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August Heuel ist im Alter von 83 Jahren verstorben

Trauer um beliebten Stadtführer

Warburg

Im Alter von 83 Jahren ist August Heuel am 27. Februar nach langem, schweren Leiden verstorben. Am 12. Dezember 1937 in Witten an der Ruhr geboren, zog er 1974 nach Warburg, wo er an der Realschule in Warburg und in Peckelsheim die Fächer Englisch, Französisch und Religion unterrichtete.

Alice Koch

August Heuel, hier als Nachtwächter hoch zu Ross, war für jeden Spaß zu haben. Foto: WB-Archiv

Mit großer Leidenschaft brachte er als Stadtführer 30 Jahre lang den Besuchern die Sehenswürdigkeiten der Hansestadt nahe. Die besondere Art und Weise, mit der er sein profundes Fachwissen über die Plätze, Straße und Geschichten der Hansestadt weitergegeben hat, zeigte stets, dass er für diese Aufgabe lebte.

„Fachmann für Warburger Geschichte“

„August Heuel war einer der verlässlichsten Menschen, die ich kenne, und ein großartiger Botschafter für unsere Stadt“, sagt Fremdenverkehrschef Norbert Hoffmann. Er war der „Fachmann für die Warburger Geschichte“ und zögerte auch nicht, hoch zu Ross Werbung für seine Stadtführungen zu machen.

August Heuel liebte es, in andere Rollen zu schlüpfen. Als Nachtwächter verkleidet, führte er Touristen durch dunkle Gassen und über spärlich beleuchtete Plätze, um ihnen Geschichten und Anekdoten aus der historischen Vergangenheit zu erzählen. Besonders beliebt bei den Kindern war er, wenn er im Nikolausgewand aus seiner Kutsche stiegt und Stutenkerle an die Jüngsten verteilte.

Ein Herzensanliegen waren August Heuel die Freundschaften zu den Hinterbliebenen jüdischer Familien, deren Ursprünge in Warburg lagen. Gemeinsam mit seiner Frau Irmgard lud er Familien und deren Nachkommen nach Warburg ein und half bei der Ahnenforschung. Die jüdische Geschichte war auch stets Teil seiner beliebten Stadtführungen.

Aufopferungsvolle Flüchtlingshilfe

„August Heuel hatte eine besondere Art, auf Menschen zuzugehen und wusste sie mit seiner lebendigen Art zu begeistern“, sagt Museumsvereinsvorsitzender Rainer Mues. Immer positiv gestimmt, packte er da an, wo Hilfe gebraucht wurde. So kümmerte er sich bis Juni 2018 zehn Jahre lang aufopferungsvoll um die in Dössel lebenden Flüchtlinge. Ehrenamtlich fuhr er sie zum Arzt, zum Rechtsanwalt oder in den Supermarkt und begleitete sie bei Behördengängen.

Zuletzt lebte der Vater von drei Kindern und Großvater von sechs Enkeln im Seniorenzentrum St. Johannes, wo er bis zu seinem Tod eineinhalb Jahre liebevoll betreut wurde.

Die Trauerfeier am Grab ist unter den aktuellen Corona-Schutzbedingungen am Samstag, 6. März, 11 Uhr, auf dem Antonius-Friedhof in der Altstadt.

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