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Mediziner und Autor war zwölf Jahre lang Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe am St.-Petri-Hospital

Trauer um Dr. Suitbert Hoffmann

Warburg

Im Alter von 80 Jahren ist nach langer Krankheit in der vergangenen Woche der Mediziner und Autor Dr. Suitbert Hoffmann im Warburger Seniorenzentrum St. Johannes verstorben. Hoffmann war zwölf Jahre lang (1976 bis 1988) Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe am St.-Petri-Hospital Warburg.

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Mit 80 Jahren gestorben: Dr. Suitbert Hoffmann Foto:

Geboren wurde Hoffmann am 4. August 1940 in Zittau (Sachsen). Nach der Flucht 1945 aus Böhmen, der Heimat seiner Mutter, wuchs er in Bühne in einer Landarztfamilie auf. Kriegsende und Nachkriegszeit prägten ihn. Früh entdeckte der Jugendliche seine Neigung zu Musik, Kunst und Literatur. Mit 16 Jahren beginnt er mit ersten künstlerischen Schreib- und Gestaltungsversuchen.

Nach dem Abitur am Gymnasium Marianum und einem abgebrochenen Gesangsstudium in München studiert er in Münster Medizin, bildet sich zum Arzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe weiter. Zwölf Jahre lang ist er dann Chefarzt der Frauen-Klinik im Warburger Krankenhaus. Dort schlägt er moderne Wege ein, erlaubt es etwa Vätern, bei der Geburt ihrer Kinder dabei zu sein. Wegen Unstimmigkeiten (atomare Nachrüstung, Notstandsgesetze, Notstandsmedizin) mit seinen damaligen Vorgesetzten verlässt der kritische Mediziner das St.-Petri-Hospital. 1988 baut Hoffmann mit Kasseler Kollegen eine außerklinische Tagesklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in Kassel auf. Viele Jahre leitet er das medizinische Institut von Pro Familia in Kassel und ist als freier ärztlicher Berater in seiner Kasseler Praxis tätig.

Hoffmann ist auch ein vielfältig tätiger Schriftsteller. Der Autor der Frankfurter Bibliothek und des Frankfurter Literaturverlags veröffentlicht im Haller Projekte-Verlag vier Lyrikbände. Hoffmann lebte und arbeitete nach einem kurzen Intermezzo am Chiemsee bis zuletzt in Kassel.

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