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Einschulungsuntersuchungen im Kreis künftig nicht nur in Höxter

Warburg soll zweiter Standort werden

Warburg/Höxter/Brakel (WB/dp). »Die Personalsituation im Gesundheitsdienst ist weiterhin angespannt. Doch freuen wir uns, dass wir unser Ärzteteam ab Oktober um eine halbe Stelle verstärken können«, erklärte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Ronald Woltering, in der öffentlichen Sitzung des Kreistages am Dienstag. »Deshalb können wir die Einschulungsuntersuchungen künftig im Kreishaus und an einem weiteren Standort planen.« Dies werde wohl Warburg sein.

Die Schuleignungsuntersuchung im Kreis soll für das kommende Schuljahr an zwei Standorten angeboten werden. Neben Höxter ist eine weitere Untersuchung in Warburg möglich. Foto: dpa

»Bundesweit ist es sehr schwierig geworden, Ärzte für den öffentlichen Gesundheitsdienst zu gewinnen«, verwies Dr. Woltering auf die Folgen des wachsenden Ärztemangels. Besonders hart treffe dies ländliche Regionen. Mehrfach habe der Kreis Höxter freie Arztstellen – auch überregional in den einschlägigen Fachmedien – ausgeschrieben. »Leider ergebnislos«, wie er betonte. Die Personalnot im Ärzteteam des Gesundheitsdienstes hatte dazu geführt, dass die Schuleingangsuntersuchungen für das Schuljahr 2018/2019 erstmals zentral in den Räumen des Gesundheitsdienstes in Höxter durchgeführt worden waren – dies wiederum sorgte vor allem im Südkreis für Unmut und Proteste (wir berichteten).

Nach vielen Monaten hat die intensive Personalsuche nunmehr zum Erfolg geführt. Der Kreis hat jetzt eine weitere Ärztin einstellen können, die das Team auf eigenen Wunsch jedoch nur um eine halbe Stelle verstärken wird. Zugleich werde eine beim Gesundheitsdienst tätige Ärztin aus familiären Gründen ihre Arbeitszeit verkürzen. »Dies führt im Ergebnis dazu, dass wir unser Ärzteteam um einen geringen Stellenanteil aufstocken können. Das ist eine erfreuliche Verbesserung, macht aber auch deutlich, dass wir weiterhin mit einem Personalengpass zu kämpfen haben«, erläuterte Dr. Woltering die aktuelle Situation.

Wohnortnahe Untersuchung

Angesichts der Aufstockung kann für das kommende Jahr ein weiterer Untersuchungsstandort für die Einschulungsuntersuchungen geplant werden. »Warburg ist nach Höxter die Stadt mit den meisten Erstklässler und bietet sich daher als zweiter Untersuchungsstandort an«, erklärte Landrat Friedhelm Spieker. Unter Einbeziehung der Städte Borgentreich und Willebadessen könnten am Standort Warburg etwa 30 Prozent aller Schulanfänger vergleichsweise wohnortnah untersucht werden.

Die Stadt Warburg habe bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten ihre Unterstützung zugesagt. Erforderlich seien zwei Untersuchungsräume und ein Wartebereich. »Wie in den Räumen des Gesundheitsdienstes streben wir auch am neuen Standort den Standard einer Kinderarztpraxis an. So ist es möglich, notwendige Zusatzuntersuchungen sofort durchzuführen, ohne dass die Eltern mit ihrem Kind ein zweites Mal kommen müssen«, so Dr. Woltering. Aus ärztlicher Sicht sei es wichtig, für optimale medizinische Bedingungen zu sorgen, eine kindgerechte Atmosphäre zu schaffen und die Vertraulichkeit der Beratung sicherzustellen. »Kinder und Eltern sollen sich sicher und wohl fühlen«, betont der Chef des Kreisgesundheitsamtes.

Sogar ein dritter Standort wäre möglich

Spieker stellte darüber hinaus in Aussicht: »Wenn wir das ärztliche Team im Gesundheitsdienst des Kreises weiter verstärken können, zum Beispiel durch die Rückkehr einer Ärztin aus der Elternzeit, werden wir prüfen, ob wir einen dritten Standort für die Einschulungsuntersuchungen planen können.« Anregungen der Elterninitiativen, die sich im letzten Jahr mit ihren Anliegen an die Kreisverwaltung gewendet hatten, würden in die Planungen einbezogen. »Damit halten wir unser Versprechen«, so der Landrat.

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