Wrexen kümmerten sich um die Ausflüge. Eine Zeit lang übernahm der Kolpingsverein die Aufgabe, dann wurde der Pastoralverbund Warburg als Träger aktiv. Michaela Schmalhorst war 1988 die letzte Gemeindereferentin, die mit von der Partie war. Danach fand sich immer wieder ein Scherfeder, der die Verantwortung als Zeltlagerleiter übernahm. Seit 2003 hat Johannes Thonemann diesen Posten inne. Dabei wird er von seiner Ehefrau Lioba unterstützt.

Unterstützung bei Beihilfen und Sonderurlaub

Das erste Mal Lagerluft schnupperte Johannes Thonemann 1987 beim Zeltlager in Hessisch Lichtenau als Helfer – und klaute gleich die Fahne. Das Motto lautete damals übrigens »Hexen«. »Wir haben seit 40 Jahren immer ein Motto unter dem das Lager stattfindet. Und bisher war noch keines doppelt«, berichtet Johannes Thonemann. Bei den Orten ist es anders. Wenn sich ein Ausflugsziel bewährt hat und zur Verfügung steht, wird es wieder angesteuert.

Die Reisen gingen häufig ins Sauerland. »Dort gibt es günstige Angebote der Schützenvereine, die Hallen und Zeltplätze anbieten«, erklärt Thonemann. Denn die Fahrt muss erschwinglich bleiben. Alle sollen die Möglichkeit haben, ihr Kind mitzuschicken. So kümmert sich der 54-jährige Familienvater auch um die Beantragung von Beihilfen und Sonderurlaub für die Helfer.

Keine Handys, kein Fernseher

Nachdem die Anmeldungen eingegangen sind, werden die Gruppen eingeteilt, Aufgaben verteilt, Verpflegung und Material besorgt und der Speiseplan erstellt. Dabei wird auch auf Essgewohnheiten und Unverträglichkeiten geachtet. Es gibt es ein Küchenteam; die Kinder sind in die Arbeiten eingebunden. Zwar steht im Zeltlager Spiel und Spaß an erster Stelle, doch Pflichten wie Spüldienst, Sanitärdienst und die beliebte Nachtwache fallen ebenso an.

»Die Regeln sind auf ein Minimum beschränkt«, erklärt der Zeltlagerleiter. Aber es gebe keine Handys, Tablets oder Fernseher. »Natürlich können die Kinder mit ihren Eltern telefonieren, aber ansonsten wird kein digitales Medium zugelassen«, sagt Johannes Thonemann und ergänzt: »Nach ein paar Tagen vermissen die Kinder ihre Handys nicht mehr.«

Im Zelt mit fünf bis sieben Kindern zu schlafen, das ist heute, da viele ihre eigenen Zimmer haben, schon eine Herausforderung, weiß Johannes Thonemann. Doch das wird alles zur Nebensache, wenn am Abend das Lagerfeuer knistert, die Musiker die Gitarren zupfen und die selbst gedichteten Liedzeilen durch das Zeltdorf klingen.

www.lagertraeume.com

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