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Willebadessener Kommunalpolitiker verabschieden Resolution – Bluhm: »Massiver Eingriff ins Eigentum« 

Stadtrat wehrt sich gegen neues Jagdgesetz 

Willebadessen (thö). Der Rat der Stadt Willebadessen hat eine Resolution gegen die geplante Neufassung des Landesjagdgesetzes gefasst. Sie soll NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) in der kommenden Woche zugestellt werden.

Wildschweine sollen in Notzeiten auch weiter angefüttert werden dürfen, fordert der Stadtrat. Foto:

 Die Entscheidung fiel allerdings nicht einmütig. Teile der SPD-Fraktion stimmten gegen die Resolution oder enthielten sich. Sozialdemokrat Franz-Josef Kusch sprach sich dagegen aus. Er hielt den Stadtrat nicht für das geeignete Gremium um in Sachen Landesjagdgesetz tätig zu werden. Die Resolution sei »nicht super notwendig«, so Kusch.

 Das sahen CDU-Fraktionschef Hubert Gockeln und Bürgermeister Hans Hermann Bluhm (ebenfalls CDU) ganz anders. »Es geht nicht um Ideologiefragen, sondern um die Interessen der Stadt«, so Gockeln. »Die Neufassung ist ein massiver Eingriff in das städtische Eigentum, das würden Sie akzeptieren«, versuchte Bluhm die Sozialdemokraten zu überzeugen.

 Konkret wird befürchtet, dass die vorliegende Novelle des Landesjagdgesetzes zu einer »deutlichen Minderung der Attraktivität der Jagd« führen könnte. Die Stadt Willebadessen befürchtet zudem einen »massiven Vermögensschaden«, da für die städtischen Jagdbezirke nur noch eine sehr geringe Pacht zu erzielen sein würde.

 Der Willebadessener Stadtrat fordert die Landesregierung daher auf, das Jagdrecht »sachgerecht, ideologiefrei« weiterzuentwickeln. Das beinhalte den Verzicht auf das geplante Wildfütterungsverbot in Notzeiten und eine Fortsetzung der Lockfütterung von Wildschweinen mit dem Ziel einer intensiven, aber auch selektiven Bejagung. »Denn diese dient nicht zuletzt der Minderung von Wildschäden in der Landwirtschaft und auch der Tierseuchenprävention«, heißt es in der Resolution.

 Außerdem müsse im Ausnahmefall auch die Tötung streunender Katzen erlaubt bleiben, um keine gebietsweise Ausrottung von Kleintieren und Singvögeln zu riskieren. Der Stadtrat sieht ebenso eine Notwendigkeit der Beibehaltung von Baujagd, Fangjagd und den Einsatz von Lebendfangfallen. Damit könnten die Bürger vor Überpopulationen an Waschbären und Füchsen geschützt werden.

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