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Am 15. Mai 1971 machte Warburg beim „Spiel ohne Grenzen“ mit – und verlor deutlich

Vor 50 Jahren live auf Sendung

Warburg

50 Jahre ist es her, dass die Stadt Warburg an der Fernsehsendung „Spiel ohne Grenzen“ teilnahm. Gegner und Austragungsort war am 15. Mai 1971 die Stadt Rheinbach. Norbert Bunse, der damals für Warburg kämpfte, blickt auf das Ereignis zurück.

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Beim Roboter-Spiel: Werner Redeker (links) gab Norbert Bunse die Anweisungen per Funkgerät. Bunse selbst sah nicht, was er tat. Foto: Norbert Bunse

„Es war das erste Mal, dass Warburg in einer Livesendung vertreten war. Die Einschaltquoten übertrafen heutige Sendungen um ein Vielfaches“, schildert Bunse. Schon Wochen vor dem Ereignis seien sportliche Teilnehmer und ein Baggerfahrer gesucht worden. „Als aktiver Fußballtorwart von Westfalia 03 Scherfede, wurde ich angesprochen, meldete mich an und wurde zum Training eingeladen.“

Durch verschiedene Qualifikations- und Ausscheidungsmethoden habe der von der Stadt Warburg eingesetzte Trainer Heinz Flach die Zahl von 110 Bewerbern auf 20 Teilnehmer reduziert. Da der gefragte Baggerfahrer kurzfristig nicht erschien, fand man im Bekanntenkreis Ersatz.

Skatspiel mit Camillo Felgen

„In Rheinbach angekommen empfing uns eine Delegation unseres Gegners und der seinerzeit sehr bekannte Luxemburger Sänger, Texter sowie Radio- und Fernsehmoderator Camillo Felgen“, sagt Bunse. „Dieser Showstar sollte als Spielleiter in der Sendung fungieren. Wir freuten uns sehr, wenn auch mit einer gewissen Nervosität, diese Legende kennenzulernen. Abends spielte er im Hotel mit uns noch stundenlang Skat. Sehr zum Leidwesen seiner Frau.“

Zwei Tage vor der Livesendung wurde die Spielstätte vorgeführt: Eine Baustelle. „Wir lernten Showregisseur Ekkehard Böhmer und die WDR-Unterhaltungschefin Marita Theile kennen. Nun erfuhren wir, wie unsere Spiele aussehen und dass wir lediglich dreimal dort trainieren durften.“

Sand musste über eine Mauer in einen unsichtbaren Mörtelmischer geschüppt, Dächer gedeckt, mittels Vibrationsstampfer unter Sand versteckte Kontakte getroffen und mit Steigeisen mussten Telegrafenmasten erklommen werden. Der Baggerfahrer musste leere Bierflaschen aufzunehmen und in eine Setzkiste stellen. „Meine Aufgabe bestand darin, in ein Robotergebilde aus Holz zu steigen und Bausteine blind durch Hindernisse von A nach B zu tragen. Fremdgesteuert wurde ich mit Knopf im Ohr und per Funkgerät von meinem Mitspieler Werner Redeker.“

Pünktlich wieder zum Fußball

Zur Liveshow waren Warburgs Bürgermeister Dr. Heribert Schlinker und Stadtdirektor Potthoff nach Rheinbach gekommen. Die Spielstätte war umsäumt von etwa 5000 Zuschauern. „Dazu zig Millionen Fernsehzuschauer – damals gab ja nur drei Fernsehprogramme“, schildert Norbert Bunse. Im Roboter-Spiel siegten die Warburger. Am Ende hatte die Hansestadt den Wettbewerb aber dennoch deutlich mit 24:2 verloren.

Eine Abschlussfeier mit dem Gegner beendete die Reise. Am nächsten Morgen sei Bunse mit Stadtdirektor Potthoff in dessen Auto wieder heimgefahren. „Pünktlich um 15 Uhr stand ich während einer Bezirksliga-Begegnung wieder im Fußballtor.“

50 Jahre sind seitdem vergangen „und ich kann mich nur noch an wenige Mitspieler mit vollständigen Namen erinnern und das sind: Hubert Waldeyer, Lutz Welzel, Werner Redeker, Wolfgang Flörke, Hubert Rösel, Walter Hoischen, Bernhard Drolshagen und Bernhard Sievers“, sagt Bunse. „Ein Andenken an dieses tolle Erlebnis habe ich noch im Schrank: die Original-Trainingsjacke. Sie passt mir immer noch bzw. wieder“, sagt Bunse.

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