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Zweite Aktion des Projektes „Pflanzgarten“ im Warburger Stadtwald

Vom Samen bis zum Baum

Warburg

Tausende Baumsamen brachten Warburger Schülerinnen und Schüler im Frühjahr dieses Jahres in die Erde. Im städtischen Waldgebiet in Hohenwepel riefen sie mit der Aussaat von Douglasie, Kiefer, Küstentanne und Lärche das Projekt zur Wiederbewaldung des Stadtwaldes ins Leben. Die Kinder und Jugendlichen unterstützen mit der Aktion tatkräftig den durch Trockenheit, Sturm und Schädlinge geschwächten Wald. Finanziert wird das Projekt „Pflanzgarten“ auch durch eine Spendenaktion des ehemaligen Jagdausschussvorsitzenden Josef Eilbrecht (71).

Die Schülerinnen und Schüler der katholischen Grundschule Scherfede (Klassen 3 und 4), der Graf-Dodiko-Schule Warburg (Klasse 3a und 3b), der Graf-Dodiko-Schule des Standortes Daseburg (Klasse 3c), des Gymnasiums Marianum (Klasse 7b) sowie des Erd-Charta-Kurses der Sekundarschule haben sich an der zweiten Aktion des Projektes „Pflanzgarten“ im Warburger Stadtwald beteiligt. Foto: Hansestadt Warburg

Ziel des „Pflanzgartens“ ist es, den Schülern die Klimaschutz-Ziele des Walderhalts und der Wiederaufforstung im heimischen Wald näherzubringen. Von Beginn an erleben sie die Entwicklung der jungen Bäume mit: Vom Ausbringen der Samen bis zum Verpflanzen des gezogenen Setzlings in den Warburger Stadtwald.

Nach dem erfolgreichen Start im Frühjahr lief das Projekt „Pflanzgarten“ jetzt erneut an. Die Schülerinnen und Schüler der katholischen Grundschule Scherfede (Klassen 3 und 4), der Graf-Dodiko-Schule Warburg (Klasse 3a und 3b), der Graf-Dodiko-Schule des Standortes Daseburg (Klasse 3c), des Gymnasiums Marianum (Klasse 7b) sowie des Erd-Charta-Kurses der Sekundarschule tauschten kurzerhand Schulbank gegen Stadtwald: Es galt, Eicheln im Stadtwald zu sammeln, Beete vorzubereiten, und die Eicheln in die Erde zu bringen. Auch der Schutz der Jungpflanzen standen auf dem Programm.

Mutterbodengemisch wurde von einem großen Erdhügel abtragen, um diese in die Pflanzkästen zu transportieren. Foto: Hansestadt Warburg

Die Mädchen und Jungen schaufelten ein Mutterbodengemisch in Schubkarren, brachten sie zu den vorbereiteten Anzuchtbeete und legten mit jedem der dort in Handarbeit eingepflanzten Eicheln den Grundstein für einen neuen Baum. Eine andere Gruppe bereiteten für einen Teil der gesammelten Eicheln eine Futterstelle für den Eichelhäher vor und wieder andere bauten eifrig Zäune, um die jungen Pflanzen vor hungrigem Wild zu schützen.

Ein Teil der Gruppe baute eine  „Futterstelle“ für den Eichelhäher. Foto: Hansestadt Warburg

„Durch das Mithelfen, das Erleben und die Arbeit mit den eigenen Händen entwickeln die Kinder und Jugendlichen erst ein Bewusstsein für die Natur um sie herum“, erklärt Förster Benedikt Stöcker, der das Projekt begleitet. Die körperliche Arbeit empfanden die Schüler als willkommene Abwechslung, die teils schlammige Angelegenheit wurde zu einer spaßigen Teamarbeit.

Eifrig legten die Schülerinnen und Schüler Pflanzlöcher für die Eicheln an. Foto: Hansestadt Warburg

Benedikt Stöcker und die städtischen Forstwirte Christian Thill und Martin Temme hatten im Vorfeld gemeinsam eine weitere Idee erarbeitet, um dem Stadtwald etwas Gutes zu tun und die Kinder und Jugendlichen dabei noch aktiver einzubinden. „Der Bau von Eichelkästen soll dem Eichelhäher die mühsame Suche am Waldboden abnehmen und ihm das Austragen der Eicheln im Stadtwald erleichtern“, erklärt Christian Thill. Kraft, Ausdauer und handwerkliches Talent waren auch beim Bau des Wildzauns zum Schutz von Naturverjüngung gefragt. „All diese Aktionen unterstützen die Wiederaufforstung und fördern gleichzeitig das handwerkliche Geschick der Schüler“, so Thill weiter. Der Erfolg gibt den Ideengebern recht: Eine Menge Arbeit wurde geschafft und alle Beteiligten hatten eine Menge Spaß während ihres Einsatzes für die Natur.

 Mit Begeisterung wurden die Zäune zum Schutz der Jungpflanzen zusammengebaut. Foto: Hansestadt Warburg

„Es ist schön zu sehen, wie sich unsere Schülerinnen und Schüler für unseren Stadtwald engagieren. In unseren sehr digital bestimmten Zeiten ist das Schaffen eines Bewusstseins für die Bedeutung und den Erhalt unserer Natur unerlässlich“, betont Bürgermeister Tobias Scherf.

Während ihres Arbeitseinsatzes erhielten die Schüler einen Einblick in den Arbeitsalltag und den Tätigkeitsbereich eines Forstwirtes. Für jede Frage der Jugendlichen hatten der Förster und die beiden Forstwirte offene Ohren.

Bewusstsein für Natur und Klima

Insgesamt stieß das Projekt „Pflanzgarten – vom Samen bis zum Baum“ erneut auf große Begeisterung bei den Kindern und Jugendlichen. Auch die Lehrerinnen und Lehrer sehen die Aktion als äußerst positiv: Die Teilnahme an dem Projekt habe dazu beitragen, im digitalen Zeitalter wieder mehr Bewusstsein für die heimische Natur zu schaffen. Den jungen Warburger:innen habe sich damit auch die Möglichkeit geboten, dem durch die weiter andauernde Corona-Pandemie erschwertem Schulalltag kurzzeitig zu entfliehen.

Für zwischenzeitige Verschnaufpausen sorgte außerdem Benedikt Stöckers Münsterländer-Hündin „Donna“. Sie genoss die Streicheleinheiten der fleißigen Hände nach erledigter Arbeit.

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