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Zuckerwerk: Rübenbauern bringen Genossenschaft ins Gespräch

Warburg gibt nicht auf

Warburg (dpa/WB/ben). Nach der Entscheidung des Südzucker-Konzerns, das Werk in Warburg Anfang 2020 zu schließen, hofft die Belegschaft auf weitere Gespräche. Das sagte am Dienstag der zuständige Sekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Armin Wiese. Er gehe davon aus, dass die Arbeitnehmerseite noch einmal einen Versuch unternehmen werde, den Konzern von seinem Vorhaben abzubringen . Im Südzucker-Werk Warburg arbeiten 60 Menschen.

Blick in den Anlieferungsbereich zur Zuckerrübenkampagne im Warburger Südzucker-Werk. Foto: Ralf Benner

Der Aufsichtsrat des Konzerns hatte am Montag beschlossen, in ganz Europa von seinen 29 Zuckerfabriken fünf Werke mit insgesamt 435 Mitarbeitern zu schließen. Neben Warburg sind das südbrandenburgische Brottewitz sowie zwei Standorte in Frankreich und eine Fabrik in Polen betroffen.

Der westfälisch-lippische Landwirtschaftsverband kritisierte gestern die Entscheidung. Viele Rübenbauern hätten auf Empfehlung von Südzucker in den vergangenen Jahren noch in moderne Technik investiert – vergebens.

Konzern reagiert auf sinkende Zuckerpreise

Derweil bringt Biobauer Josef Jacobi die Gründung einer Genossenschaft durch die 800 Rübenbauern in der Region ins Gespräch, die das Werk für einen Euro kaufen und dann betreiben könnte. Jacobi hat mit der Upländer Bauernmolkerei bereits einmal bewiesen, dass solch ein Modell erfolgreich sein kann.

Seit dem Ende der stabilisierenden EU-Zuckermarktordnung im September 2017 muss der Konzern auf sinkende Zuckerpreise reagieren. In der Zuckersparte steht nach neun Monaten ein operativer Verlust von 83 Millionen Euro.

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