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Um alten Warburger Tunnel zu reaktivieren, müssten immense Summen aufgebracht werden

Umleitung käme wohl zu teuer

Warburg

Was wird aus der alten Bahnunterführung zwischen dem Oberen Hilgenstock und Großen­ederer Weg? Als Ausweichstrecke für Autos während der Bauarbeiten an der Bahnbrücke Desenbergstraße/Bahnhofstraße in den Jahren 2022/2023 wird er wohl nur genutzt werden können, wenn die Stadt erheblich investiert.

Jürgen Vahle

Durch den alten Tunnel, der den Oberen Hilgenstock und den Großenederer Weg verbindet, würde sogar ein Lastwagen passen. Die Sanierung ist allerdings teuer. Wohl zu teuer, um als Ausweichstrecke nutzbar gemacht zu werden. Foto: Jürgen Vahle

Das geht aus einer Vorlage des Bauamtes für die nächste Sitzung des Stadtrates hervor. Der tagt am Dienstag, 9. März, von 17 Uhr an in der Stadthalle.

Der Warburger Rudolf Böhlen hatte in einem Bürgerantrag gebeten zu prüfen, ob der alte Tunnel nicht nutzbar gemacht werden könne, um die wochenlange Sperrung der L552 für die Bürger erträglicher zu machen. Daraufhin hat das Bauamt mehrere Varianten grob kalkuliert.

Kosten zwischen 261.000 und 1,2 Millionen Euro

Würden der Tunnel saniert und die angrenzenden Straßen dauerhaft für Autos und Lastwagen ertüchtigt, wären Investitionen zwischen 670.000 und 1,2 Millionen Euro notwendig. Und bei dieser Variante ginge es auch nur in einer Richtung durch den Tunnel. Würden Straße und Tunnel für die Dauer von zwei Jahren zu einer Baustellenumleitung gemacht, kämen auf die Stadt immerhin Kosten von 261.000 Euro zu. Dazu müsste die Bahn aber zustimmen und am Tunnel keine weiteren Sanierungskosten entstehen.

Auch eine dritte Variante hat das Bauamt geprüft – nämlich die Nutzung des Tunnels als Rad- und Gehweg zwischen dem Oberen Hilgenstock und dem Großen­ederer Weg. Hier geht das Bauamt sehr grob von Kosten in Höhe von 354.000 Euro aus.

„Ohne konkrete Gespräche mit den zuständigen Stellen der Bahn geführt zu haben, sind die Kosten aber als sehr vage zu bezeichnen. Besonders im Hinblick auf spätere Beteiligungen an Unterhaltungsmaßnahmen können sehr hohe Kosten entstehen, was aus Sicht der Verwaltung erfahrungsgemäß sehr wahrscheinlich ist“, schreibt Bauamtsleiter Rainer Ehle in einer Vorlage für den Rat.

Nach Einschätzung der Verwaltung ist auf Grund der hohen Kosten und der Unwägbarkeiten eine Nutzung des alten Tunnels als Ausweichstrecke für die Baustelle schlicht zu teuer. Das letzte Wort hat aber der Rat.

Hintergrund der Überlegungen rund um den alten Tunnel: Die Bahnunterführung zwischen der Warburger Desenberg- und der Bahnhofstraße muss 2022/2023 für mehrere Wochen gesperrt werden, weil die Eisenbahnbrücken erneuert werden müssen.

Geplante Sperrzeiten

Im Zusammenhang mit den Überlegungen um den alten Tunnel am Oberen Hilgenstock hat das Bauamt auch die in Vorgesprächen mit der Bahn verabredeten Sperrzeiten mitgeteilt. 2022 sind demnach an der Desenbergstraße/Bahnhofstraße Vollsperrungen von Freitag, 24. Juni, bis Mittwoch 29. Juni 2022, geplant. Außerdem muss die wichtige Verbindung aus dem Osten in die Stadt noch einmal von Montag, 10. Oktober, bis Freitag, 14. Oktober 2022, gesperrt werden.

Weiter geht es dann mit den Vollsperrungen 2023, und zwar von Freitag, 15. September, bis Freitag, 22. September 2023, sowie von Dienstag, 24. Oktober, bis Mittwoch, 1. November 2023. Hinzu kommen einzelne Sperrtage am 14. Oktober 2022 sowie am 15. September 2023.

Auch halbseitige Sperrungen sind im Zeitraum zwischen dem Einbau einer Hilfsbrücke am 14. Oktober 2022 und dem Einbau der neuen Brücke am 15. September 2023 vorgesehen.

„Insofern wird es zu deutlichen Verkehrsbeeinträchtigungen mit vier Vollsperrungen über jeweils eine Woche und einem längeren Zeitraum einer halbseitigen Sperrung (Regelung über Ampelanlage) kommen“, kündigt Rainer Ehle bereits an.

Detaillierte Abstimmungen mit den Ordnungs- und Verkehrsbehörden, den Straßenbaulastträgern sowie der Polizei zu Umleitungen und Verkehrslenkungen sollen noch erfolgen. Eines ist aber unwahrscheinlich: Dass es durch den alten Tunnel am Oberen Hilgen­stock geht.

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